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Lob für Badestellen – mit Ausnahmen

Wasserqualität Lob für Badestellen – mit Ausnahmen

Niedersachsen und Bremer können ohne Bedenken an heißen Sommertagen Abkühlung an heimischen Badeseen suchen. Nur drei Gewässer in Niedersachsen stufen die Behörden mit "Ausreichend" ein. An der Ostsee wird allerdings vor Dünger im Wasser gewarnt.

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Der Sommer kann kommen: Die Wasserqualität in niedersächsischen Seen ist gut.

Quelle: Archiv

Hannover/Lübeck. Die Badegewässer in Niedersachsen und Norddeutschland sind nach einer am Mittwoch veröffentlichten Übersicht der Europäischen Union überwiegend in einem sehr guten Zustand. Allerdings: Nur die Note „ausreichend“ bekamen die beiden Nordseestrände in Dornumersiel und Upleward – der Strand dort liegt im Einflussbereich von Ems und der offenen Nordsee. Auch eine Badestelle am Dümmer-See wurde nur mit „ausreichend“ bewertet. Den Stempel „mangelhaft“ bekam in Niedersachsen keine Badestelle, anders als in Baden-Württemberg, dem Saarland und Mecklenburg-Vorpommern. Im Nordosten fiel die Glöwitzer Bucht bei Barth durch.

Der EU-Bericht basiert auf Wasserproben an 21 000 Badestellen vom vergangenen Jahr. Auf dieser Grundlage gibt er Hinweise darauf, an welchen Stellen die Badegewässer auch 2016 wahrscheinlich eine gute Qualität aufweisen. „Europäische Badegewässer haben zu 96 Prozent akzeptable und zu 84 Prozent exzellente Standards“, erklärte EU-Kommissar Karmenu Vella.

Bereits in der vergangenen Woche hatte das niedersächsische Gesundheitsministerium die Daten der 272 Badestellen im Land veröffentlicht. Davon wurden 244 mit dem Prädikat „ausgezeichnet“ versehen und 19 für „gut“ befunden worden. Bei vier neuen Badestellen gibt es noch keine Einstufung. Zwei weitere Badestellen wurden wegen Bauarbeiten am Gewässer nicht eingestuft.

Eine exzellente Qualität haben der Übersicht zufolge etwa am Steinhuder Meer der Badestrand Weiße Düne Mardorf und die Badeinsel im Steinhuder Meer. Aber auch die Badestelle Hüde am Dümmer wurde mit der besten Note ausgezeichnet.

An der Nordseeküste wurden unter anderem die Nordseestrände Neuharlingersiel und Schillig mit der Bestnote ausgezeichnet. Die Note „gut“ erhielten unter anderem die Nordseestrände Neßmersiel und Esens-Bensersiel. Für die Einstufung wird die hygienische Güte untersucht, die gewissen Schwankungen unterliegt. Von Ende April bis zum Ende der Badesaison am 15. September entnehmen die örtlichen Gesundheitsbehörden mindestens alle vier Wochen Wasserproben und prüfen sie auf Bakterien.

Auch die Bilanz der EU für die Badestellen in Schleswig-Holstein fällt positiv aus. Umweltschützer und Grünen-Politiker sind allerdings wegen zu hoher Nährstoffkonzentrationen in der Ostsee alarmiert. Die EU sowie der Kieler Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) verlangen deshalb als Gegenmaßnahme strengere Regeln im Düngerecht. Habeck sieht dabei den Bund in der Pflicht.

Der Europäische Rechnungshof warnte bereits, die Ostsee sei „eines der am stärksten verschmutzten Meere der Welt“. In der Antwort auf eine aktuelle parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestags-Fraktion zur „Nährstoffbelastung der Ostsee“ räumt die Bundesregierung ein, dass die Werte für Nitrate und Phosphate in der Kieler und der Mecklenburger Bucht sowie in der Arkonasee zu hoch sind. „Der Zustand der Gewässer ist alarmierend“, warnt die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Steffi Lemke. In Schleswig-Holstein sei die Hälfte der Zuflüsse „in einem schlechten oder unbefriedigenden ökologischen Zustand“. In Mecklenburg-Vorpommern betreffe dies sogar 18 von 21 Flüssen.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) schlägt in dieselbe Kerbe. „Eigentlich waren wir bei der Gewässerqualität auf einem sehr guten Weg“, sagt Ingo Ludwichowski, Nabu-Landesgeschäftsführer Schleswig-Holstein. „Vor allem mit dem Aufkommen der Biogasanlagen hat sich die Entwicklung aber in drastischer Weise umgekehrt.“     

Von E. Stephan,
R. Zweigler und O. Vogt

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