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Der Norden Orkantief sorgt für Bahnchaos im Norden
Nachrichten Der Norden Orkantief sorgt für Bahnchaos im Norden
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10:54 11.01.2015
Bereits am Freitag war auf der Bahnstrecke zwischen Uelzen und Lüneburg bei Deutsch Evern Teile der Oberleitung durch einen umgestürzten Baum beschädigt worden. Am Sonnabend kam es dort zu einem weiteren Sturmschaden. Quelle: dpa
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Hannover

Aufatmen bei der Bahn: Bundesweit ist nach dem Sturm  schon fast wieder der Normalbetrieb erreicht, wie ein Bahn-Sprecher am Sonntagmorgen sagte. Im Fernverkehr fahren die meisten Züge demzufolge nach Fahrplan. Probleme gibt es weiterhin auf der Verbindung Hannover-Hamburg. Dort hatte Tief „Felix“ so heftige Schäden verursacht, dass noch nicht alles repariert werden konnte. Nahe Lüneburg konnte nur ein Gleis befahren werden, es kam daher noch zu Verspätungen.  

Heftiger Sturm am Sonnabend

Der Sturm über Niedersachsen hat am Sonnabend für ein Bahnchaos im Norden geführt. Mehrere Bahnstrecken wurden lahmgelegt, teilte die Bahn mit. "Hamburg ist derzeit vom Fernverkehr weitgehend abgeschnitten", sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Zwischen den drei Großstädten Hannover, Bremen und Hamburg wurde der Verkehr eingestellt. Auch auf der Verbindung von Hamburg nach Berlin gab es Ausfälle. Heftige Sturmböen hatten zuvor Bäume umstürzen lassen, die dann auf die Gleise gefallen waren. Auch im Nahverkehr mussten zahlreiche Strecken wegen des Orkantiefs "Felix" gesperrt werden, an anderen Stellen fuhren die Züge aus Sicherheitsgründen nur langsam.  

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Ein Sturm jagt den anderen: Kaum ist „Elon“ abgezogen, steht Orkantief „Felix“ vor der Tür. An der Nordseeküste wird eine Sturmflut erwartet, auf dem Brocken wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern gemessen. Größere Schäden sind bislang aber ausgeblieben.

Nach Angaben der Deutschen Bahn waren am Nachmittag zwischen Uelzen und Lüneburg bei Deutsch Evern mehrere Bäume auf die Oberleitungen gefallen. Die wegen eines Schadens durch Sturmtief "Elon" seit Freitag ohnehin nur einspurig befahrbare Strecke musste deshalb komplett gesperrt werden. Da auch auf der Umleitungsstrecke zwischen Bremen und Hamburg Bäume auf die Oberleitung gefallen sind, war anschließend kein Bahnverkehr zwischen Hannover und Hamburg möglich.

Am Nachmittag stellte die Bahn auch den Betrieb zwischen Hannover und Bremen sowie Norddeich ein. Diese Strecken wurden im Verlauf des Abends allerdings wieder freigegeben.

Die Metronom-Züge waren ebenfalls von der Streckensperrung betroffen, zwischen Uelzen und Lüneburg wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Auf der Metronom-Strecke zwischen Hamburg und Bremen gab es erhebliche Behinderungen. Erst um 20.30 Uhr wurde die Strecke zwischen Hannover und Uelzen wieder freigegeben. An anderen Stellen dauerten die Sperrungen an.

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Noch stärker betroffen waren die Strecken der Nordwestbahn. Am Nachmittag gab das Unternehmen bekannt, dass im gesamten niedersächsischen Streckennetz der Verkehr eingestellt wird. Betroffen waren unter anderem die Verbindungen zwischen Osnabrück und Oldenburg sowie nach Bremen, auch nach Bremerhaven und Wilhelmshaven fuhren keine Züge mehr. "Wir haben zu viele Sturmschäden auf den Strecken, um den Verkehr noch aufrecht zu erhalten", sagte ein Sprecher der HAZ. Zudem gehe es auch um die Sicherheit von Fahrgästen und Mitarbeitern. Am Abend nahmen nur vereinzelte Züge den Betrieb wieder auf. Der reguläre Fahrplan soll laut Nordwestbahn erst wieder am Sonntagmorgen aufgenommen werden.

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Das Unternehmen Erixx stellte auf den Strecken Buchholz – Soltau – Hannover und Uelzen – Soltau – Bremen den Verkehr ein, hieß es am Nachmittag. Bis zum Betriebsschluss in der Nacht fuhren über Soltau keine Züge mehr.

In Hamburg-Fuhlsbüttel fuhr am Nachmittag eine U-Bahn gegen einen umgestürzten Baum und entgleiste. Verletzt wurde dabei nach Angaben der Feuerwehr niemand. Die Passagiere des betroffenen Zuges wurden von zum nahegelegenen U-Bahnhof Fuhlsbüttel-Nord geführt.

Auch in Berlin waren die Auswirkungen erheblich: Der Sturm hat den Verkehr bei der S-Bahn im gesamten Stadtgebiet am Samstagnachmittag nahezu lahmgelegt. Es gebe auf allen Linien Verspätungen und Ausfälle, sagte ein Bahnsprecher. Grund seien zahlreiche Unwetterschäden wie Bäume, die auf Gleise gestürzt sind.

Nur leichte Sturmflut

An der Küste gingen von den am Wochenende erwarteten Sturmfluten nach jüngsten Prognosen keine besonderen Gefahren aus. Die Wasserstände an der niedersächsischen Nordseeküste bleiben im Rahmen einer leichten Sturmflut, hieß es beim niedersächsischen Sturmflutwarndienst im ostfriesischen Norden. Allerdings soll es bis Montagmorgen sechs Sturmfluten hintereinander geben. Am Sonntag sollen die Pegelwerte bis zu zwei Metern über dem mittleren Hochwasser liegen. In der Regel stehen dann nur Strände und Hafenflächen unter Wasser. Sturm "Felix" hatte in großen Teilen des Landes Windgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt und fielen auf Autos oder Häuser.

Die höchste Windgeschwindigkeiten in Niedersachsen wurden am frühen Samstagnachmittag am Leuchtturm Alte Weser (Deutsche Bucht) mit 133 Stundenkilometern gemessen (Orkanböen, Windstärke 12), sagte der DWD-Sprecher. Auf Borkum waren es 122 und in Bremerhaven 109. Auf dem Brocken wurde laut DWD sogar eine Spitzengeschwindigkeit von 161 Stundenkilometern gemessen. "Es wird noch weiter stürmisch bleiben, aber es lässt nun weiter sukzessive nach." Die Meteorologen erwarten, dass die Temperaturen nun fallen.

frs/dpa/cli

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