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Der Norden Balkon stürzt mit neun Menschen in die Tiefe
Nachrichten Der Norden Balkon stürzt mit neun Menschen in die Tiefe
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08:38 18.04.2016
„Ich habe es ganz laut rumsen gehört“: Neun Menschen wurden in Wolfenbüttels Altstadt teils schwer verletzt.  Quelle: Heise
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Wolfenbüttel

Es sollte eine fröhliche Partynacht werden, doch sie endete im Krankenhaus: Neun junge Menschen sind Samstagabend in Wolfenbüttel von einem Balkon urplötzlich in die Tiefe gekracht. Sie erlitten teils schwere Verletzungen. Wie es zu dem Unglück in der Altstadt von Wolfenbüttel kommen konnte, ist noch unklar. Die sechs Männer und drei Frauen zogen sich bei dem Unfall vor allem Knochenbrüche zu. Lebensgefährlich verletzt worden sei nach seinem Kenntnisstand niemand, sagte Polizeisprecher Frank Oppermann am Sonntag.

Balkon ohne Boden. Foto: Nonstopnews

Plötzlich gab der Balkon nach

Die jungen Leute waren in der Wohnung eines 26-jährigen Freundes in einem alten Fachwerkhaus zu Gast gewesen, der am Samstagabend seinen Geburtstag feierte. Nach Zeugenaussagen waren einige zum Rauchen auf den Holzbalkon gegangen, der zwischen drei Hauswänden eingelassen war. Warum der Balkon an einer der Seiten plötzlich nachgab und sich im 90-Grad-Winkel nach unten neigte, sollen nun Bausachverständige klären. Zwei Gäste hätten noch versucht, die Abstürzenden zu halten, sie seien mit in die Tiefe gezogen worden.

Susanne Steglich wohnt in einem Nachbarhaus. "Ich war schon im Morgenmantel und wollte gerade ins Bett gehen, als ich es ganz laut rumsen hörte", berichtet sie am Sonntag. Sie habe aus dem Fenster geblickt, aber zunächst nichts sehen können. "Ich hab gleich gedacht, da muss irgendetwas Schreckliches passiert sein. Das hat ganz schön gebebt bei mir in der Stube." Die Nachbarin lief auf die Straße, bereits kurze Zeit später trafen die ersten Rettungsdienste ein.

Susanne Steglich, Anwohnerin eines Nachbargebäudes. Foto: Philipp Schulze

20 Partygäste unter Schock

Die neun junge Leuten fielen in einem Innenhof unter anderem auf einen Fahrradständer. Bis die Rettungskräfte alle geborgen hatten, habe es einige Zeit gedauert. Die Verunglückten kamen in Krankenhäuser nach Braunschweig, Wolfsburg und Wolfenbüttel. Etliche der anderen rund 20 Partygäste erlitten einen Schock. Nach dem Unfall wurde außer Polizei, Rettungsdiensten, Notärzten und Feuerwehrleuten auch ein Notfallseelsorger zur Unglücksstelle gerufen, der sich um die Betroffenen kümmerte.

Am Sonntagmorgen war die Unglücksstelle gesperrt. "Heute oder morgen wird sich ein Statiker das Ganze anschauen", sagte Polizeisprecher Oppermann. Wie alt der etwa acht bis zehn Quadratmeter große Balkon war, sei unbekannt, sagte der Polizeisprecher. Klar sei nur, dass er nachträglich an das mehrere hundert Jahre alte Fachwerkhaus angebaut worden sei. "Einen vergleichbaren Vorfall mit anderen alten Häusern gab es bei uns bisher nicht", sagte Oppermann.

dpa

Balkonabstürze in Deutschland

Januar 2016: Im oberfränkischen Hof stürzt ein Ehepaar mit einem Balkon aus dem ersten Stock ab und wird leicht verletzt. Nach den ersten Ermittlungen waren durchgerostete Stahlträger die Ursache für den Absturz.

April 2011: In Frankfurt/Main bricht ein Balkon ab und kracht auf eine Garage. Niemand wird verletzt. Den Mieter waren schon vorher Risse aufgefallen.

Juli 2005: Bei einem Balkonabsturz in Brühl in Baden-Württemberg kommen drei Menschen ums Leben, darunter ein kleiner Junge. Zwei weitere Hausbewohner werden schwer verletzt. Der Balkon war 40 Jahre alt, 2008 wird ein Verfahren gegen den Architekten des Hauses gegen eine Geldbuße eingestellt.

September 2005: Ein Balkon mit 15 Menschen stürzt in Ulm etwa 2,45 Meter ab. Sechs Menschen fallen in die Tiefe, neun andere können sich noch am Geländer festhalten. Eine 40-jährige Frau und ein 39-jähriger Mann werden verletzt. Der hölzerne Balkon stürzte wegen des Gewichts der Menschen und des veralteten Materials ab.

August 2001: Beim Einsturz eines Balkons in Hahnweiler in Rheinland-Pfalz kommt ein 62-jähriger Mann ums Leben. Der hölzerne Balkon stürzt mit etwa 15 Menschen fünf Meter in die Tiefe. Außer dem Toten gibt es 14 Verletzte, darunter vier Schwerverletzte. Ursache des Unfalls war ein verfaulter und morscher Trägerbalken, außerdem war der Balkon von der Baubehörde nicht genehmigt gewesen.

Die Zahl der Angriffe auf Polizisten in Niedersachsen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden 1081 Einsatzkräfte Opfer von Körperverletzung. 2014 waren es 1191, 2013 sind es 886 gewesen. Das geht aus Zahlen hervor, die das Justizministerium vorgelegt hat.

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