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Umweltaktivist bekommt Naturschutzpreis

Beharrlichkeit wird ausgezeichnet Umweltaktivist bekommt Naturschutzpreis

Bei seinem gewaltfreien Kampf gegen die Jagd im Wattenmeer wurde der Emder Naturschützer oft attackiert. Für die Initiative Gänsewacht zum Schutz von jagdbedrohten Vögeln dokumentiert Eilert Voß Verstöße der Waidmänner. Für seine Beharrlichkeit wird der Naturschützer jetzt ausgezeichnet.

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Umweltaktivist Eilert Voß erhält einen Naturschutzpreis.

Quelle: dpa

Emden. Bei seinem gewaltfreien Kampf gegen die Jagd im Wattenmeer wurde der Emder Naturschützer oft attackiert. Für die Initiative Gänsewacht zum Schutz von jagdbedrohten Vögeln dokumentiert Eilert Voß Verstöße der Waidmänner. Für seine Beharrlichkeit wird der Naturschützer jetzt ausgezeichnet.

Beschimpft, bedroht, verletzt und verklagt: In 45 Jahren als Naturschützer hat Eilert Voß einiges erlebt. Bei seinem gewaltfreien Kampf gegen die Jagd im Wattenmeer wurde der Emder nicht nur verbal attackiert. 1989 verliert er beinahe ein Auge, als er vom Steinwurf eines Jägers getroffen wird. Als unbequemer Beobachter von umstrittenen Jagdszenen in einem Naturschutzgebiet wird Voß Jahre später wegen Jagdstörung angezeigt und zu einer Geldstrafe verurteilt. Doch er gibt nicht auf.

In diesen Tagen besetzt der Ostfriese wieder frühmorgens seinen Ausguck an der Ems. Für die Initiative Gänsewacht zum Schutz von jagdbedrohten Vögeln dokumentiert er mit Laptop und Kamera Verstöße der Waidmänner. Das sind Schüsse bei schlechter Sicht wie Nebel, Schneetreiben oder Dunkelheit, wenn geschützte Vogelarten nicht mehr erkennbar sind. Wie Voß fordert auch der Ökologische Jagdverband ÖJV das Verbot der Zugvogeljagd in Schutzgebieten an der Küste.

Für seine Beharrlichkeit wird Voß am Mittwoch von der Bremer Karl Kaus-Stiftung ausgezeichnet. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird für besondere Verdienste beim Schutz freilebender Tiere verliehen. Erster Preisträger war 1982 der renommierte Tierfilmer und Journalist Horst Stern. „Voß bekommt den Preis für seinen Mut. Er nimmt es auch mit der mächtigen und gut organisierten Jagdlobby auf“, begründet Joachim Seitz von der Bremer Stiftung die Preisvergabe. Selbst Gerichtsprozesse hätten Voß nicht abgehalten, die Zugvogeljagd an der Küste zu kritisieren und ihr Verbot zu fordern. „Viele reden viel und tun wenig - Eilert Voß macht es umgekehrt“, sagt Seitz.

Dabei hatte Voß ganz harmlos mit der Tierfotografie angefangen. Mit 22 Jahren näht er sich ein Tarnzelt, beobachtet daraus stundenlang Kampfläufer und Birkhühner und beginnt seine Sammlung eindrucksvoller Tierfotos. „Niemals hätte ich daran gedacht, eine Jägerprüfung zu machen und diese wundervollen Geschöpfe ins Jenseits zu befördern“, sagt der 66-Jährige im Rückblick. „Das waren Lehrstunden fürs Leben.“

Als Aktivist für den Naturschutz und Kämpfer gegen Umweltzerstörung macht sich Voß seitdem einen Namen über Ostfriesland hinaus. Im Widerstand gegen das umstrittene Dollarthafen-Projekt an der Emsmündung besetzt er 1981 mit niederländischen Umweltschützern eine selbstgebaute Protestplattform im Watt. 1986 demonstriert er beim Festakt zur Eröffnung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer gegen die Wattenjagd - an seiner Seite eine als Jäger „Bruno“ verkleidete Schaufensterpuppe.

Neben der Gänsewacht ist Voß auch im Wattenrat Ostfriesland aktiv, in dem sich verbandsunabhängige Naturschützer engagieren. Der Vater von zwei Söhnen setzt sich zudem für die Ems ein, die als Folge von Ausbaggerungen zunehmend verschlickt und biologisch verödet. Der Segler kennt das Flussrevier genau und geht dort mit eigenem Boot auf Fotopirsch. Touristische Motive hat er dabei nicht im Blick: „Ich mache aus den Fotos kein Geschäft, sondern setze sie als Waffe gegen die Schande der Landschaftsvernichtung ein.“

Enttäuscht ist Voß von der rot-grünen Landesregierung, die mit einer neue Jagdzeitenverordnung kaum Schutz für die empfindlichen Gebiete erreicht habe. „Er hat also noch genug zu tun“, sagt Stiftungsvorstand Seitz.

dpa

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