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Der Norden Deutsch lernen über Videokonferenz
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00:16 22.05.2016
Von Saskia Döhner
Digital Deutsch lernen: Videokonferenz mit Flüchtlingslager und Realschule in Cuxhaven: Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und Niculae Cantuniar von Ricoh Quelle: Holger Hollemann (dpa)
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Hannover

Seit April können Schulen in Osnabrück, Wesermarsch, Osterholz, Harburg, Schaumburg und Braunschweig bereits Tablets für ihre Sprachlernklassen mieten, meist für jeweils drei Monate. Ab Sommer kommen Göttingen, Cuxhaven, Rotenburg, Gifhorn, Salzgitter, Uelzen, Ammerland, Goslar und Diepholz hinzu. Insgesamt investiert das Land in die rund 600 Miet-Tablets 350000 Euro.

Wichtig sei dabei die enge Anbindung an die Sprachbildungszentren, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Donnerstag in Hannover. "Digitale Medien bieten Bild und Ton und damit ganz neue Lernmöglichkeiten, auch für Kinder, die bislang nicht in lateinischer Sprache alphabetisiert sind."

So könnten einfache Erklärvideos, in denen etwa öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn erläutert werden, den Flüchtlingen helfen, sich leichter im deutschen Alltag zurechtzufinden, sagte Klaus-Jürgen Buchholz von der Niedersächsischen Landesmedienanstalt. Auch die Lehrer der Sprachlernklassen sollen im Umgang mit elektronischen Medien geschult werden.  Geplant sind zudem Sprachlernapps fürs Handy. So könnten die Kinder zuhause weiterüben.

Solange Kinder in Erstaufnahmeeinrichtungen oder Notunterkünften leben, sind sie noch nicht schulpflichtig, sondern erst wenn die Familien dann auf die Kommunen verteilt werden. Damit sie aber schon möglichst früh Deutsch lernen, sollen ab dem nächsten Schuljahr zunächst in den Lagern in Cuxhaven-Altenwalde und Ehra-Lessien bei Gifhorn Sprachunterricht per Videokonferenz erprobt werden, später auch in Friedland. Dabei werden die ehrenamtlichen Lehrer in den Lagern immer eng mit regionalen Schulen zusammenarbeiten.

Die Technik dafür stellt Ricoh bis Ende des Schuljahres 2017/18 über den Verein N-21 kostenlos zur Verfügung. "Für uns als  Technologieunternehmen, das sich auf die Fahnen geschrieben hat, den digitalen Wandel im Bildungswesen voranzutreiben, ist dieses Projekt eine hervorragende Gelegenheit, um zwei wichtige Themen miteinander zu verbinden: So unterstützen wir nicht nur die mobile und digitale Sprachförderung, sondern leisten gleichzeitig einen nachhaltigen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen", sagte Ricoh-Manager Niculae Cantuniar.

Bislang hat sich das Unternehmen als Spezialist für digitale Klassenzimmer einen Namen gemacht, jetzt kommt Deutschunterricht per Videokonferenz hinzu. Eine erste Live-Videoschaltkonferenz zwischen Flüchtlingslager, der benachbarten Geschwister-Scholl-Realschule in Cuxhaven und der Kultusministerin in Hannover klappte  - bis auf einige Tonprobleme - nahezu reibungslos. Die Flüchtlingskinder zwischen sieben und 17 Jahren, die erst einige Wochen im Aufnahmelager sind, können sich schon mit Namen und Herkunftsland vorstellen.

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