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Der Norden Betreuerin sah keine Hinweise für Misshandlung
Nachrichten Der Norden Betreuerin sah keine Hinweise für Misshandlung
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19:33 21.12.2015
In Hamburg gedenken Menschen an den kleinen Tayler. Der zwölf Monate alte Junge starb eine Woche nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Quelle: Axel Heimken/dpa
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Hamburg

Nach dem Tod des kleinen Tayler in Hamburg hofft die Staatsanwaltschaft noch vor Weihnachten auf ein erstes Obduktionsergebnis. Der einjährige Junge starb vermutlich, weil er stark geschüttelt worden war. Das Ergebnis der Obduktion vom Sonntag liege aber noch nicht vor, sagte Oberstaatsanwalt Carsten Rinio am Montagabend. "Wir hoffen, dass wir noch vor Weihnachten zumindest ein vorläufiges Ergebnis bekommen."

Mutter ist auf freiem Fuß

Eine Woche hatten die Ärzte im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) um das Leben des Babys gekämpft, am Samstag war es gestorben. Ermittelt wird gegen die 22 Jahre alte Mutter des Kindes und ihren 26 Jahre alten Lebensgefährten, der nicht der Vater ist. Beide sind auf freiem Fuß. Der Mann befinde sich derzeit auf einer Urlaubsreise in Spanien und werde zu Jahresbeginn zurückerwartet, sagte Rinio. Es habe keine Haftgründe gegeben.

Tayler war schon einmal ins Krankenhaus gebracht worden: im August mit einem Schlüsselbeinbruch. Anschließend kam der Junge in eine Pflegefamilie. Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) und andere Kinderexperten berieten über den Fall. Der Verdacht auf Körperverletzung ließ sich damals nicht erhärten. Im Oktober kam das Kind darum zurück zur Familie. Die Mutter hatte angegeben, sie sei mit dem Baby im Arm vom Trampolin gefallen, hieß es in Medienberichten. Eine Anzeige wurde damals nicht erstattet, die Staatsanwaltschaft sei nicht informiert worden, sagte Rinio.

Betreuerin bemerkte blaue Flecken

Am 12. Dezember war Tayler dann ins UKE eingeliefert worden. Einen Tag zuvor hatte eine Mitarbeiterin des Rauhen Hauses, die die Familie sozialpädagogisch betreute, blaue Flecken bei dem Jungen gesehen. Diese habe sie der "wachsenden Mobilität" des Jungen zugeschrieben, sagte der Sprecher der Stiftung "Das Rauhe Haus" Uwe Mann van Velzen.

Das Kind habe Stehen und Laufen geübt und sei dabei auch immer wieder umgefallen. Die Mitarbeiterin halte auch jetzt an dieser Auffassung fest. Sie habe keine anderen Stellen wie das Jugendamt oder das Kinderkompetenzzentrum des UKE informiert, berichteten mehrere Medien übereinstimmend.

"Es gab eine gute Entwicklung"

Die erfahrene Mitarbeiterin habe die Familie seit dem 21. August betreut. "Seitdem gab es keine Auffälligkeiten", sagte van Velzen. "Es gab eine gute Entwicklung. Die Mutter hat sich liebevoll um die Kinder gekümmert." Ihr Lebensgefährte sei als eher stabilisierender Faktor wahrgenommen worden.

Sozialsenatorin Leonhard sagte, es scheine Parallelen zu früheren Fällen zu geben. Jetzt müsse zunächst die Jugendhilfeinspektion – also die Innenrevision für die Jugendämter – den Fall untersuchen.

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