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Der Norden Zu wenig Bewerber: Städtetag will Erzieher-Ausbildung verkürzen
Nachrichten Der Norden Zu wenig Bewerber: Städtetag will Erzieher-Ausbildung verkürzen
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00:35 09.06.2018
Wer spielt mit? In den Kindergärten fehlen die Erzieher. Nun wird in Niedersachsen über neue Formen der Ausbildung nachgedacht. Quelle: dpa
Hannover

Mehr als 1500 offene Erzieherstellen gibt es in Niedersachsen. Viele Kindergärten berichten, dass sie kaum Bewerber finden – Träger versuchen deshalb schon, sich gegenseitig Mitarbeiter abzuwerben. Es komme vor, dass ein Kindergarten geschlossen bleibt, weil nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung steht, sagt Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD). „Wenn das ein paar Tage so geht, dann haben wir die protestierenden Eltern vor dem Rathaus.“

Um Abhilfe zu schaffen, muss man nach Auffassung von Mädge, der auch Präsident des Niedersächsischen Städtetags ist, neue Wege in der Erzieherausbildung gehen. „Wir brauchen die Fachkräfte schneller in den Einrichtungen“, mahnte der Oberbürgermeister am Mittwoch bei einer Fachtagung zum Thema. Dabei gehe es nicht darum, die vierjährige vollschulische Ausbildung für Erzieher abzuschaffen, sondern sie um neue Modelle zu ergänzen.

„Wir wollen keine Hausfrauen in den Kitas, Qualität ist wichtig“, sagte Mädge. Vier Jahre Schule, für die an privaten Schulen auch noch Schulgeld bezahlt wird – das sei allerdings für viele junge Menschen nicht sonderlich attraktiv. Vor einigen Jahren habe man noch darüber nachgedacht, ein Erzieher-Studium einzuführen, heute sei klar, dies wäre der falsche Weg: „Wir müssen dahin, wo die Nachwuchskräfte von morgen sind, in die Real- und Oberschulen.“

Der Städtetag schlägt – nach dem Vorbild von Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Baden-Württemberg – eine dualisierte Ausbildung vor, die drei Jahre dauert und vergütet wird. Der Praxis- und der Theorieanteil soll jeweils bei 2400 Stunden liegen. Abiturienten und Quereinsteiger würden im ersten Ausbildungsjahr 918, im dritten 1014 Euro pro Monat erhalten, Realschüler zwischen 734 und 811 Euro.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) ging nicht direkt auf die Vorschläge ein. Er verwies darauf, dass derzeit 14. 000 Schüler in der Ausbildung zu Erziehern seien – so viele nie noch nie. Ab August wird es noch mal 500 weitere Ausbildungsplätze geben. Das Schulgeld soll ab 2019 abgeschafft werden, wenn der Finanzminister zustimmt. Und ja, es sollen auch berufsbegleitende, vergütete Ausbildungsmodelle entwickelt werden.

Von Saskia Döhner

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