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Der Norden Hamburg ringt um eine Entscheidung
Nachrichten Der Norden Hamburg ringt um eine Entscheidung
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21:26 23.10.2015
„Entscheidung sollte auf möglichst vielen Schultern ruhen“: Hamburg plant das Olympiastadion in Hafennähe Quelle: dpa
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Hamburg

Und auch in Niedersachsen wird die Entscheidung mit Spannung erwartet, denn an einigen Sportstätten des Landes würde in neun Jahren ebenfalls die Fahne mit den Olympischen Ringen wehen. Unter anderem sollen die Vielseitigkeitsreiter in Luhmühlen an den Start gehen, Fußballspiele würden auch in Hannover und Wolfsburg angepfiffen, und die Schützen sollen in Garlstorf anlegen.

Hamburgs Landeswahlleiter Willi Beiß schickte am Freitag in einem Postzentrum die ersten weißen DIN-A4-Briefe mit den Unterlagen für das Referendum per Knopfdruck auf den Weg. Die Wahlunterlagen sollen bis zum 7. November zugestellt sein. Die Bürger müssen ihr Votum - Ja oder Nein - bis zum 29. November abgeben. Danach werden die Stimmen in den Bezirksämtern und Wahlstellen ausgezählt.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Hansestadt müssen sich an das Votum halten. Die Hamburger hätten „das entscheidende letzte Wort“, sagte Beiß. „Diese wichtige Entscheidung sollte auf möglichst vielen Schultern ruhen.“ Er rief die Bürger dazu auf, sich am Volksentscheid zu beteiligen. „Man kann die Abstimmung zum Olympia-Referendum bequem zu Hause vornehmen.“

Setzen sich die Gegner durch, ist eine Bewerbung für 2024 hinfällig. Setzen sich die Befürworter durch, läuft die Bewerbung bis zur Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Sommer 2017 in Lima (Peru) weiter. Bei einer Umfrage im September waren 63 Prozent der Hamburger und 66 Prozent der Deutschen für die Sommerspiele an der Elbe.

Hamburgs Wahlleiter hofft beim Referendum auf eine „deutlich höhere“ Wahlbeteiligung als beim Volksentscheid zur Schulreform 2010 - damals gaben 39,3 Prozent ihre Stimme ab. „Mindestens 50 Prozent“ sei diesmal sein Ziel, sagte Beiß.

Außer dem Stimmzettel gehören Briefwahlunterlagen ebenso zur Post wie ein Informationsheft. Darin erläutert der Senat, warum er die Spiele in der Stadt ausrichten möchte. Zudem sind Stellungnahmen der in der Bürgerschaft vertretenen Fraktionen von SPD, CDU, FDP, Grünen, Linken und AfD aufgeführt sowie der Volksinitiative „Stop Olympia“.

Für die Umsetzung der Olympiapläne bis 2024 hat die Stadt 11,2 Milliarden Euro Kosten angesetzt, 7,4 Milliarden wären vom Steuerzahler zu tragen. Hamburg will maximal 1,2 Milliarden Euro übernehmen und fordert, dass der Bund 6,2 Milliarden Euro beisteuert. Am 29. November entscheiden auch die Bürger in Kiel, ob in ihrer Stadt die olympischen Segelwettbewerbe ausgetragen werden sollen. Sie sollen von kommenden Mittwoch an ihre Unterlagen erhalten.

Der DOSB war im November 2013 mit einer Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022 gescheitert. In München, Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden sprach sich jeweils eine Mehrheit gegen eine Bewerbung aus.

Rückendeckung aus Niedersachsen

Die Hamburger Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 wird von der regionalen Wirtschaft im Raum Lüneburg-Wolfsburg unterstützt. Rund 40 Kommunen, Institutionen, Fraktionen, Sportverbände und Unternehmen haben eine „Luhmühlener Erklärung“ unterzeichnet. In dem Papier werden die positiven Auswirkungen der Bewerbung auf Stadtentwicklung, Infrastruktur, Tourismus, Handel, Gewerbe, Sport und Kultur in Niedersachsen betont. „Damit senden wir aus unserer Region heraus ein starkes Signal in Richtung Hamburg vor dem Hintergrund des anstehenden Referendums“, teilte Martin Exner mit, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Industrie und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg. Ziel der Luhmühlener Erklärung sei es, „die Spiele sowohl zu einem attraktiven sportlichen Event als auch zu einem wirtschaftlichen Erfolg für alle Beteiligten werden zu lassen.“

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