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Bischof Trelle wird 75 und geht in Ruhestand

Feier am Dienstag Bischof Trelle wird 75 und geht in Ruhestand

Von einer Rente mit 67 können katholische Bischöfe nur träumen, denn die Pensionsgrenze ist bei bei 75 Jahren festgesetzt. Insofern feiert Norbert Trelle, der 70. Bischof von Hildesheim, am Dienstag einen besonderen Geburtstag. Trelle wird 75 Jahre alt und tritt höchstwahrscheinlich am Sonnabend in den Ruhestand.

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Wird Dienstag 75 Jahre alt: Hildesheims Bischof Norbert Trelle.

Quelle: Julian Stratenschulte

Hannover. Dass der Papst sein Rücktrittsgesuch nicht angenommen hat, sondern seinen Arbeiter im Weinberg des Herrn noch ein paar Jahre weiterarbeiten lässt, gilt als unwahrscheinlich. Denn in letzter Zeit hat der Vatikan kaum Ausnahmen von der Regel gemacht, dass Bischöfe mit 75 emeritiert werden. Es wäre auch schwer zu erklären, warum ein Oberhirte weiterarbeiten muss, während der andere gehen darf. Oder umgekehrt.

Domsanierung als Glanzstück

Trelle leitet das Bistum seit gut elf Jahren. „Die Menschen werden mich als Bischof erleben, der nicht als Oberfinanzdirektor nach Hildesheim gekommen ist“, sagte der Theologe auf seiner ersten Pressekonferenz in Niedersachsen. Da war er gefragt worden, ob er den Sparkurs seines Vorgängers Josef Homeyer weiterverfolgen müsse.

Er ist stets ein hinhörender Seelsorger geblieben, hat aber zuweilen doch den Oberfinanzdirektor spielen müssen. So beschloss das Bistum in einem umfangreichen Prüfungsprozess, sich von vielen sanierungsbedürftigen Immobilien zu trennen und Gemeinden in großem Stil zusammenzulegen. „Ein Vorgang, der schmerzt“, kommentierte Trelle. Aber der Priestermangel wie auch die sinkende Zahl der Gläubigen ließen dem Bistum kaum einen anderen Weg, als seine Kräfte zu bündeln. Etwa 350 Gemeinden hatte die Diözese Hildesheim zu Trelles Amtsantritt, heute sind es nur noch 119. Die Zahl der Mitglieder schrumpfte von 657.000 auf 611.000.

In der ersten Zeit seines Wirkens habe der Mann aus Köln noch etwas in Niedersachsen gefremdelt, heißt es am Hildesheimer Domhof. Denn der Kölner Weihbischof Trelle, einer von vier, die der damalige Kardinal Erzbischof Joachim Meisner um sich versammelt hatte, kam aus einer doch sehr katholisch geprägten Gegend in die niedersächsische Diaspora-Situation, wo die Katholiken in der Minderheit sind - selbst in der Domstadt Hildesheim, in der etwas mehr Protestanten als Katholiken leben. Dabei ist Hildesheims Image wesentlich vom Dom und dem Bischofssitz geprägt, wie man 2015 auch bei den Feiern zum 1200-jährigen Bestehen des Bistums und der Domstadt spürte - eine Glanzzeit in Trelles Erinnerung.

Vor allem der unter Trelle gefasste Beschluss, trotz aller finanziellen Widrigkeiten den nach dem Zweiten Weltkrieg mit Mängeln wiederaufgebauten Dom gründlich zu sanieren, erwies sich auch im Nachhinein als richtig. Er ist (neben der grundsanierten evangelischen Michaeliskirche) zu einem Besuchermagnet geworden - und ein architektonisches und geistliches Juwel.

Menschenfreund Trelle hat sich als Fürsprecher für Migranten einen Namen gemacht. Der eher unpolitische Geistliche, der Konflikte eigentlich nicht mag, scheute wegen inhumaner Nachtabschiebungen auch nicht die Auseinandersetzung mit dem Innenminister und sorgte gleich zu Beginn seiner Amtszeit für ein Aufhorchen.

Missbrauchsaffäre warf Schatten

Wie ein Schatten haben sich allerdings einige Missbrauchsaffären aus früheren Jahren auf Trelles Amtszeit gelegt. Vor allem in der Affäre um den ehemaligen Priester Peter R., der auch nach seiner Pensionierung noch übergriffig war, agierte das Bistum öffentlich ungeschickt und schaltete erst spät ein unabhängiges Institut ein, das die Vorfälle differenziert darlegen soll. Die Ergebnisse dieses Gutachtens sollen erst nach der Verabschiedung des Bischofs veröffentlicht werden. Trelle haben die Vorfälle nach eigenen Worten stark erschüttert.

Aufleben lassen ihn Gottesdienste mit Scharen von Jugendlichen und das direkte Gespräch mit ihnen. Da kann er einer jugendlichen Fragestellerin auch einmal anvertrauen, dass er vor seinem Beschluss, Theologie zu studieren und zölibatär zu leben, auch mal eine Freundin gehabt habe, eine Ferienfreundschaft.

Norbert Trelle wird in Hildesheim wohnen bleiben. Mit seiner Zwillingsschwester und einer weiteren Schwester hat er unweit des Domhofes zwei Wohnungen bezogen. Seinen Geburtstag feiert er am heutigen Dienstag mit einem Gottesdienst im Bischofshaus und seinen Mitarbeitern, nachmittags im Kreise seiner Angehörigen.

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