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Brandanschlag auf „Hamburger Morgenpost“

Staatsschutz ermittelt Brandanschlag auf „Hamburger Morgenpost“

Der oder die Brandstifter kamen im Schutz der Dunkelheit. Mit einem Brandsatz wurde in der Nacht ein Feuer im Gebäude der „Hamburger Morgenpost“ entfacht. Die Motive für die Tat sind noch unbekannt.

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Auf das Gebäude der „Hamburger Morgenpost“  ist in der Nacht zum Sonntag ein Brandanschlag verübt worden.

Quelle: Bodo Marks/dpa

Hamburg. Auf das Gebäude der „Hamburger Morgenpost“ („Mopo“) ist in der Nacht zum Sonntag ein Brandanschlag verübt worden. Unbekannte warfen nach Erkenntnissen der Polizei von einem Hinterhof aus mehrere Steine und mindestens einen Brandsatz in das Archiv der Boulevardzeitung. Da sich gegen kurz vor 2.30 Uhr keine Menschen in dem Haus aufhielten, wurde niemand verletzt. Akten und Zeitungsausgaben verbrannten aber.

Kurz nach dem Anschlag nahm die Polizei zwei 35 und 39 Jahre alte Männer in einer S-Bahn fest, die zuvor im Bahnhof Bahrenfeld - wenige Hundert Meter vom „Mopo“-Gebäude entfernt - vor Beamten davongelaufen waren. Ob sie mit der Brandstiftung im Zusammenhang stehen, untersuche der Staatsschutz, teilte die Polizei am Sonntagmittag mit.

Auf das Gebäude der „Hamburger Morgenpost“ ist ein Brandanschlag verübt worden. Nach Angaben der Polizei hätten Unbekannte von einem Hinterhof aus Steine und einen Brandsatz in das Archiv der Zeitung geworfen. Niemand wurde verletzt.

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Die „Morgenpost“ hatte nach dem Terroranschlag in Paris islamkritische Karikaturen des Satiremagazins „ Charlie Hebdo" auf ihrer Titelseite mit der Schlagzeile nachgedruckt: „So viel Freiheit muss sein!“ Es gebe derzeit keine Fakten darüber, dass der Anschlag damit in Verbindung stehe, sagte Polizeisprecherin Karina Sadowsky. „Es gibt noch keine Erkenntnisse, keine Bekennerschreiben oder andere Hinweise.““

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) äußerte sich am Rande einer Sonderkonferenz von EU-Innenministern in Paris zurückhaltend. Es sei klug, „erst Informationen zu bestätigen, wenn sie wirklich sicher sind“. Daher wolle er über die Motivation und die Dimension der Vorgänge keine Auskünfte geben. „Der Vorfall zeigt allerdings, dass wir Grund zur Sorge haben und zur Wachsamkeit. Und bei beidem wird es bleiben.“

„Mopo“ will ihrer Linie treu bleiben

Die Beschäftigten der „Hamburger Morgenpost“ sind nach den Worten von Chefredakteur Frank Niggemeier schockiert. Die Zeitung will ihrer Linie aber treubleiben. „Wir werden jetzt weder in Panik noch in Hysterie verfallen“, sagte Niggemeier. Den Nachdruck der Karikaturen bedauerte er nicht: „Wir halten dieses Bekenntnis zur Presse- und Meinungsfreiheit nach wie vor für richtig und wichtig.“

Bürgermeister Olaf Scholz und Innensenator Michael Neumann (beide SPD) stärkten bei einem Besuch der Belegschaft den Rücken und informierten sich über die Lage. „Presse- und Meinungsfreiheit gehören zum Fundament, auf dem die Demokratie ruht. Jeder Angriff auf diese Freiheiten ist in seiner Wirkung und unabhängig von fragwürdigen Motiven ein Angriff auf die Demokratie“, erklärte Scholz, der den Beschäftigten die Unterstützung der Stadt zusicherte.

Zahlreiche Menschen - auch aus dem Ausland - sowie Hamburger Parteien, Gewerkschaften und Medien bekundeten ihre Solidarität mit dem Blatt. Die Landespressekonferenz (LPK) bezeichnete die Tat als „feigen und hinterhältigen Terrorakt gegen die Pressefreiheit“. Die Kollegen der „Mopo“ könnten sich der Solidarität aller Journalisten in Hamburg sicher sein, erklärte der LPK-Vorsitzende Jürgen Heuer. „Die Medien werden sich nicht einschüchtern lassen.“

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos sagte in Brüssel, dieser neue Angriff unterstreiche, dass umfassender Respekt für die Meinungs- und Pressefreiheit nötig ist. „Wir werden unsere Werte verteidigen.“

Angriff auf das „Herzstück der Demokratie“

CDU-Landeschef Marcus Weinberg erklärte, wer die „Mopo“ angreife, greife die ganze Stadt Hamburg an. Der Fraktionsvorsitzende und Oppositionsführer Dietrich Wersich betonte: „Wer auch immer hinter dem Brandanschlag auf die „Hamburger Morgenpost“ steckt: Gewalt - auch gegen Sachen - darf kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein.“ SPD-Fraktionschef Andreas Dressel äußerte sich ähnlich: „Ganz gleich, welche wirren Absichten hinter dieser Tat auch stehen, solch ein Übergriff zielt direkt auf die Meinungs- und Pressefreiheit - und damit auf das Herzstück unserer Demokratie.“

Die Hamburger Grünen-Chefin Katharina Fegebank twitterte: „Was ist bloß mit der Welt los? Brandanschlag auf @mopo. Kann es nicht glauben. Bleibt stark!“ FDP-Fraktionschefin Katja Suding bezeichnete den Brandanschlag als „feigen kriminellen Akt“. Auch die Linkspartei drückte ihre Solidarität mit dem Boulevardblatt aus. Die Zeitung selbst dankte im Internet den Menschen für ihre „Rückendeckung“.

Im Hinterhof des Verlagsgeländes lag am Sonntagvormittag ein großer Haufen verkohlter Akten und Zeitungsausgaben. Ein Ausdehnen des Feuers vom Archiv auf weitere Räume hatte die Feuerwehr verhindert.

dpa

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