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Staatsanwältin fordert lange Haftstrafen

Brandstifter von Salzhemmendorf Staatsanwältin fordert lange Haftstrafen

Im Prozess um den Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Salzhemmendorf hat die Staatsanwaltschaft am Freitag lange Haftstrafen für die drei Angeklagten gefordert. Der Werfer des Brandsatzes soll acht Jahre in Haft, die Mitangeklagten sieben und vier Jahre. Das Urteil wird für Mitte März erwartet.

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Die drei Angeklagten im Landgericht Hannover.

Quelle: dpa

Hannover. Erst hörten sie Rechtsrock, betranken sich und schimpften über "Scheiß-Asylanten", dann wollten sie ein Flüchtlingsheim brennen sehen: Im Prozess um den Brandanschlag von Salzhemmendorf hat die Staatsanwaltschaft am Freitag lange Freiheitsstrafen für zwei der drei Angeklagten gefordert. Für den 31 Jahre alten Werfer des Molotowcocktails verlangte Staatsanwältin Katharina Sprave am Freitag im Landgericht Hannover eine achtjährige Freiheitsstrafe wegen versuchten Mordes. Sein 25 Jahre alter Kumpel soll als Mittäter für sieben Jahre ins Gefängnis. Für die 24-jährige Frau, die beide Männer zum Tatort fuhr, hält Sprave vier Jahre und zwei Monate Haft wegen Beihilfe zum versuchten Mord für angemessen.

Der von den Männern in der Garage des 31-Jährigen gebaute Brandsatz flog in der Nacht zum 28. August 2015 durch ein geschlossenes Fenster und landete in der Wohnung einer Familie aus Simbabwe. Nur weil der Junge im Zimmer seiner Mutter schlief, wurde niemand verletzt. "Wir haben hier einen gezielten Angriff auf die Wohnung mit den dunkelhäutigen Personen", sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Dies belegten auch die auf der Rückfahrt im Auto gefallenen Sprüche wie "Wenn der Neger brennt, feiere ich richtig". Die Opfer litten psychisch schwer unter den Folgen der Tat.

Von dem Landgericht Hannover hat der Prozess um den Brandanschlag von Salzhemmendorf begonnen.

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Die beiden Angeklagten hatten beim Prozessauftakt ein fremdenfeindliches Motiv abgestritten und die Tat darauf zurückgeführt, dass sie sturzbetrunken waren. Die Staatsanwaltschaft sieht dagegen wie der psychiatrische Gutachter zuvor keine erhebliche Einschränkung der Steuerungsfähigkeit. So habe der 25-Jährige, der bei der Freiwilligen Feuerwehr war, noch vor der Tat seinen Pieper geholt, damit seine jüngeren Geschwister nicht aufwachen und später bei den Löscharbeiten geholfen. Der 31-Jährige habe vor dem Haus die Anweisung seines Kumpels befolgt, nicht in das linke Fenster zu zielen, damit es "auch die Richtigen trifft".

In dem rund einstündigen Plädoyer zählte die Staatsanwältin zahlreiche Belege für die rechtsextreme Gesinnung der Männer auf, zum Beispiel Nachrichten aus dem Chat-Room "Garage Hakenkreuz". Bei der 24-Jährigen sei dagegen Fremdenfeindlichkeit nicht als treibendes Motiv festzustellen, sagte Sprave. Allerdings habe die nicht vorbestrafte Mutter von zwei kleinen Kindern den Mordversuch erst ermöglicht, indem sie ihre betrunkenen Freunde zum Tatort fuhr. "Wären Sie nicht gewesen, säßen wir heute nicht hier", sagte die Juristin. Die Plädoyers werden am 14. und 16. März fortgesetzt. Für den 17. März ist die Urteilsverkündung geplant.

dpa/epd

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