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Terror stoppt Karneval in Braunschweig

Live-Ticker zum Nachlesen Terror stoppt Karneval in Braunschweig

Der Karnevalsumzug in Braunschweig ist kurz vor dem Start wegen Hinweisen auf mögliche Anschläge abgesagt worden. Es gebe konkrete Hinweise auf eine Anschlagsgefahr mit islamistischen Hintergrund, hieß es von den Sicherheitsbehörden. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen im Live-Ticker.

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Kein Alaaf und kein Helau: Wegen Terrorwarnung hat Braunschweig seinen Karnevalsumzug abgesagt.

Quelle: dpa (Archiv)

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  • Der Karnevalsumzug in Braunschweig ist am Sonntag kurz vor dem Start wegen Hinweisen auf mögliche Terroranschläge abgesagt worden. Der Hinweis kam nach HAZ-Informationen vom Verfassungsschutz.
  • Zum Braunschweiger Karneval, dem sogenannten "Schoduvel", waren bis zu 250.000 Besucher worden. Das Spektakel gilt als der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands. Derzeit feiern die Karnevalisten in der Stadthalle.

Der Karnevalsumzug in Braunschweig ist kurz vor dem Start wegen Hinweisen auf mögliche Anschläge abgesagt worden. Ein Blick in die leeren Straßen der Innenstadt.

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+++ Keine Gefahr für Rosenmontagszüge in NRW: Mit den Rosenmontagszügen erreicht der Straßenkarneval in den rheinischen Hochburgen am Montag seinen Höhepunkt. Vor allem in Köln und Düsseldorf werden Hunderttausende Jecken erwartet, die am Straßenrand jubeln und auf "Kamellejagd" gehen. Die Behörden sehen trotz der Anschläge von Kopenhagen und den Terrordrohungen von Braunschweig keine besondere Gefahr für die Umzüge in NRW. Die Motivwagen des Düsseldorfer Zuges (Start um 12.30 Uhr) sind traditionell noch streng geheim. In Köln, wo der Zug in diesem Jahr schon um 10.11 Uhr startet, werden 30 Prunk- und Persiflagewagen durch die Straßen rollen.

+++ Pistorius spricht von konkreten Hinweisen: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat sich am späten Nachmittag zu der Absage geäußert. Diese sei "leider absolut notwendig" gewesen, auch wenn es ein "massiver Schritt" gewesen sei. In der Mitteilung des Ministeriums hieß es weiter: "Wenn es konkrete Hinweise darauf gibt, dass Menschen gefährdet sein könnten, muss die Sicherheit dieser Menschen Vorrang haben. (...) Ein positives Großereignis sollte offenbar Ziel verblendeter Terroristen werden."

+++ Hinweis kam vom Verfassungsschutz: Der Hinweis auf einen möglichen Terroranschlag auf den Karnevalsumzug in Braunschweig kam vom Verfassungsschutz. Nach HAZ-Informationen unterrichtete dieser die Polizei am Samstag gegen 22 Uhr.

+++ Straßen sind wieder frei: Die Polizei hat die Absperrungen in der Stadt wieder aufgehoben, alle Straßen und Plätze sind wieder frei. Die Polizei hatte zuvor zwei verdächtige Gegenstände gestoßen – einen Karton und eine Thermoskanne. Beide stellten sich jedoch als ungefährlich heraus. "Gerüchte, nach denen es Schießereien oder Bombenfunde in Braunschweig gegeben habe, entbehren jeder Grundlage", sagte die Polizei.

+++ Landesbischof ruft zu Besonnenheit auf:  Der braunschweigische Landesbischof ChristophMeyns hat nach der Absage des Braunschweiger Karnevals zu Besonnenheit aufgerufen. "Wir dürfen uns nicht von einzelnen, ideologisch fehlgeleiteten Terroristen in die gesellschaftliche Konfrontation führen lassen", sagte der evangelische Bischof. "Mit großer Besorgnis haben wir heute festgestellt, wie nahe die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus auch in Braunschweig ist", sagte Meyns. "Dass ein fröhliches Volksfest vor heimtückischen Anschlägen geschützt werden muss, trifft uns in unseren Vorstellungen von einem friedlichen Miteinander aller Menschen in unserer Region. Egal, wo sie herkommen und egal, was sie glauben." Es sei bedrückend, dass ein derartiger Eingriff in die Freiheit durch die Sicherheitsbehörden notwendig sei.

+++ "Trauriger Tag für demokratische Gesellschaft": Der Oberbürgermeister von Braunschweig, Ulrich Markurth (SPD), ist wie viele Braunschweiger getroffen von der Absage: "Es ist auch ein trauriger Tag für unsere demokratische Gesellschaft. Die Einschätzung der Polizei ließ eine andere Entscheidung allerdings nicht zu", sagte er.

Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD).

Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD).

Quelle: dpa

+++ Musiker spielen nach Absage in Langenhagen: Unverrichteter Dinge sind 20 Mitglieder des Musikcorps Langenforth wieder aus Braunschweig nach Hause gefahren. Die Langenhagener Musiker hatten sich auf ihren Karnevalszug durch die Löwenstadt richtig gefreut, sagt Corps-Chefin Andrea Schneevoigt. Das Ensemble war um 10 Uhr aufgebrochen. Nach ihrer Ankunft hatten sie bereits ihre Instrumente ausgepackt. Doch gegen 11 Uhr folgte dann die Absage. "Das ist sehr traurig", sagt Schneevoigt. Doch die Musiker machen das beste aus der Situation. Statt in Braunschweig zu musizieren, nutzte das Ensemble den Geburtstag eines Vereinsmitglieds, um dann eben in Langenhagen noch einmal aufzuspielen. "So war der Tag doch nicht ganz umsonst", meinte die Leiterin des Musikcorps Langenforth. 

+++ Karnevalisten wollen Zeichen setzen: Die Verunsicherung ist ihnen anzumerken, dennoch wollen die Karnevalisten in Braunschweig sich nicht unterkriegen lassen und feiern in der Stadthalle. "Wir sind hier um Flagge zu zeigen", sagt Kurt Gliwitzky gegenüber unserem Reporter Kristian Teetz. "Wir lassen uns die Freiheit nicht nehmen. Ich habe keine Angst, heute nicht und auch nicht über den Tag hinaus."

Kurt Gliwitzky, Karnevalist aus Braunschweig.

Kurt Gliwitzky, Karnevalist aus Braunschweig.

Quelle: Teetz

+++ Muslime in Braunschweig sind "fassungslos": Die Islamische Gemeinschaft Braunschweig e.V. (IGB) hat sich "sehr betroffen" von der Absage gezeigt. Gegenüber dem NDR sagte Sadiqu Al-Mousllie von der IGB, man sei fassungslos über Drohungen und die Absage des Karnevalszugs. "Die verständliche Unsicherheit der Braunschweiger Nicht-Muslime ruft Misstrauen gegenüber den Braunschweiger Muslimen hervor, denn nicht jeder weiß, dass Islam nicht Terror ist und Terror nicht Islam", hieß es weiter.

+++ Gesamtbewertung der Gefahrenlage in Niedersachsen: Die Absage des Karnevalsumzuges wird auch für künftige Veranstaltungen und Demonstrationen in Braunschweig eine Rolle spielen. "Natürlich werden wir vor diesem Hintergrund auch die für Sonntag geplante Bragida-Kundgebung neu bewerten müssen", sagte Polizepräsident Michael Pientka auf einer Pressekonferenz um 14.30 Uhr. Zudem wolle man anhand der Informationen, die während der Ermittlungen zu dem konkreten Anschlag gesammelt werden, eine Gesamtbewertung der Gefahrenlage in ganz Niedersachsen, aber natürlich auch in Braunschweig, durchführen. Was die möglichen Terroristen während des größten Karnevalsumzuges in Niedersachsen genau geplant hatten, wissen die Ermittler nach eigener Angabe nicht. "Die konkrete Art der Ausübung ist uns nicht bekannt", sagt Pientka.

Braunschweigs Polizeipräsident Michael Pientka.

Braunschweigs Polizeipräsident Michael Pientka.

Quelle: dpa

+++ Polizeipräsident Pientka: "Die Sicherheit in der Stadthalle ist gewährleistet."

+++ Polizeipräsident Michael Pientka:   "Das ist sehr bitter. Traditionsveranstaltung, die seit einem Jahr vorbereitet wurde. Wir haben vor diesem Hintergrund die Entscheidung nicht leicht gemacht." Er ergänzt: "Der Hinweis kam von einem Zeugen aus der islamistischen Szene. Die Informationen stammen von einer Person, die wir kennen und die wir auch einschätzen können. Festnahmen hat es nicht gegeben. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet."

+++ Hannover ermittelt weiter: Das Verfahren wird an die Staatsanwaltschaft Hannover weitergegeben, hieß es auf der Pressekonferenz der Behörden in Braunschweig. Hannover ist die Zentralstelle für Terrorermittlung in ganz Niedersachsen.

+++ Polizeipräsident Pientka erklärt Entscheidung der Polizei: „Die Gefährdung bezieht sich auf den heutigen Tag, die heutige Veranstaltung in Braunschweig und nicht darüber hinaus. Diese konrekten Hinweise haben uns gestern Abend um 22 Uhr erreicht. Wir haben versucht die Information weiter zu hinterfragen und zu verdichten, das ist heute Nacht gelungen, das war heute Morgen die Entscheidungsgrundlage für die Absage.“, sagte der Polizeipräsident Michael Pientka der Polizeidirektion Braunschweig bei der offiziellen Pressekonferenz. "Es ist von einem schädigenden Ereignis die Rede gewesen", konkretisierte Pientka.

+++ 14.30 Uhr: Pressekonferenz in Braunschweig zur Absage des Karnevalszumzuges beginnt

+++ Landesweite Ermittlungen: Ob neben dem Anschlag, der in Braunschweig geplant war, auch eine konkrete Gefahr für andere Städte in Niedersachsen besteht, ist unklar. „Es ist noch zu früh, um über Hintergründe und mögliche Verbindungen in andere Städte zu spekulieren“, sagt der Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums Matthias Eichler der HAZ. Auch die Polizei verweist auf die laufenden Ermittlungen. „Wir haben natürlich ein Verfahren eingeleitet, nachdem die konkrete Gefahr in Braunschweig abgewendet werden konnte“, sagt Polizeisprecher Thomas Geese. Die Ermittlungen, die am Sonnabend nach dem Eingang der Hinweise aus Staatsschutzquellen eingeleitet wurden, werden derzeit mit Hochdruck vorangetrieben.

+++ „Eine Katastrophe für den Karneval“: „Das ist eine unglaubliche Katastrophe für den Karneval“, sagt der Präsident der Lindener Narren, Martin Argendorf. „Wenn man einen Tag vor der Absage des viertgrößten Karnevalsumzug Deutschlands an einem kleinen Umzug teilgenommen hat, dann macht man sich schreckliche Gedanken. Die Freude und Frohsinn dürfe den Menschen jetzt nicht genommen werden.“ Argendorf sorgt sich nun um die Karnevalsumzüge im Rheinland.

+++ Stephan Weil äußert sich auf Twitter:


+++ Islamische Gemeinschaft distanziert sich von Anschlagsdrohung: Die Islamische Gemeinschaft Braunschweig äußert sich in einer Pressemitteilung: Sie zeigt sich sehr betroffen und fassungslos über diese Drohungen und die Absage des Karnevalszugs. Weiter heißt es: „Die Muslime sehen sich von mehreren Seiten betroffen und rufen alle auf, Folgendes zu beachten: Die Extremisten unterscheiden in ihren Aktionen nicht zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen. Die verständliche Unsicherheit der Braunschweiger Nicht-Muslime ruft Misstrauen gegenüber den Braunschweiger Muslimen hervor, denn nicht jeder weiß, dass Islam nicht Terror ist und Terror nicht Islam. Die Islamische Gemeinschaft Braunschweig verurteilt solches extremistisches Gedankengut, weil es das Zusammenleben zerstören will. Wir stehen entschieden dagegen und lehnen es ab, unsere Religion in jeglicher Sicht missbrauchen zu lassen.“

+++ Keine Gefahr für die Braunschweiger:  Eine konkrete Bedrohung besteht nach Informationen der Polizei derzeit nicht. „Viele Leute melden sich derzeit bei uns, um zu fragen, ob es gefährlich sei, sich in der Braunschweiger Innenstadt aufzuhalten“, sagt der Braunschweiger Polizeisprecher Geese. „Da der Umzug aber nicht stattfindet, gibt es den Anlass für eine mögliche Gefahrenlage derzeit nicht.“ Die Straßen seien nicht gesperrt und es bestehe auch keine Gefahr für die Anwesenden. Darüber informieren unsere Kollegen, die eigentlich für den Umzug gekommen waren, derzeit die Bevölkerung, so Geese, der Meldungen über Schießereien oder Bombenfunde in Braunschweig widerspricht: „Wir haben weder Bomben gefunden, noch kam es zu Auseinandersetzungen mit Waffen."

+++ Polizei bezieht sich auf zuverlässige Quelle: Nach Informationen gingen die Hinweise auf den möglichen Anschlag Sonnabend gegen 22 Uhr aus „einer Quelle ein, die als sehr zuverlässig einzuschätzen ist“ bei der Polizei ein. „Uns wurde nicht eine SMS geschickt und es hat sich auch kein anonymer Anrufer gemeldet, wie es häufiger einmal vorkommt“, erklärt der Braunschweiger Polizeisprecher Thomas Geese, der aus ermittlungstaktischen Gründen nichts Näheres sagen will. Anschließend habe man die Hinweise überprüft und daraufhin am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr den Entschluss gefasst, den Schoduvel abzusagen.

+++ Keine Absage in Mainz: Trotz erhöhter Alarmbereitschaft der Polizei soll der Rosenmontagszug in Mainz wie gewohnt stattfinden. „Bis jetzt gibt es keine konkreten Hinweise auf eine Terrorgefahr. Im Moment ist keine Absage geplant“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Sonntag in Mainz. „Aber wir sind sehr wachsam.“  Der Mainzer Rosenmontagszug zählt neben den Umzügen in Köln und Düsseldorf zu den größten in Deutschland. An diesem Montag werden rund 500.000 Zuschauer erwartet. 

+++ Sprecher des hannoverschen Karnevals zeigt sich bestürzt:   „Das ist ganz fürchterlich“, sagt der Pressesprecher des Komitees hannoverscher Karneval, Rainer Behrens. „Bisher waren solche Bedrohungen immer so weit weg, und nun rückt es so dich heran“, sagt er. „Und dann auch noch bei einer so fröhlichen Sache, wie dem Karneval.“

+++ Hannoversche Prinzessin bricht in Tränen aus:  Als die Nachricht von der Absage des Braunschweiger Karenvalsumzugs kam, ist die hannoversche Karnevalsprinzessin Angela II., Angela Linke, in Tränen ausgebrochen. Das berichtet der Döhrener Karnevalsprins Stephan I., Stephan Schulte. Schulte und Linke sind mit einer insgesamt achtköpfigen Gruppe nach Braunschweig gefahren, um am Umzug teilzunehmen. „Wir lassen uns nicht unterkriegen und feiern weiter“, berichtet er. Die Gruppe steht mit anderen Karnevalisten derzeit vor der Braunschweiger Stadthalle und wartet auf den Beginn der Party, mit der eigentlich der Karnevalsumzug gefeiert werden sollte. 

+++ Braunschweiger Narren enttäuscht: Die Narren in Braunschweig haben mit großer Betroffenheit auf die Absage des Karnevalsumzugs reagiert. „Das ist ein sehr trauriger Tag für unsere Stadt und all die Menschen, die sich so sehr auf den Umzug gefreut hatten“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD). Trotz der Enttäuschung über den Ausfall des Umzuges würden viele Narren in der Stadt weiterfeiern. Angst vor Anschlägen sei bei den meisten nicht bemerkbar. Die Karnevalisten sollen sich die Freude am Karneval durch dieses Ereignis nicht nehmen lassen, meinte Markurth. 

+++ Polizeiaufgebot statt buntem Umzug:   Zum Braunschweiger Karneval, dem sogenannten „Schoduvel“, waren heute bis zu 250.000 Besucher worden. Das Spektakel gilt als der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands. In diesem Jahr sollten 4500 Teilnehmer aktiv dabei sein. Rund 100 Motivwagen waren geplant.   

+++ Narren in Hannover tief betroffen: „Hier sind alle geschockt“, berichtet Bernd Rödel, Bezirksbürgermeister von Kirchrode, Bemerode und Wülferode. Gemeinsam mit elf anderen Bezirksbürgermeistern wollte Rödel beim Braunschweiger Karnevalsumzug mitmachen. Beim Empfang der Stadt Braunschweig für die Karnevalsgäste in der Volkswagenhalle kam dann die schlimme Nachricht. „Es herrscht große Fassungslosigkeit“, berichtet Rödel. So etwas habe er noch nicht erlebt. Nur langsam löse sich die bedrückte Stimmung. „Hier sind alle natürlich am diskutieren“, berichtet er aus der Halle. Zwar seien viele traurig, dennoch überwiege in der Halle der „Respekt und die Anerkennung für den Mut der Verantwortlichen, den Karnevalsumzug abzusagen“. Andreas Markurth, Bezirksbürgermeister von Ricklingen, berichtet von vielen Menschen, die Tränen in den Augen haben und auch richtig weinen. Unter anderem auch die Prinzenpaare. „Denen ist jetzt von einer Sekunde auf die andere der Höhepunkt des Karnevals genommen worden“, sagt er. Markurth, der der Bruder des Braunschweiger Oberbürgermeisters Ulrich Markurth ist, will aber dennoch in Braunschweig feiern. „Wir gehen dann mit in die Stadthalle, wo es noch eine Party gibt.“

+++ Sorge um Umzüge in anderen Städten:  Bernd Rödel, Bezirksbürgermeister von Kirchrode, Bemerode und Wülferod,  macht sich jetzt bereits Sorgen um die großen Karnevalsumzüge in Köln, Düsseldorf oder Mainz. „In der Haut der dortigen Oberbürgermeister möchte ich jetzt nicht stecken.“In diesem Jahr wollten die Bezirksbürgermeister zum zweiten Mal beim Braunschweiger Karnevalsumzug teilnehmen. Es gehe darum, einen Kontrakpunkt gegen die Animositäten und Rivalitäten zwischen Hannover und Braunschweig zu setzen“, erklärt Markurth. Und das funktioniere auch. „Wir sind hier schon im vergangenen Jahr toll aufgenommen worden“, betont er.  Bereits im vorigen Jahr hatten die Organisatoren des Umzugs den Hannoveranern einen eigenen Festwagen zur Verfügung gestellt. „Für dieses Jahr hatte wir extra mehr Kamelle bestellt, weil davon 2014 nicht so viel da war“, erzählt Rödel. Jetzt wolle man aber trotz der Absage fröhlich sein. 

+++ Gefahr durch islamistischen Anschlag: Die Informationen seien in der Nacht und am Morgen eingegangen und bewertet worden, sagte ein Polizeisprecher. Aus „zuverlässigen Staatsschutzquellen“ sei bekanntgeworden, dass „eine konkrete Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischen Hintergrund vorliege“, heißt es bei der Polizei.

Die Polizei bittet alle Besucherinnen und Besucher die Umzugsstrecke nicht aufzusuchen beziehungsweise gar nicht erst die Reise nach Braunschweig anzutreten.

Die Polizei Braunschweig hat ein Bürgertelefon unter der Rufnummer 0531/19200 eingerichtet.

+++ Polizei fährt mit Lautsprechern durch die Stadt:  Die Polizei hat am Mittag die Braunschweiger öffentlich dazu aufgerufen, die Straßen, durch den der Karnevalszug gehen sollte, zu meiden. Eine Passantin hat die Aktion der Polizei mit einem Video festgehalten:

+++ Braunschweiger feiern trotzdem: Die Narren in Braunschweig haben mit großer Betroffenheit auf die Absage des Karnevalsumzugs reagiert. Trotz der Enttäuschung über den Ausfall des Umzuges würden viele Narren in der Stadt weiterfeiern. Nachdem in der Volkswagenhalle am Mittag traditionell der Empfang stattfand, soll ab 15.30 Uhr in der Braunschweiger Stadthalle die „26. Braunschweiger Zugparty“ gefeiert werden. Die Polizei hatte am Vormittag bereits die Stadthalle durchsucht und für das Fest freigegeben.

+++ Oberbürgermeister Ulrich Markurth äußert sich zur Absage des Umzuges: „Das ist ein sehr trauriger Tag für unsere Stadt und all die Menschen, die sich – so wie ich – so sehr auf den Umzug gefreut hatten. Es ist auch ein trauriger Tag für unsere demokratische Gesellschaft. Die Einschätzung der Polizei ließ eine andere Entscheidung allerdings nicht zu. Die Sicherheit der Menschen hat Vorrang und ich bitte die Menschen, die in der Stadt unterwegs sind, Hinweise von Polizei und Festkomitee zu beachten. Wir sollten uns allerdings die Freude am Karneval durch dieses Ereignis nicht nehmen lassen.“

++++ Größter Karnevalsumzug in Norddeutschland: Zum Braunschweiger Karneval, dem sogenannten „Schoduvel“, waren am Faschingssonntag bis zu 250.000 Besucher erwartet worden. Das Spektakel gilt als der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands. In diesem Jahr sollten 4500 Teilnehmer aktiv dabei sein. Rund 100 Motivwagen waren geplant.

+++ Keine erhöhte Terror-Gefahr in Deutschland: Unmittelbar vor der Absage hatte das Bundesinnenministerium mitgeteilt, man sehe nach den Anschlägen von Kopenhagen derzeit keine erhöhte Terror-Gefahr in Deutschland. Es gebe nach wie vor eine abstrakt hohe Gefährdung, sagte eine Sprecherin des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir haben aber keine konkreten Hinweise auf Anschlagsplanungen in Deutschland“, betonte sie. „Die Lage ist unverändert.“ Die deutschen Sicherheitsbehörden stünden im engen Austausch mit den dänischen Kollegen. Da die Ermittlungen in Dänemark noch liefen, sei es aber noch zu früh, um genauere Rückschlüsse für Deutschland zu ziehen. Bei den Attentaten in der dänischen Hauptstadt waren zwei Menschen getötet und fünf verletzt worden, bevor die Polizei den mutmaßlichen Täter am frühen Sonntagmorgen erschoss.  

mak/jki/dpa/mhu/swa/frs/tz/epd

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