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Der Norden Braunschweig würdigt Gerhard Glosgowski
Nachrichten Der Norden Braunschweig würdigt Gerhard Glosgowski
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14:30 21.02.2018
„Der SPD fehlt eine klare Führung“: Gerhard Glogowski, früherer Ministerpräsident und Karnevalsfreund ist 75 Jahre alt geworden. Quelle: dpa
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Hannover

Er wird in Braunschweig gefeiert, im alten Rathaus  „Dornse“. Das kennt Gerhard Glogowski noch von seiner Hochzeit. Diese Feier hat ihm wegen des gesponserten Kaffees zum Schluss seiner Karriere, als er gerade einmal ein Jahr niedersächsischer Ministerpräsident war,  reichlich Ärger gemacht.  Ende November 1999 trat er zurück.

Am heutigen Donnerstag feiert die Stadt Braunschweig in der „Dornse“  Glogowski, ihren Ehrenbürger, weil er am Sonntag 75 Jahre alt geworden ist. „Es ist schön, in einer Stadt zu leben, in der man gemocht wird“, sagt der Jubilar, der eigentlich aus Hannover-Linden stammt, aber sich in Braunschweig stets wesentlich wohler fühlte.

Von 1990 bis 1998 war Glogowski niedersächsischer Innenminister. Hier gab er den SPD-Rechten und „harten Hund“, der aber eigentlich eine empfindsame Seele hatte. Zu seinen Erfolgen kann die Einführung der Direktwahl für das Oberbürgermeisteramt  gerechnet werden. Auch die Abschaffung der sogenannten Zweigleisigkeit in den Rathäusern gehört dazu – einst agierten ein ehrenamtlicher Oberbürgermeister neben dem Oberstadtdirektor als Verwaltungschef.

Als ehrenamtlicher Oberbürgermeister Braunschweigs wurde Glogowski landesweit bekannt – nicht nur, weil er den „Schoduvel“, den Straßenkarneval, zum Massenereignis machte. „Das fing, anfangs belächelt, mit Kinderkarneval an und ist heute eine runde Sache, zu der Hunderttausende kommen.“ Leben und leben lassen – das war von jeher die Devise des Politikers, der im Rheinland aufwuchs.

Die Politik hatte der Sozialdemokrat, der als Werkzeugmacher begann und später Dipolm-Volkswirt wurde, schon in den Kindertagen am Küchentisch erlebt. Sein Vater fuhr als Chauffeur die SPD-Größen Herbert Wehner und Erich Ollenhauer durch die Gegend. Aus der Ferne hat der junge Glogowski auch mitbekommen, wie das Trio Willy Brandt, Herbert Wehner und Helmut Schmidt zusammenhielt, obwohl hier höchst unterschiedliche Charaktere aufeinanderprallten. Davon könne sich das heutige politische Personal eine Scheibe abschneiden, meint Glogowski, der sich über den derzeitigen Zustand seiner Partei heftige Sorgen macht. „Letzlich fehlt der SPD eine klare, überzeugende Führung.“

Sein politischer Ziehsohn wurde Sigmar Gabriel, der aber auch nicht zögerte, Glogowsi 1999 im Ministerpräsidentenamt in Niedersachsen abzulösen, als dieser nach einer Affäre um gesponserten Kaffee und gesponserte Hochzeitsreisen strauchelte.

„Glogo“ hält Gabriel dennoch auch heute noch hoch. Eigentlich gäbe es zu ihm als Außenminister keine Alternative – wenn er denn nicht so viele Leute vor den Kopf gestoßen hätte, sagt er. Da agierte Glogowski im Umgang mit Menschen anders – auch ein Grund, warum er sich in seiner Wahlheimat noch großer Beliebtheit erfreut und trotz kontroverser Diskussionen 2008 in Braunschweig zum Ehrenbürger ernannt wurde. Die feierliche Ernennung fand vor zehn Jahren statt – natürlich auch in der „Dornse“.

Von Michael B. Berger

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