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Der Norden Zehnjährige Haftstrafe für Mord an Ex-Ehefrau
Nachrichten Der Norden Zehnjährige Haftstrafe für Mord an Ex-Ehefrau
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14:01 25.01.2017
Der Angeklagte Yüksel S. mit seinem Anwalt Alexander Ukat (r) beim Beginn des Prozess im Landgericht. Quelle: dpa
Bremen

Zehn Jahre in Haft muss ein Mann, der seine Ex-Ehefrau in Bremerhaven mit einem Messer getötet hat. Das Landgericht Bremen verurteilte den 44-Jährigen am Mittwoch wegen Totschlags und ordnete zusätzlich die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Der Mann müsse zunächst drei Jahre ins Gefängnis, bevor er in den Maßregelvollzug verlegt werde, sagte die Vorsitzende Richterin. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der vorbestrafte 44-Jährige im März 2016 mindestens zwei Mal aus Wut mit einem Küchenmesser auf die 42-Jährige einstach. Dabei verletzte er sie so schwer, dass sie Anfang April im Krankenhaus starb.

Kind versorgte schwerverletzte Mutter

"Er handelte unstreitig mit bedingtem Tötungsvorsatz", sagte die Vorsitzende Richterin. Der Mann habe es billigend in Kauf genommen, dass seine Ex-Frau sterbe. Die Tat geschah in der Wohnung der Frau, in der sich zu dem Zeitpunkt auch die beiden Kinder des früheren Paares aufhielten - damals 7 und 17 Jahre alt. Die ältere Tochter alarmierte die Rettungskräfte und versorgte die Schwerverletzte, während der Mann die Wohnung verließ und sich zunächst versteckte. In der Urteilsbegründung verwies die Richterin auf einen Streit zwischen den ehemaligen Eheleuten über eine Vollmacht. Damit wollte sich der Angeklagte nach eigener Aussage nach der deutschen Scheidung auch in der Türkei scheiden lassen. Nach seiner Vorstellung hätte er dann neu heiraten können, um einer möglichen Abschiebung zu entgehen.

Dass die Frau mit der sehr umfassenden Vollmacht nicht einverstanden war und so eine schnelle Scheidung nach türkischem Recht verhinderte, machte den Angeklagten laut Urteilsbegründung wütend und unzufrieden. Am Morgen der Tat sei die Wut eskaliert. "Es war eine Spontantat", sagte die Richterin am Mittwoch. In einem Gutachten hatten Ärzte dem Mann eine Persönlichkeitsstörung attestiert. Zudem sei er während der Tat durch Alkohol- und Kokainkonsum enthemmt gewesen. Als mildernd wertete die Kammer auch das Geständnis des Angeklagten - auch wenn es nicht so umfassend gewesen sei, wie es für die Angehörigen wünschenswert gewesen wäre. Zu Lasten des Angeklagten gehe, dass die Tat während einer laufenden Bewährungsstrafe geschah.

Da der Mann keine Wohnung gefunden hatte, wohnte er wieder bei seiner Ex-Frau. Diese hatte ihn mehrfach gebeten, sich wegen seiner Probleme behandeln zu lassen. Deutlich schilderte die Richterin die Belastung und Folgen für die Angehörigen, vor allem für die beiden Kinder des Ex-Paares. "Sie haben sie mit ihrer Tat praktisch zu Waisen gemacht", sagte die Richterin. Die Schwester des Opfers, die als eine von sechs Nebenklägern auftrat, zeigte sich unzufrieden mit dem Urteil. "Das ist ungerecht. Nur zehn Jahre", sagte sie unter Tränen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jahren und die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt gefordert. Der Verteidiger plädierte für eine Strafe von maximal fünf Jahren und die Unterbringung im Maßregelvollzug. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa

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