Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Bürgerprotest vergrault Neonazis in Bad Nenndorf
Nachrichten Der Norden Bürgerprotest vergrault Neonazis in Bad Nenndorf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:41 06.08.2016
In den zurückliegenden Jahren hatten die Bad Nenndorfer die Neonazis mit Schlumpfmützen, lauter Schlagermusik und Konfetti empfangen. 2016 blieben die Rechtsextremisten dann gleich ganz weg. Quelle: dpa
Anzeige
Bad Nenndorf

Seit 2006 waren immer am ersten Augustwochenende Neonazis zu einem "Trauermarsch" in die Kurstadt am Deister - im vergangenen Jahr waren es noch rund 180. Ziel war das "Wincklerbad", in dem sich von 1945 bis 1947 ein Internierungslager und Verhörzentrum der britischen Armee für Nazis befunden hatte. Für dieses Jahr hatten die Rechtsextremisten ihre Veranstaltung vor drei Wochen ohne Angabe von Gründen abgesagt. Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Bürger nicht müde geworden seien, sich jahrelang kreativ und lautstark gegen Neonazis in ihrer Stadt zur Wehr zu setzen, teilte das örtliche Bündnis "Bad Nenndorf ist bunt" mit.

Doch die Plage sei nicht weg, warnte der Geistlich de Vries. "Im Gegenteil: Rechtes Denken ist präsenter denn je in unserer Gesellschaft. Wenn wir dem begegnen wollen, brauchen wir Klarheit und Klärung." Nötig seien auch Zivilcourage und politische Bildung. "Wir müssen Demokratie immer noch lernen, einüben - und wir brauchen Perspektiven für jede und jeden." Wo die Familie als Anker ausfalle, echte Freunde fehlten und die Gesellschaft versage, hätten rechtsextreme Rattenfänger leichtes Spiel. "Wer nirgendwo Anerkennung, Vertrauen, Zuwendung erlebt, ist blind für den gefährlichen Weg, auf den Verblendete ihn locken." Deshalb müsse sich die Gesellschaft um jeden Einzelnen bemühen, mahnte der Theologe.

In den zurückliegenden Jahren hatten die Bad Nenndorfer die Neonazis mit Schlumpfmützen, lauter Schlagermusik und Konfetti empfangen. Bündnismitglieder hatten sich den "unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands" einfallen lassen und machten damit bundesweit Schlagzeilen: Für jede Minute unerwünschten Aufenthalts der Neonazis in der Kurstadt spendeten Privatleute und Unternehmer zehn Euro. Der Erlös floss an die Aussteigerorganisation "Exit".

Am Samstag hätten Gottesdienst, Kundgebungen, Fahrradkorso und Straßenfest "mehr an ein Volksfest mit sommerlicher und ausgeglichener Feststimmung erinnert, als an eine ursprünglich angedachte Protestveranstaltung", sagte Polizeiführer Michael Panitz.

Ob die Neonazis in den nächsten Jahren nicht doch wieder nach Bad Nenndorf kommen, bleibt trotzdem unklar. Ihre Märsche sind bis 2030 angemeldet. Doch wenn sie einmal unterbrochen seien, sei es schwer, sie wieder aufzunehmen, sagte Landrat Jörg Farr (parteilos) NDR Info.

epd

Der Norden Baustelle Richtung Hamburg - 30 Kilometer: Rekord-Stau auf der A7

Staus auf der A2 und der A7 sind Autofahrer ja gewohnt - aber einen solchen Superstau hatte es schon länger nicht gegeben. Am Samstagnachmittag stand der Verkehr auf der A7 in Richtung Hamburg zeitweise auf einer Länge von 30 Kilometern. Grund war eine Baustelle.

06.08.2016
Der Norden Flüchtlingsunterkunft Sumte - „Das hätte länger dauern können“

Mehr Flüchtlinge als Einwohner: In Sumte hat das funktioniert. Zeitweise waren in dem kleinen 102-Seelen-Dorf östlich von Lüneburg mehr als 700 Flüchtlinge untergebracht gewesen, jetzt sind es keine 20 mehr. Bald steht die Unterkunft wieder leer.

09.08.2016

Erneut haben Unbekannte in Südniedersachsen einen nach Einschätzung der Polizei politisch motivierten Brandanschlag verübt. In der Nacht zu Freitag versuchten die Täter im Göttinger Stadtteil Geismar, auf dem Parkplatz eines Mehrfamilienhauses ein Fahrzeug in Brand zu setzen.

08.08.2016
Anzeige