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Bundeswehr räumt nach Tod eines Soldaten Fehler ein

Munster Bundeswehr räumt nach Tod eines Soldaten Fehler ein

Der Tod eines Soldaten bei einem Fußmarsch in der Julihitze hat viele Angehörige der Bundeswehr schockiert. Nun räumt die Heeresleitung erstmals Fehler ein. Bei dem Marsch waren noch drei weitere Soldaten kollabiert. Einer liegt immer noch auf der Intensivstation.

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Quelle: dpa

Munster. Nach dem Tod eines Soldaten bei einem Übungsmarsch im niedersächsischen Munster hat die Bundeswehr Fehler eingeräumt. Mehrere Fehlentscheidungen der Führungskräfte, darunter eine vorschriftswidrige Handlung, hätten zu dem Kollaps von vier Soldaten beigetragen, teilte die Bundeswehr am Donnerstag mit. Einer von ihnen war am 29. Juli - zehn Tage nach dem Fußmarsch - gestorben. Ein zweiter Soldat „befindet sich weiterhin im kritischen Zustand“, heißt es in dem Bericht einer internen Untersuchungsgruppe.

Die vier Soldaten hatten bei dem Marsch einen Hitzschlag erlitten. Zwei weitere Soldaten waren an dem Tag den Angaben zufolge „kurzzeitig nicht ansprechbar“. Eine „eindeutige Ursache“ für diese Häufung könne nicht benannt werden, teilte die Bundeswehr mit. „Vielmehr verdichtet sich das Gesamtbild, dass in jedem Einzelfall eine ungünstige Verkettung von Umständen und Faktoren vorgelegen hat.“ Die Fehler von Führungskräften seien „nicht ursächlich für einen Wärmestau als Ursache für einen Hitzeschlag“ gewesen, hätten sich jedoch „vermutlich nachteilig“ ausgewirkt.

„Vakuum in der Dienstaufsicht“ 

Den Angaben zufolge fehlten am Tag des Marsches durch Urlaub und eine Dienstreise mehrere Führungskräfte. Dadurch sei ein „Vakuum in der Dienstaufsicht“ entstanden. Die Bundeswehr führte mehrere „nicht sachgerechte Führungsentscheidungen“ auf, dazu zählt auch, welche Kleidung die Offiziersanwärter an dem heißen Julitag zu tragen hatten. „Der am Ausbildungstag getragene Anzug mit der Feldjacke über der Splitterschutzweste war an Leistungsstand und Witterung nicht angepasst, jedoch durch die übergeordnete Befehlsgebung vorgegeben“, stellte die Bundeswehr fest. „Das Tragen des Gefechtshelms entsprach nicht dem im Dienstplan befohlenen Anzug und ist damit befehlswidrig“, heißt es in dem Untersuchungsbericht.

Unmittelbar vor dem Kollaps waren die Soldaten noch auf einen Zusatzmarsch geschickt worden, wie es bereits Mitte August in einem Zwischenbericht des Verteidigungsministeriums geheißen hatte. Mehr als 25 Soldaten hätten dabei „eine Strecke von insgesamt ca. sechseinhalb Kilometern, streckenweise im Laufschritt“ absolvieren müssen.

Truppenarzt kümmerte sich um Soldaten

Nach Aussage der Zeugen empfahl der Truppenarzt, der sich um den kollabierten Soldaten gekümmert hatte, dem Zugführer am Mittag telefonisch, die Offiziersanwärter bei dem für den Nachmittag geplanten Marsch ohne Splitterschutzweste marschieren zu lassen.

Der später verstorbene Soldat hatte bei einem „Basis-Fitness-Test“ laut Untersuchungsbericht deutlich schlechter abgeschnitten als der Gruppendurchschnitt. Während des Marsches benutzte er demnach ein Asthmaspray. Der Zugführer habe dies bemerkt und ihn gefragt, ob alles in Ordnung sei und ob er weiter marschieren könne. Dies habe der Soldat mit „Ja“ beantwortet.

Interne Ermittlungen laufen

Abgeschlossen sind die disziplinarischen Ermittlungen in dem Fall noch nicht. In dem Untersuchungsbericht heißt es, „die bestehenden Diskrepanzen und widersprüchlichen Aussagen zwischen internen und externen Ermittlungen sowie Einlassungen Dritter“ müssten noch geklärt werden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag), für die gesamte Bundeswehr sei es wichtig, „dass wir die Ursachen genau analysieren und die richtigen Schlussfolgerungen ziehen, um das Risiko einer Wiederholung des tragischen Geschehens in Zukunft zu vermindern“.

dpa

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