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Der Norden Althusmann führt jetzt die Niedersachsen-CDU
Nachrichten Der Norden Althusmann führt jetzt die Niedersachsen-CDU
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00:15 29.11.2016
Bernd Althusmann ist neuer Vorsitzender der CDU Niedersachsen und soll sie als Spitzenkandidat in die Landtagswahl im Januar 2018 führen. Quelle: dpa
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Hameln

Als der Applaus für ihn schon zwei Minuten durch die Rattenfänger-Halle in Hameln  brandete und nicht aufhören wollte, musste David McAllister auf dem Podium mit den Tränen kämpfen. Acht Jahre lang war er Vorsitzender der Niedersachsen-CDU gewesen, eine Zeit, wie er betont, in der die CDU bei jeder Wahl stärkste Partei geworden ist, aber die wichtigste Wahl eben auch verloren hat: Im Januar 2013, als McAllister schon nach zweieinhalb Jahren als Ministerpräsident wieder sein Amt aufgeben musste. Es sei eine Riesenleistung gewesen, dass er in dieser Phase nicht hingeschmissen habe, lobte die hannoversche Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth. "Du hast dieser Partei viel gegeben", dankt sie McAllister.

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Zum Landesparteitag der niedersächsischen CDU in Hameln haben sich rund 450 Delegierte versammelt, um über einen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 zu entscheiden. Sie nominierten einstimmig Bernd Althusmann.

Mit McAllister trat beim Parteitag in Hameln am Sonnabend der erklärte Liebling der CDU Niedersachsen ab. Schon als Generalsekretär unter Christian Wulff hat er regelmäßig bessere Wahlergebnisse bekommen als der Landesvorsitzende, den die Delegierten zwar respektierten, aber niemals so mochten wie den scharfzüngigen McAllister, der auch abends gerne ein Bier mit den Leuten trank und immer zeigte, dass er sich wohl fühlte sowohl in der ländlichen wie auch der städtischen CDU. Und der deshalb meist eher als andere spürte, wenn in seiner Partei etwas im Argen lag.

Bereits damals an seiner Seite war immer Bernd Althusmann. "Wir hatten immer eine Arbeitsteilung", lässt Althusmann die Delegierten wissen. "David war auf dem Sonnendeck und ich war im Maschinenraum. Aber jetzt will ich auch an die frische Luft."

Althusmann, der Arbeiter, der Kopfmensch, der auf den Bauchpolitiker McAllister folgt - eine Linie, die Althusmann bei seiner Bewerbungsrede in Hameln nicht aufgab. Anstatt mit flammenden Appellen stapelte der ehemalige Kultusminister in seiner Rede Zahlen und Ziele übereinander. Auch wenn er drei Jahre in Afrika war, so die Botschaft an die CDU-Delegierten, ist er schon wieder voll im Film.

"Niedersachsen soll zum stärksten Bundesland werden. Ich kann es nicht mehr hören, dass Bayern und andere vorne stehen. Wir wollen da auch mal hin", sagte Althusmann. So wolle er Bürokratie für Unternehmen abbauen, die Unterrichtsversorgung deutlich verbessern und mit mehr Polizei das Land sicherer machen vor Einbrüchen und Terrorgefahr. Außerdem müsse der digitale Ausbau deutlich stärker vorangetrieben werden. Niedersachsen investiere nur 300 Millionen Euro "und das noch nicht einmal aus eigenem Geld", während Bayern über eine Milliarde Euro in die Hand nehme.

Angela Merkel unterstützt Althusmann

Unterstützung bekam Althusmann von der CDU-Bundeschefin Angela Merkel. "Dieses Land wird unter Wert regiert", sagte die Bundeskanzlerin über Niedersachsen und dessen SPD-geführte Landesregierung. Sie kritisierte die niedersächsische Verordnung an Polizisten, Pfefferspraydosen vor und nach einem Einsatz wiegen zu lassen, um den Verbrauch dokumentieren zu können. "Ein größeres Misstrauensvotum gegen unsere Polizeibeamten kann man nicht zeigen", sagte Merkel. Althusmann hatte zuvor in seiner Rede gesagt, das Innenministerium habe diese Verordnung gerade erst zurückgezogen. 

Der Landesregierung warf Althusmann vor, keine eigenen Vision zu haben und außerdem noch handwerkliche Fehler zu machen. "Wer im Bundesrat für einen gesetzlichen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bis 2030 stimmt, der handelt gegen die Interessen Volkswagens." Der Ausbau der Elektromobilität sei richtig, aber "wir müssen in den Zielen realistisch bleiben, wir müssen VW den Rücken stärken".

Zunächst aber stärkte die Partei ihm den Rücken: Nach seiner Nominierung als Spitzenkandidat wählten ihn die Delegierten mit 98,55 Prozent der Stimmen zum neuen Landesvorsitzenden. "Ich hoffe, ich kann Ihre Erwartungen erfüllen", sagte Althusmann nach seiner Wahl.

Mit dem Niedersachsenpreis für Bürgerengagement 2016 hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Sonnabend die Arbeit von zehn Organisationen, Projekten und Einzelpersonen ausgezeichnet. An dem von der Landesregierung und Partnern organisierten Wettbewerb hatten sich 280 Teilnehmer aus Niedersachsen beworben.

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