Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Der Fluch von Barßel
Nachrichten Der Norden Der Fluch von Barßel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:44 22.04.2014
„Anonyme Anfeindungen“: Ludger Elsen hat seine Kandidatur zurückgenommen. Quelle: HAZ
Barßel

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel wirkte an Ostern die Nachricht, dass der bisherige Kandidat Ludger Elsen (52) von seiner Kandidatur zurückgetreten ist. Elsen, ein Polizeibeamter, machte persönliche Gründe geltend - und nun rätseln nicht nur die Christdemokraten in Barßel, was mit den persönlichen Gründen gemeint sein könnte.

Auslöser für den Rücktritt des CDU-Kandidaten ist ein anonymer Brief an die CDU-Vorsitzende in Barßel, Agnes Lamping. In dem Brief gibt es nach Angaben von Elsen „anonyme Anfeindungen“, die „meine Privatsphäre in beträchtlichem Maße verletzen“. Nähere Angaben zum Inhalt des Briefes machten Elsen und die CDU nicht.

Ludger Elsen ist Polizeibeamter und Leiter des Einsatz- und Streifendienstes im Kommissariat Westerstede (Landkreis Ammerland). Für die CDU sitzt der Beamte im Rat der Gemeinde Barßel und führt dort die Fraktion der Union an. In einer knapp gehaltenen Erklärung vom vergangenen Wochenende stellte Elsen fest, dass er seine politischen Ziele nur umsetzen könne, wenn er dafür seine ganze Kraft investiere. Nun hege er jedoch Zweifel daran, „diese Kraft für das neue Amt uneingeschränkt zur Verfügung“ stellen zu können. Genau wegen dieser Zweifel gebe er seine Kandidatur auf.

Nachvollziehbare Gründe

Parteivorsitzende Agnes Lamping reagierte mit Bedauern und zugleich Verständnis auf den Rückzug von Kandidat Elsen: „Wir halten die Beweggründe für nachvollziehbar.“ Bereits vor der Bürgermeisterwahl vor acht Jahren hatten die Christdemokraten in Barßel ihren Kandidaten verloren. Damals zog der Bewerber ebenfalls wenige Wochen vor dem Wahltermin seine Kandidatur zurück. Er führte gesundheitliche Gründe an. Zwar stand sein Name 2006 noch auf dem Stimmzettel, gewählt wurde jedoch der parteilose Bernhard Schulte.

Weil in der Gemeinde Barßel inzwischen alle Vorbereitungen für den Urnengang am 25. Mai 2014 abgeschlossen und alle Fristen für eine Kandidatur abgelaufen sind, kann die CDU keinen neuen Bewerber nominieren. Der Name von Ludger Elsen wird am Wahlsonntag neben dem des SPD-Kandidaten Nils Anhuth (27) auf dem Wahlzettel stehen. Elsen hat angekündigt, im Falle eines Sieges die Wahl nicht anzunehmen. Anhuth ist somit der einzige Bewerber.

Die Gemeinde Barßel ist die nördlichste Gemeinde im Landkreis Cloppenburg. Sie liegt 40 Kilometer östlich von Oldenburg. Von 1976 bis 1994 bekleidete Hans Eveslage das Amt des Bürgermeisters in Barßel. Der langjährige CDU-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union im Landtag ist heute hauptberuflicher Landrat des Landkreises Cloppenburg und lebt in Barßel.

Heinz-Josef Laing

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Der Norden Getrud Heinze aus Göttingen - Älteste Deutsche stirbt mit 112 Jahren

Die vermutlich älteste Frau Deutschlands ist tot: Die Göttingerin Gertrud Henze starb in der Nacht von Ostermontag auf Dienstag im Alter von 112 Jahren in einem Wohnstift.

22.04.2014

Die Polizei erhöht den Druck auf Raser im Straßenverkehr. Bei der mittlerweile dritten großangelegten Verkehrskontrolle innerhalb von zwei Wochen haben Beamte jetzt insgesamt 694 Temposünder ertappt.

25.04.2014
Der Norden Hakenkreuze und „NS"-Zeichen - Rechte schmieren Parolen in Hameln

Auf Grundstückszäunen, Hauswände, Schaufensterscheiben, Stromverteilerkästen oder auf Wahlplakaten: In Hameln haben Täter aus der rechtsextremen Szene zahlreiche Orte mit Hakenkreuzen und anderen Zeichen beschmiert.

22.04.2014