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Caritas hofft auf Angela Merkel

Altenpflege Caritas hofft auf Angela Merkel

Die Caritas Osnabrück sieht sich auf dem Pflegemarkt zunehmend der Konkurrenz privater Anbieter ausgesetzt, die deutlich niedrigere Löhne an ihrer Mitarbeiter zahlen. Nun droht ein neuer Tarifstreit. Die Caritas hofft auf Kanzlerin Angela Merkel, die nächste Woche nach Melle kommt.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am 12.April ein Altenpflegeheim der Caritas in Melle besuchen.

Quelle: dpa

Osnabrück. Caritas-Direktor Franz Loth greift zur Zeitung mit den großen Buchstaben und den noch größeren Bildern, wenn er auf den bevorstehenden Besuch aus Berlin zu sprechen kommt: „Altenpfleger haben einen härteren Job als ich“, zitierte jüngst das Boulevardblatt Kanzlerin Angela Merkel.

Am 12. April besucht die Bundeskanzlerin ein Altenpflegeheim der Caritas in Melle (Landkreis Osnabrück) und wird dort mit Bewohnern und Mitarbeitern sprechen. Franz Loth, der für die Caritas im Bistum Osnabrück verantwortlich ist, will Angela Merkel bei dieser Gelegenheit auch auf die schwierige Situation der kirchlichen Heime hinweisen: „Keines unserer Häuser macht im operativen Geschäft noch schwarze Zahlen“, schlägt der Caritas-Direktor Alarm. Gleichzeitig droht dem katholischen Wohlfahrtsverband ein Tarifkonflikt um die Entlohnung der Mitarbeiter in den Pflegeeinrichtungen.

56 Altenheime betreibt die Caritas im Bistum Osnabrück. Loth und seine Mitarbeiter rechnen vor, dass jeder dieser Einrichtungen durchschnittlich 136000 Euro im Jahr fehlen. Heraus kommt dabei ein gewaltiger Fehlbetrag von 7,6 Millionen Euro. Ursache der Schieflage sind laut der Caritas auch die unterschiedlichen Gehaltsstrukturen niedersächsischer Pflegeanbieter. Mitarbeiter der Caritas liegen demnach je nach Funktion zwischen vier bis 19 Prozent über den Gehältern anderer Anbieter. Lohnsteigerungen werden nur noch teilweise ausgeglichen, weil Kassen und Sozialhilfeträger auf die günstigeren privaten Anbieter verweisen. Caritas-Direktor Loth kritisiert das: „Wir dürfen die Pflege nicht dem freien Spiel des Marktes überlassen.“

Für Streit mit den Mitarbeitervertretern sorgen Vorstellungen der Direktion zur Sanierung angeschlagener Pflegeheime. Loth hatte zusammen mit der Bistumsleitung nicht ausgeschlossen, in Einzelfällen mit den Mitarbeitern auch direkt über Gehaltsverzicht verhandeln zu wollen - also ohne die Vertreterorgane.

Dagegen laufen die Mitarbeitervertreter jetzt Sturm: „Mit einzelvertraglichen Regelungen werden Caritas-Beschäftigten und den Mitarbeitervertretungen ihre Rechte genommen“, heißt es in einer Erklärung. Eigentlich verhandeln bei den Kirchen Mitarbeiter und Dienstgeber im Rahmen des sogenannten Dritten Weges die Arbeitsbedingungen einvernehmlich aus. Alfred Sliwinski, Mitarbeitervertreter in Osnabrück, warnt die Caritas-Direktion: „Die Antwort auf den Fachkräftemangel können doch nicht Gehaltskürzungen sein.“

Caritas-Direktor Loth will einzelvertragliche Regelungen nur als Ultima Ratio verstanden wissen, wenn alle Verhandlungen auch mit den Mitarbeitervertretern über einen befristeten Gehaltsverzicht keine Ergebnisse gebracht haben. „Wir wollen unsere Häuser halten. Und wir wollen weiter qualifizierte Pflege machen“, betont er und fordert eine angemessene Refinanzierung der Pflegeheime oder einen einheitlichen Sozialtarif auch für die privaten Häuser. Die Hoffnungen der Caritas richten sich jetzt auf die neue Landesregierung - und auf den Besuch der Kanzlerin.

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