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Celle buhlt um die Generation „50 plus“

Ältere Menschen als Neubürger gesucht Celle buhlt um die Generation „50 plus“

Der demografische Wandel stellt Kommunen überall vor eine Herausforderung - die Stadt Celle hat jetzt eine ungewöhnliche Antwort gefunden: Sie umwirbt gezielt ältere Neubürger. „Um junge Familien werben sie alle“, sagt Thomas Faber, Abteilungsleiter für Wirtschaftsförderung.

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„Nische gefunden“: Celle setzt auf Bürger über 50.

Quelle: Celle Tourismus

Celle. „Wir haben eine Nische gefunden“, sagt Faber. Die Stadt sei attraktiv auch für „Menschen in der Blüte ihres Lebens“, womit er älter als 50 meint. Sie sollen mit der bevorstehenden Werbeaktion besonders angesprochen werden.

„Naturnah“ und „entschleunigt“

Die Situation in Celle sei keinesfalls dramatisch. Die Zahl der Einwohner schrumpfte zwar im Vergleich zu vor zehn Jahren um etwa 5000, lag zuletzt aber recht stabil bei 70 000. „Prognosen etwa der Bertelsmann-Stiftung, wonach es ganz schlimm kommen sollte, haben sich zum Glück nicht erfüllt“, sagt Faber. Doch darauf dürfe man sich nicht ausruhen - zumal mehr Einwohner die Stadt in punkto Steuern, Kaufkraft und gesellschaftlichem Leben bereichern würden. Natürlich wünsche man sich auch junge Leute als neue Bewohner. Entsprechende Baugebiete seien in Planung. Doch viele Immobilien, etwa die geplanten Wohnungen auf der Allerinsel am Hafen, seien besonders für „gut situierte“ Menschen in der zweiten Lebensphase geeignet.

Unter der Überschrift „Celle - Dein Zuhause“ sollen Werbebotschaften wie „Naturnah“, „Entschleunigt“ und „Maßgeschneidert“ im Internet und in Magazinen erscheinen und Umzugswillige für die Kleinstadt interessieren. Gedacht ist nicht zuletzt an bisherige Pendler - zurzeit strömen sie täglich in größerer Zahl in die Stadt hinein als hinaus. Der Wirtschaftsförderer verweist auf Studien, wonach es für Ältere, deren Kinder aus dem Haus sind, zurzeit einen Trend gibt, in ein kleineres städtisches Domizil umzuziehen: „Davon möchten wir profitieren.“

Zwar könnte möglicherweise das Kopfsteinpflaster in der historischen Altstadt Älteren zur Stolperfalle werden, wie eine Bewohnerin in einem Leserbrief in der „Celleschen Zeitung“ befürchtet. Die Hochbetagten wolle man aber ohnehin nicht ansprechen, stellt Faber klar. Für die Generation „50 plus“ halte Celle nicht zuletzt ein breites kulturelles Angebot mit Schlosstheater, Kinos, Kleinkunst und vielem mehr vor.

Der Ratsausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing hat das Konzept Ende vergangener Woche einhellig gebilligt. Meinhard Abel vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund sagte der HAZ, ähnliche Versuche wie in Celle seien ihm von anderen Kommunen bisher nicht bekannt. „Das Konzept ist für Celle durchaus vielversprechend“, meinte der Bauexperte. Die Stadt habe vom Ausbau von Straßen- und Schienenverkehr enorm profitiert und sei so nicht zuletzt durch die Anbindung an das gut 40 Kilometer entfernte Hannover als Wohnort attraktiv.

Warum dann nicht gleich in die Großstadt ziehen? Die Antwort fällt Abteilungsleiter Faber in Celle nicht schwer. Nicht nur sei man von Celle aus schneller in der Natur und könne dort Rad fahren oder spazieren gehen: „Das Preisgefüge hier ist auch nicht so bedrückend.“

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  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
Studie IQB-Bildungstrends