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„Das Arschloch muss bezahlen“

Prozess um Mordversuch „Das Arschloch muss bezahlen“

Fünf Männer müssen sich seit Donnerstag wegen eines versuchten Auftragsmordes an einem Nienburger Geschäftsmann vor Gericht verantworten. Die Frau eines Angeklagten soll eine Affäre mit dem Opfer gehabt haben. Daraufhin hatten die Oberhäupter beider Familien entschieden, den Liebhaber töten zu lassen.

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„Das Arschloch muss bezahlen“: Nicolae S. aus Garbsen sollte das erledigen. 

Quelle: Bruns

Verden. Unter besonders hohen Sicherheitsvorkehrungen hat am Donnerstag am Landgericht Verden der Prozess um einen Mordanschlag auf offener Straße in Nienburg im vergangenen Dezember begonnen. Wachtmeister mit kugelsicheren Westen führten die fünf Angeklagten vor, während draußen Polizisten mit Hunden das Gebäude sicherten. Ein Justizbeamter zog sogar die Jalousien im Saal zu.

Vorgeworfen wird den Angeklagten der versuchte Mord eines Geschäftsmanns. Der 52 Jahre alten Mustafa B. aus Hoya und dessen 33 Jahre alter Sohn Ragip B. sollen den 33 Jahre alten ­Nicolae S. aus Garbsen beauftragt haben, den türkischstämmigen Geschäftsmann zu töten. Das 48 Jahre alte Opfer habe sterben sollen, weil es eine Affäre mit der Ehefrau des Angeklagten ­Ragip B. hatte. Die Familienoberhäupter sollen „die Ehre“ ihrer jesidischen Familie dadurch als so schwer geschändet angesehen haben, dass sie den mörderischen Plan entwickelten. „Das Arschloch muss bezahlen“, wird Mustafa B. in der Anklageschrift zitiert. Der gleichen Auffassung sollen die ebenfalls jesidischen Angeklagten Adnan T., der Vater der untreuen Ehefrau, und ihr Bruder Umut T. gewesen sein. Ihnen wird Beihilfe zum versuchten Mord vorgeworfen.

Der 52-jährige Adnan T. soll die Kosten für die Tatwaffe und 4400 Euro Honorar für den Todesschützen übernommen haben. Eine von seinem 24-jährigen Sohn Umut T. besorgte Kleinkaliber-Waffe mit 100 Schuss Munition soll der Schütze mit der Begründung abgelehnt haben: „Die reichen nicht, die sind nur fürs Taubenschießen.“ Mustafa B. soll daraufhin für 1300 Euro eine Browning 1910 mit sechs Schuss Munition besorgt und den 33-Jährigen angewiesen haben, damit einmal in den Kopf und fünf mal in den Oberkörper zu schießen.

Am Abend des 7. Dezember lauerten sie dem Opfer vor dessen Geschäft in Nienburg auf, und als der 48-Jährige sich in sein Auto runterbeugte, soll der Garbsener auf den Mann geschossen haben. Jedoch nur zweimal. Das Opfer überlebte lebensgefährlich verletzt. Umut T. soll später angeboten haben, die Tat selbst zu vollenden, wozu es nicht gekommen ist. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mord weiterhin vollendet werden soll.

Das Opfer war im Gerichtssaal nicht anwesend. Donnerstag galt der Schutz insbesondere dem ins Zeugenschutzprogramm aufgenommenen Nicolae S. Die Anklageschrift basiert nämlich auf dem Geständnis des Schützen aus Garbsen, mit dem er nicht nur sich schwer belastet hat, sondern auch die anderen vier Angeklagten.

Laut seinem Verteidiger will der aus Rumänien stammende Mann in dem Prozess aussagen. Vorher wollen die anderen Verteidiger geklärt haben, unter welchen Bedingungen der 33-Jährige in das Zeugenschutzprogramm das Landeskriminalamtes aufgenommen worden ist.

Von Wibke Bruns

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