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Der Norden Darum ist die Banane krumm
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14:55 28.08.2017
„Die Zeit war reif“: 1991 hat Bernd Stellmacher die Ausstellung eröffnet. Quelle: Markus Scholz
Sierksdorf

 Bücher über die Tropenfrucht füllen bei ihm ganze Regale und Krimskrams bewahrt er natürlich in Bananenkartons auf. Stellmacher ist besessen von Bananen. Um seine Leidenschaft mit Besuchern zu teilen, betreibt er im Keller seines Hauses in Sierksdorf an der Ostsee ein Bananenmuseum - das einzige in ganz Deutschland, wie er betont. Und da er sich im Lauf der Jahre eine Menge Wissen über Bananen angeeignet hat, finden Besucher hier auch Antwort auf die Frage: „Warum ist die Banane krumm?“

Warum die Banane krumm ist

„Das liegt am Gewicht der Bananenbüschel. Die Früchte ziehen das Büschel nach unten, die Bananen wachsen jedoch nach oben dem Licht entgegen, so dass sie sich krumm machen müssen“, sagt Stellmacher.

Bernhard Stellmacher hat in Sierksdorf ein kleines Museum eingerichtet, in dem sich alles rund um die Banane dreht.

Stelli Banana, wie er sich selbst nennt, ist Museumsdirektor, Ausstellungskurator und Museumsführer in einer Person. Zu jedem Exponat kann er eine Geschichte erzählen. „Dieser Bananenautomat stammt aus Dänemark.“ Er zeigt auf einen blauen Blechkasten, der an einen alten Bonbonautomaten erinnert. „Die hingen dort in den Dreißigerjahren an öffentlichen Plätzen. Man warf Geld hinein und bekam dafür eine Banane.“

Unter den jährlich etwa 2000 Besuchern des Museums seien auch viele Menschen aus der ehemaligen DDR, sagt Stellmacher. „Die können über viele Exponate nicht lachen, schließlich galt vor allem der Mangel an Bananen in der DDR im Westen geradezu als Zeichen der Unfreiheit“, sagt er. Es sei geradezu ein Treppenwitz der Weltgeschichte, dass die Banane, die über Jahrzehnte als Frucht des Imperialismus stigmatisiert wurde, im geteilten Deutschland als Symbol der Freiheit gegolten habe, sagt Stellmacher.

„Das Lächeln der Natur“

Das Museum im Keller seines Hauses hat der Sammler im Juni 1991 eröffnet. „Da hatte ich schon seit Jahren alles zum Thema Banane gesammelt, aber irgendwann war die Zeit eben reif“, scherzt der 76-Jährige. Als selbstständiger Industriedesigner hatte er schon immer ein Auge für die Form, die der Funktion folgt. „Die Form der Banane erinnert an das Lächeln der Mona Lisa. Nicht umsonst nennt man die Frucht ja auch das Lächeln der Natur“, schwärmt er.

Seine Exponate findet er im Internet, auf Auktionen und Flohmärkten. Das teuerste Stück seiner Sammlung ist ein Original-Stich der Naturforscherin und Künstlerin Maria-Sibylla Merian (1647-1717). Er zeigt ein Bananenbüschel und hat Stellmacher einst mehrere Hundert Euro gekostet. Besonders am Herzen liegt ihm eine Kopie der Statue „Die Bananenesserin“ des expressionistischen Malers und Bildhauers Ernst Ludwig Kirchner. „Das Original ist verschollen, diese Kopie stammt von einem anonymen polnischen Holzbildhauer“, sagt der Museumsdirektor.

Auf die Frage nach der Zahl seiner Exponate antwortet er ohne zu überlegen: „13 834 - jedenfalls so ungefähr. Es sind zu viele, um sie alle zu zeigen.“ Was keinen Platz in der Ausstellung hat, wandert vorübergehend ins Magazin. „Ab und zu wird gewechselt, wie in jedem anderen Museum auch.“

dpa

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