Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Land richtet regionale Beratungszentren ein

Inklusion Land richtet regionale Beratungszentren ein

Um den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap voranzubringen, will Niedersachsen flächendeckend ein Beratungs- und Unterstützungssystem aufbauen. Ab Februar 2017 sollen zwölf Planungsgruppen starten, zum nächsten Schuljahr dann die regionalen Beratungszentren ihre Arbeit aufnehmen.

Voriger Artikel
Feuer in Krankenhaus - Notaufnahme geräumt
Nächster Artikel
Polizei fasst mutmaßlichen Sextäter

Recht auf Teilhabe: Das Land will den Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern voranbringen.

Quelle: Uwe Anspach

Hannover. Um den umstrittenen gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap voranzubringen, will Niedersachsen jetzt ein Netzwerk von regionalen Beratungsstellen aufbauen. Ab Februar 2017 sollen zunächst zwölf Planungsgruppen – in Großstädten wie in ländlichen Regionen – starten, im Sommer sollen dann die ersten Zentren ihren Betrieb aufnehmen. Bis 2021 plant das Land für jeden Kreis eine Beratungsstelle, geleitet werden könnten sie von Rektoren der auslaufenden Förderschulen.

In den Planungsgruppen sollen Regelschullehrer und Sonderpädagogen, Mitarbeiter der Landesschulbehörde und des Schulträgers zusammensitzen. Seit drei Jahren haben Eltern in Niedersachsen die Wahl, ob sie ihr behindertes Kind auf eine Regel- oder eine Förderschule schicken. Rund 60 Prozent der Familien, die ein Kind mit Beeinträchtigung in den Jahrgängen 1 bis 8 haben, entscheiden sich mittlerweile für eine Regelschule. Im Schuljahr 2015/16 wurden landesweit 15 661 Schüler mit Förderbedarf an einer Regelschule unterrichtet.

„Wir haben mit der Inklusion einen der größten Umstellungsprozesse der Schulgeschichte vor uns“, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Donnerstag. Es sei aber nicht nur Aufgabe der Schulen, sondern ein gesamtgesellschaftlicher Veränderungsprozess. Kein Kind dürfe zurückgelassen werden. „Die inklusive Schule ist die Schule der individuellen Förderung“, sagte die Ministerin.

Anfangsbegeisterung ist verflogen

2012 hatten sich alle Landtagsfraktionen für die Einführung der Inklusion ausgesprochen. Die Anfangsbegeisterung ist aber verflogen, und die politische Einigkeit ist auch vorbei. Lehrer an Regelschulen fühlen sich überlastet, viele Sonderpädagogen hetzen von Einsatzort zu Einsatzort und sehen sich nirgendwo richtig angebunden. Schulbegleiter sind vielfach nicht Teil des Teams im Klassenraum. Elternvertreter verlangen deshalb eine Pause von der Inklusion. Björn Försterling (FDP) sagte am Donnerstag: „Die Inklusion an Regelschulen droht grandios zu scheitern.“ Er forderte deshalb, die Förderschulen für Kinder mit Lernproblemen erst mal zu erhalten.

Dem erteilte Heiligenstadt eine klare Absage. Ein Zurück werde es nicht geben. Kein Kind solle den Satz hören müssen: „Auf diese Schule gehörst du nicht.“ Die Inklusion habe sich bewährt, bei Lehrern sei es keine Frage des Ob, sondern nur noch des Wie. In Klassen, in die auch behinderte Kinder gingen, sei das soziale Klima besser. Teilweise erreichten die Behinderten an Regelschulen sogar bessere Lernergebnisse als an Förderschulen.

Während die CDU den Aufbau eines bürokratischen Systems kritisierte, kam von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und vom Landeselternrat Lob für die Beratungsstellen. Anderthalb Jahre lang habe man mit den Verbänden diskutiert, sagte Heiligenstadt. Bis 2020 investiert das Land 1,7 Milliarden Euro in den gemeinsamen Unterricht.     

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Der Norden

Finden Sie, dass es momentan zu viele schlechte Nachrichten gibt? Das möchten wir gerne ändern, und zwar mit Ihrer Hilfe. Gemeinsam mit dem NDR, den Kieler Nachrichten, der Ostsee-Zeitung in Rostock und dem Hamburger Abendblatt sammeln wir die guten Nachrichten der Leser und Hörer. Teilnehmer können einen exklusiven Besuch der Elbphilharmonie in Hamburg gewinnen.  mehr

So schön ist Niedersachsen aus der Luft

Von Harz über Heide bis zur Nordsee: Die schönsten Luftaufnahmen von Niedersachsen.

Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
Schlürfen, trinken, spucken - zu Besuch bei einem Teeverkoster

Wenn Stefan Feldbusch Tee trinkt, ist häufig wenig Genuss dabei. 300 Tassen trinkt der 53-Jährige am Tag - als Teeverkoster für die Ostfriesische Teegesellschaft.