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Der Norden Deutsche Bahn führt Alkoholverbot ein
Nachrichten Der Norden Deutsche Bahn führt Alkoholverbot ein
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00:15 23.10.2017
Von Bernd Haase
In den S-Bahnen in der Region Hannover soll es vom Beginn 2018 ein Alkoholverbot geben. Quelle: dpa/Archiv
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Hannover

Als letztes der in der Region Hannover tätigen Nahverkehrsunternehmen führt nun auch die Deutsche Bahn ein Alkoholverbot ein. Es tritt am 1. Januar in Kraft und gilt für die hannoversche S-Bahn sowie auf einigen Regionalzugverbindungen in Niedersachsen und Bremen. „Wir reagieren damit auf Kundenwünsche“, sagt Egbert Meyer-Lovis, Sprecher der DB Regio-Nord. Auch die Nahverkehrsgesellschaft des Landes (LNVG) und die Region als zuständige Behörden hätten entsprechende Wünsche geäußert.

Alkoholverbot in den S-Bahnen in Hannover – eine gute Idee?

Nach den Bussen und Bahnen der Üstra nun auch die Deutsche Bahn: Sie will von 2018 an auf vielen Nahverkehrsstrecken in Norddeutschland das Trinken von Alkohol verbieten. Das gilt unter anderem für die S-Bahnen in Hannover.

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DB Regio-Nord hat die Reisenden nicht explizit nach einem Alkoholverbot gefragt, wie es in Hannover zum Beispiel die Üstra getan und dabei mehr als 80 Prozent Befürworter ermittelt hatte. „In unseren regelmäßigen Kundenbefragungen wurde das Thema aber immer wieder angesprochen“, sagt Meyer-Lovis. Außer für die S-Bahn werde das Verbot auch für Regionalexpresszüge zwischen Hannover, Bremerhaven und Bremen, Norddeich, Osnabrück sowie im Harz-Weser-Netz gelten. Letzteres bedient den südostniedersächsischen Raum zwischen Braunschweig und Göttingen.

Seit Jahresbeginn gilt ein Alkohlverbot in Bussen und Bahnen der Üstra. Mit Kontrollgängen und Ermahnungen überwacht das Sicherheitspersonal die Einhaltung.

Wie andere Unternehmen auch will die Bahn nur den Konsum verbieten, nicht aber die Mitnahme von Bier, Wein oder Spirituosen. „Wer im Zug trinkt oder eine geöffnete Flasche dabei hat, begeht einen Verstoß“, sagt Meyer-Lovis. Während einer zweimonatigen Einführungsphase will die Bahn das nicht bestrafen, sondern an die Einsicht der Kunden appellieren. Danach wird dann eine Strafgebühr in Höhe von 40 Euro fällig. Reisende, die schon angetrunken einsteigen, dürfen mitfahren.

Auf die neue Regelung wird die Bahn mit Piktogrammen in den Zügen hinweisen. Sie erwartet, dass es in den Wagen als Folge sauberer wird und dass das Sicherheitsempfinden der Reisenden steigt. Zusätzlicher Personaleinsatz zwecks Kontrolle ist zunächst nicht vorgesehen.

Mit der Neuregelung ist die Bahn im Raum Hannover Nachzügler. Als Erstes hatte die Regiobus vor gut zehn Jahren Alkoholkonsum verboten. 2009 folgte die Eisenbahngesellschaft Metronom, die damit unter anderem auf Zechereien in sogenannten Discozügen – Verbindungen, die Partygänger am Wochenende nutzen – und unter reisenden Fußballfans reagierte. Die Üstra folgte schließlich Anfang 2017.

Alle Unternehmen verweisen auf positive Resonanz innerhalb der Kundschaft und auf Zustimmungsraten zwischen 80 und 90 Prozent der Befragten. Konsequent ist die Bahn allerdings nicht. Erstens untersagt sie nicht auf allen Strecken im Norden Alkoholkonsum, zweitens verkauft sie in den Restaurants und Bistros ihrer Fernverkehrszüge weiterhin Bier und Wein. Meyer-Lovis erklärt das unter anderem mit unterschiedlicher Aufmerksamkeit, die der Angelegenheit gewidmet werde: „In Schleswig-Holstein zum Beispiel ist ein Alkoholverbot überhaupt kein Thema.“     

Die Spaßpartei Die Partei hatte gegen das Verbot bei der Üstra mit einem Biertrinken in den Stadtbahnen protestiert: Motto "Astra statt Üstra".

"Astra statt Üstra" war das Motto mit dem die Satirepartei Die Partei gegen das kommende Alkoholverbot der Üstra demonstriert hat.

 

Bestrafung wird unterschiedlich gehandhabt

Bei der Durchsetzung des Alkoholkonsumverbotes, wie es korrekt heißt, gehen die Unternehmen unterschiedlich vor. Die Deutsche Bahn will nach einer Einführungsphase bei Verstößen 40 Euro verlangen und folgt damit dem Beispiel der Metronom. Diese setzt zwar auf das Fingerspitzengefühl ihrer Schaffner und gewährt Ermessensspielraum, verhängt aber in der Regel das Strafgeld.

Die Üstra hat sich die Einführung eines Strafgelds vorbehalten, bisher aber auf diese Maßnahme verzichtet. Sie setzt auf Aufklärung und soziale Kontrolle, damit das Verbot eingehalten wird.     

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