Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 9 ° heiter

Navigation:
Bahn hebt Preise im Nahverkehr an

Ausnahmen in Niedersachsen Bahn hebt Preise im Nahverkehr an

Bahnfahren wird im Regionalverkehr teurer: Die Deutsche Bahn erhöht die Ticketpreise um fast 2 Prozent, teils aber auch deutlich mehr. Der Niedersachsentarif soll weniger steigen.

Voriger Artikel
Kaputte Presse: VW muss Golf-Produktion stoppen
Nächster Artikel
Hurricane zum besten Festival gekürt

Die Bahn berechnet bundesweit ihre Nahverkehrspreise neu - aber für Niedersachsen gelten Ausnahmen.

Quelle: dpa

Berlin/Hannover. Im Regionalverkehr wird Bahnfahren für Pendler und Reisende demnächst teurer. Die Deutsche Bahn (DB) erhöht die Preise in den roten Nahverkehrszügen zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember im Schnitt um 1,9 Prozent, teils aber auch deutlich mehr. Dies gilt jedoch nur da, wo die DB den Nahverkehr allein betreibt - in Niedersachsen also nicht. Hier kosten die Nahverkehrstickets im landeseinheitlichen Verbund des Niedersachsentarifs zwar auch bald mehr, aber die Erhöhung fällt deutlich geringer aus als bei der Bahn. Das Niedersachsenticket soll gar nicht teurer werden, während die Bahn ihre Preise für entsprechende Angebote in anderen Bundesländern anhebt.

Wie aus internen DB-Unterlagen hervorgeht, ergeben sich spürbar höhere Fahrpreise für viele Bahnfahrer außerhalb Niedersachsens durch eine Änderung des Preissystems im Nahverkehr. Bisher erhöhen sich die Ticketpreise in Stufen, künftig wird wie zu Bundesbahnzeiten wieder kilometergenau gerechnet. Dadurch würden bei Einzel- und Zeitkarten „für den Kunden nicht nachvollziehbare Preissprünge reduziert“, räumt der Staatskonzern selbst ein.

Pendler besonders betroffen

Beispiel: Bisher zahlt man für eine 15 km lange Fahrt im Regionalzug 3,80 Euro, für eine 16 km lange Fahrt dagegen 4,50 Euro. Ab 11. Dezember kostet die kürzere Fahrt 4,10 Euro, also 30 Cent oder fast 8 Prozent mehr. Der Preis für die 16 km bleibt gleich, der Abstand verringert sich also. „In Summe wird das Preissystem für die Kunden gerechter“, argumentiert die DB, teilt aber gleichzeitig mit, dass dadurch die Ticketpreise im Schnitt um 2,7 Prozent steigen. Das gelte auch für Zeitkarten, die besonders Pendler häufig nutzen.

Auch für beliebte Sonderangebote im Nahverkehr müssen Bahnfahrer mehr zahlen. So kostet das Bayernticket, mit dem man einen Tag quer durchs Land fahren kann, künftig am Automaten und im Internet 25 Euro, das sind 2 Euro oder fast neun Prozent mehr. Am Schalter und in der Agentur sind 27 Euro fällig. Bis zu vier Mitfahrer zahlen nun je 6 Euro, bisher waren es 5 Euro. Die Ländertickets für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden je einen Euro teurer. Die Tageskarte für die Mitnahme des Fahrrads im Nahverkehr verteuert sich auf 5,50 Euro.

Was meinen Sie?

Zu diesem Artikel können Sie einen Kommentar abgeben. Bis zu drei Tage nach Veröffentlichung des Textes können Sie mit anderen Lesern über das Thema diskutieren. Sie finden die Anmeldung und die bereits abgegebenen Kommentare weiter unten auf dieser Seite. Reden Sie mit!

Die Preise im Nahverkehr der Deutschen Bahn steigen bereits seit 13 Jahren kontinuierlich zum jeweiligen Fahrplanwechsel im Dezember. Zuletzt hatte der Konzern die Fahrpreise in den Regionalzügen um im Schnitt 2 Prozent erhöht. Allerdings bestimmt die Deutsche Bahn nur für ein Fünftel aller Nahverkehrsfahrten selbst die Preise. Auf dem Großteil der Strecken entscheiden kommunale Verkehrsverbünde über die Tarife, die im Schnitt zuletzt teils noch stärker stiegen als die DB-Preise.

In Niedersachsen haben sich die Nahverkehrsanbieter 2013 auf ein einheitliches Preissystem, den „Niedersachsentarif“ verständigt. Geschäftsführer Andreas Meyer kündigte eine Entscheidung über eine „Preisanpassung“ in den nächsten Wochen an. Die Erhöhung werden aber „auf jeden Fall“ unter einem Prozent liegen. Das Niedersachsenticket soll unverändert 23 Euro plus 4 Euro für jeden Mitfahrer kosten. Schon vergangenes Jahr waren die Niedersachsen Meyer zufolge mit plus 0,7 Prozent deutlich unter der Preiserhöhung der Deutschen Bahn geblieben.

Thomas Wüpper

Niedersachsentarif

Der Niedersachsentarif ist der gemeinsame Tarif aller Eisenbahnunternehmen in Niedersachsen (DB Regio, erixx, evb, metronom, NordWestBahn und WestfalenBahn). Der Tarif gilt auf allen Verbindungen innerhalb Niedersachsens sowie für Fahrten zwischen Niedersachsen und Hamburg beziehungsweise Bremen. Zu dem Angebot gehört das „Niedersachsen-Ticket“. Damit können alle Züge im niedersächsischen Nahverkehr werktags von 9 Uhr bis 3 Uhr am Folgetag und am Wochenende von 0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages genutzt werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Der Norden
So schön ist Niedersachsen aus der Luft

Von Harz über Heide bis zur Nordsee: Die schönsten Luftaufnahmen von Niedersachsen.

Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
10. Jahrestag des Transrapid-Unglücks im Emsland

Am 22. September 2006 war auf der Teststrecke ein Magnetzug auf einen Werkstattwagen geprallt. 23 Menschen starben, 10 überlebten teils schwer verletzt.