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Der Norden Nach Großbrand kein Schlachtbetrieb in Lohne möglich
Nachrichten Der Norden Nach Großbrand kein Schlachtbetrieb in Lohne möglich
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11:17 29.03.2016
Großeinsatz für die Feuerwehr in Lohne.  Quelle: dpa
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Lohne

Am Dienstagmorgen war die Feuerwehr noch damit beschäftigt, Brandnester zu löschen. Über Nacht hatte der Wind nachgelassen, was die Löscharbeiten erleichterte. Helfer leuchteten in der Nacht das Werksgelände mit Strahlern aus. Mit Baggern und Radladern wurden Rolltore geöffnet, um in die ausgebrannten Hallen zu gelangen. Die Feuerwehr setzte ein spezielles Gemisch aus Löschschaum und Wasser ein, um immer wieder aufflackernde Brandherde an verschiedenen Stellen zu löschen.

Der Schlachtbetrieb für Hähnchen ist vorerst nicht mehr möglich. Schlachttiere würden sofort zu anderen Standorten umgeleitet, teilte Wiesenhof mit. Täglich wurden in Lohne bis zu 370.000 Hähnchen geschlachtet. Die nächsten Wiesenhof-Schlachtereien sind in der Nähe in Holte und Wildeshausen. Die rund 1600 Mitarbeiter sollen am Nachmittag auf einer Betriebsversammlung über den Stand informiert werden.

Ostermontag hatte die Lage noch ganz anders ausgesehen: Dicke schwarze Rauchwolken stiegen am Montag über der Geflügelfabrik auf. Flammenwände schlugen aus zwei zerstörten Hallen. Hunderte aus allen Richtungen herbeigeeilte Feuerwehrleute kämpften gegen den Großbrand und beißenden Qualm. Die Einsatzkräfte versuchten die Hallen auf dem Fabrikgelände des Geflügelproduzenten und Branchenriesen Wiesenhof im niedersächsischen Lohne zu löschen.

"Die Feuerwehrleute kämpfen mit allem, was sie haben", schilderte ein Augenzeuge am Abend das Geschehen auf dem Fabrikgelände in der rund 26.000 Einwohner zählenden Stadt im Oldenburger Münsterland. Bei der ersten Alarmierung und nach dem Ausbruch des Feuers schien die Sache für die Einsatzkräfte zunächst kaum beherrschbar. "Zurzeit ist die Lage total unüberschaubar", sagte ein Polizeisprecher aufgeregt. "Die Flammen breiten sich aus. Die Lage ist chaotisch."

Von möglichen Explosionen war die Rede. Anwohner mussten Türen und Fenster geschlossen halten. Eine erste kleine Entwarnung gaben die Einsatzkräfte erst nach einer Lagebesprechung am Nachmittag. Keine Explosionen, hieß es. Und auch keine giftigen Dämpfe. Doch entstand an den Hallen ein Millionenschaden und die Messungen gingen vorsichtshalber weiter.

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Ein ausgebranntes Fahrzeug auf dem Gelände des Geflügelproduzenten Wiesenhof in Lohne.

Für den Branchenriesen bei der Geflügelproduktion, der mit Bildern von süßen Küken, einem grillenden Komiker Atze Schröder oder als Hauptsponsor von Werder Bremen wirbt, lief es schon zum Beginn des Osterwochenendes im Lohner Werk unrund. Am Samstag gab es einen Ammoniakalarm in einer Produktionshalle. Ob das in einer der Hallen war, die am Montag lichterloh brannten, blieb zunächst unklar.

Der Konzern teilte am Abend in einer kurzen Stellungnahme nur mit: Als das Feuer ausbrach, haben sich nur wenige Mitarbeiter in dem Betrieb aufgehalten. Sie seien alle rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden. "Darüber hinaus wurden am Ostermontag keine Tiere in Lohne geschlachtet. In den vergangenen Wochen wurden täglich bis zu 370.000 Tiere in Lohne geschlachtet." Zur Brandursache und der Höhe des verursachten Schadens können derzeit noch keine Aussagen getroffen werden, heißt es am Montag beim Konzern, der im zurückliegenden Geschäftsjahr glänzende Geschäftszahlen präsentieren konnte.

Beim Landkreis Vechta geht man nach der Feuersbrunst im Lohner Werk, in dem etwa 1600 Menschen arbeiten, von einem zweistelligen Millionenschaden aus. Vor gut einem Jahr richtete bereits ein Feuer in einer Hähnchenschlachtanlage des PHW-Konzerns in Bayern einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe an. Im niederbayerischen Bogen stand damals eine 2400 Quadratmeter große Werkshalle in Flammen.

dpa/ewo

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