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Der Norden "Unterrichtsverpflichtung für alle senken"
Nachrichten Der Norden "Unterrichtsverpflichtung für alle senken"
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00:15 07.05.2017
Von Saskia Döhner
Immer unter Druck: Die GEW fordert weniger Unterricht für Lehrer Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Auf eine konkrete Zahl wollten sich der Landesvorsitzende Eberhard Brandt und seine Vertreterin Laura Pooth am Mittwochabend vor Journalisten in Hannover aber nicht festlegen. Dazu müsste man erst auch das Ergebnis der Lehrer-Arbeitszeitkommission abwarten, die Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) eingerichtet hatte. Die wird aber erst nächstes Frühjahr ihre Empfehlung abgeben, also nach der Landtagswahl im Januar 2018.

Eine Arbeitszeitstudie der GEW hatte ergeben, dass die meisten Lehrer mehr als die vorgesehenen 40 Stunden in der Woche arbeiten, im Durchschnitt kamen die Pädagogen auf 46. Besonders belastet waren Gymnasiallehrer, hier hatten einige angegeben, in Schulwochen auf rund 50 Stunden zu kommen.

Die GEW fordere deshalb mehr Anrechnungsstunden für besondere unterrichtliche Belastungen, sagte Brandt. Bislang würden Lehrer nur entlastet, wenn sie extra Funktionen wie die Koordinierung des Vertretungsplans oder die Ausleihe der Schulbücher übernähmen, aber nicht für Belastungen im Unterricht. Wer etwa große Deutschkurse in der Oberstufe und deshalb viele Klausuren zu korrigieren habe, müse weniger unterrichten, sagte Brandt. Die Schulen sollten selbst über ein Budget an Anrechnungsstunden verfügen, das sie indviduell und flexibel verteilen könnten.

Auch an Grundschulen müsste es endlich Anrechnungsstunden für Belastung im Unterricht geben, ergänzte Pooth. Gerade Teilzeitkräfte seien über Gebühr unter Druck. "Je geringe die Unterrichtsverpflichtung, desto höher der Stress." Wer eine Klasse leite oder an Konferenzen teilnehme, solle entsprechend weniger Regelunterricht erteilen. 

Die GEW macht sich zudem für eine zweite Stunde Altersermäßigung stark. Bislang müssen nur Lehrer ab 60 eine Stunde weniger unterrichten, künftig solle eine weitere Ermäßigungsstunde ab dem 55. Lebensjahr hinzukommen, fordert die Lehrergewerkschaft. Brandt wies darauf hin, dass immer weniger Pädagogen überhaupt bis zur Pensionierung durchhielten. 2015 waren landesweit rund 3580 Lehrer in den Ruhestand gegangen, mehr als die Hälfte davon frühzeitig ab 62. Nur 27,3 Prozent waren im regulären Pensionierungsalter von 65 Jahren.

Brandt betonte, dass der Lehrermangel in zwei Jahren überwunden sein werde, weil der Gipfel der Pensionierungswelle dann überwunden sei. Künftig würden nicht mehr 3000 oder 4000 Lehrer in den Ruhestand gehen, sondern nur noch rund 2000.

Um die Inklusion, also den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap an Regelschulen, besser abzufedern, müssten in den nächsten Jahren rund 1000 Sonderpädagogen eingestellt werden, betonte Brandt, weil dies derzeit nicht auf dem Markt seien, zur Not auch Regelpädagogen, damit in jeder Klasse zwei Lehrkräfte seien.

Mit diversen Aktionen will die GEW das Thema Lehrerarbeitszeit in den nächsten Monaten wieder in die Öffentlichkeit rücken. Heute wollen Lehrer in Hannover, aber auch in Braunschweig und anderswo protestieren. Zudem bereiten einige Schulleiter  laut Brandt auch Grundsatzklagen gegen die Arbeitsverordnung vor. Ziel sei es, diese für nichtig zu erklären.

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