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Immer mehr behinderte Kinder an Regelschulen

Inklusion Immer mehr behinderte Kinder an Regelschulen

Die Inklusionsquote in Niedersachsen steigt: Von den Kindern der Jahrgänge 1 bis 8, die einen sonderpädagogischen Unterstüzungsbedarf haben, besuchen schon 61,4 Prozent eine Regelschule. "Das gemeinsame Lernen hat einen großen Zuspruch", sagt Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD).

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Immer mehr Kinder mit Handicap besuchen Regelschulen in Niedersachsen.

Quelle: Oliver Berg

Hannover. Landesweit gibt es derzeit 37.269 Schüler mit Handicap von Klasse 1 bis 8, davon gehen im laufenden Schuljahr 22.879 eine allgemeine öffentliche Schule und 14.390 zu einer Förderschule. Knapp die Hälfte der Kinder mit Beeinträchtigung, die auf eine Regelschule geht, besucht eine Grundschule. An zweiter und dritter Stelle folgen die Oberschulen (19 Prozent) und die Gesamtschulen (16,6). Vergleichsweise selten sind behinderte Schüler an Realschulen (2,5) und Gymnasien (2,6 Prozent).

"Wünschenswert wäre eine schon gleichmäßigere Verteilung", betont Heiligenstadt. Kinder mit einer geistigen oder einer Lernbehinderung könnten sehr wohl ein Gymnasium besuchen, auch wenn sie kein Abitur erreichen könnten: "Sie werden dann zieldifferent und nicht zielgleich unterrichtet." Die Ministerin berichtete von der Mutter einer Tochter mit Down-Syndrom, die ein Gymnasium besuche. Sie habe in der 8. Klasse schon das Curriculum der 10. Klasse einer Förderschule für geistig behinderte Kinder absolviert. "Vielleicht schafft die Schülerin sogar den Hauptschulabschluss, an einer Förderschule für geistig Behinderte wird gar kein offizieller Schulabschluss vergeben."

Durch die Zahl der Schüler steigt auch der Zusatzbedarf Inklusion. In diesem Schuljahr wurden 80.000 Stunden zur Verfügung gestellt, davon 29.000 für die sonderpädagogische Grundversorgung an Grundschulen. Weil es nach wie vor an Sonderpädagogen mangelt, prüft die Ministerin den Einsatz anderer Fachkräfte wie Erzieher, Ergotherapeuten und Heilpädagogen an den Regelschulen. "Wir brauchen multiprofessionelle Teams."  Die Lehrergewerkschaft GEW hatte 1000 zusätzliche Fachkräfte an den Regelschulen gefordert.

Bis 2018 soll die Zahl der Plätze für Sonderpädagogik-Studenten an den Hochschulen in Oldenburg und Hannover auf jeweils 200 im Bachelor- und im Master-Studiengang erhöht werden. Seit 2013 hätten sich 30.000 Lehrer in dem Bereich Inklusion weitergebildet - vom Wochenseminar bis zum berufsbegleitenden Aufbaustudiengang.

Die meisten der Schüler mit Handicap an Regelschulen hat Lernprobleme, nämlich 11.103, gefolgt von Kindern mit emotional-sozialem Förderbedarf (4334) und Sprachschwierigkeiten (2875). Wer ein Kind mit Lernproblemen im Grundschulalter hat, muss sowieso die Regelschule wählen, weil die Förderschulen Lernen allmählich auslaufen und nur noch Kinder ab Klasse 5 aufnehmen können. Die Ministerin sagt, trotzdem sei die Regelschule die erklärte erste Wahl der Eltern, das merke man auch in den höheren Jahrgängen.

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Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 15. Oktober 2017
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
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