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Der Norden Die Rockerszene im Norden wächst wieder
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00:16 02.11.2016
Von Michael B. Berger
„Sehr besorgniserregend“: Die Hells Angels zählen zu den fünf aktiven Rockergruppen in Niedersachsen.  Quelle: Fredrik von Erichsen/dpa
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Hannover

Das ergibt sich aus der Antwort des niedersächsischen Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen zur aktuellen Entwicklung des Rockerunwesens in Niedersachsen. Die Grünen-Abgeordnete Meta Janssen-Kucz bezeichnet die Entwicklung als „sehr besorgniserregend“.

Rockerbanden kontrollieren vielerorts das Rotlichtmilieu und werden mit schweren Straftaten wie Menschen- und Waffenhandel in Verbindung gebracht. Auch bekriegen sich die Banden oft gegenseitig, es kommt zu Gewalttaten bis hin zum Mord. Vor allem im Jahr 2014 hat das niedersächsische Innenministerium einige Rockervereinigungen verboten und auch das Tragen von Kutten oder anderen Symbolen der Mitglieder unter Strafe gestellt. Auch das Bundesinnenministerium trat mit Verboten auf den Plan. Viele Rockerclubs wie etwa die unter Frank Hanebuth versammelten Hells Angels in Hannover kamen dem Vereinsverbot durch Selbstauflösung zuvor.

Doch schon bald organisierten sie sich unter leicht verändertem Namen neu, berichtet das Innenministerium in seiner Antwort auf die Fragen der Grünen. Auch zahlenmäßig sind die Rocker mittlerweile wieder fast so stark in Niedersachsen vertreten wie vor den Vereinsverboten. „Das Personenpotenzial der polizeirelevanten Gruppen (einschließlich rockerähnlicher Gruppierungen) beträgt in Niedersachsen zum 31. 12. 2015 insgesamt 765 Mitglieder, die in 76 Clubs organisiert waren“, schreibt das Ministerium. Im Jahr 2014 waren 830 Mitglieder in 72 Clubs registriert. Weiterhin setze sich der in den letzten Jahren zu beobachtende Trend einer hohen Fluktuation innerhalb der Szene fort. Aktuell seien in Niedersachsen fünf Gruppen vertreten - Bandidos MC, Hells Angels MC, Gremium MC, Outlaws MC und No Surrender MC. Die Bandidos seien in Aurich, Osnabrück und Cuxhaven vertreten, eine im Januar 2015 in Oldenburg gegründete Bandidos-Gruppe habe sich im Juni 2015 aufgelöst. Insgesamt schätzt das Ministerium die Mitgliederzahl der Organisation auf 44, dazu kämen noch einmal 76 Rocker in Unterstützergruppen.

Die Hells Angels haben laut Innenministerium zehn Ortsgruppen - in Wolfsburg, Celle, Walsrode, Wilhelmshaven, Delmenhorst, Bassum, Stadt Oldenburg, Umland Oldenburg/Bremen sowie Hannover (unter dem neuen Namen North Gate). Ferner seien den Hells Angels 282 Unterstützer zuzurechnen, sodass man insgesamt auf 431 Personen komme. Die Rockergruppe GMC bringe es einschließlich der unterstützenden Clubs auf 147 Personen. Diese Gruppe trat im März öffentlich in Cuxhaven in Erscheinung - eine Machtdemonstration, nachdem im August 2015 einer der Anführer des Gremium MC Cuxhaven von einer konkurrierenden Rockergruppe angegriffen und verletzt worden sei.

„Die Verbote haben immerhin den Druck auf die Szene erhöht, die aber durch Selbstauflösung und Neugründung die staatlichen Maßnahmen sabotiert“, sagt die Grünen-Abgeordnete Janssen-Kucz. Deshalb müsse der Staat neue Wege suchen, die ausufernde Rockerkriminalität zu begrenzen.

Nur mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) konnte die Polizei am späten Sonnabendabend einen Mann überwältigen, der nach sich nach einem Diebstahl in seinem Haus in Wulften (Kreis Osterode) verschanzt und auf die Polizei geschossen hatte. Der Festgenommene befindet sich nun in Untersuchungshaft.

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