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Vogelgrippe nicht zu stoppen - wer ist Schuld?

Geflügelhalter weisen Vorwürfe zurück Vogelgrippe nicht zu stoppen - wer ist Schuld?

Die Geflügelhalter weisen die Vorwürfe von Landwirtschaftsminister Christian Meyer zum falschen Umgang mit der Vogelgrippe zurück. Meyer stützt sich auf eine Untersuchung, die zum Ergebnis kommt, dass sich das Virus im Kreis Cloppenburg zwischen den Betrieben verbreitet.

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In einem Stall im Kreis Oldenburg werden tote Puten verladen.

Quelle: dpa

Hannover. Im Kampf gegen die hartnäckigste Vogelgrippe, die es je gab, wird der Ton zwischen den Beteiligten rauer. Nachdem Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) Geflügelhaltern im Landkreis Cloppenburg mangelnde Sorgfalt vorgeworfen hat, weist der Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke, diese Behauptungen nun empört zurück.

Virus verbreitet sich zwischen Betrieben

„Das ist nicht fair und nicht belegt“, sagte Ripke der HAZ. Die Branche befinde sich in einer Situation, bei der viele Betriebe existenzielle Ängste hätten, sagte Ripke. Er könne nicht verstehen, wie man den Landwirten in dieser Lage vorwerfen könne, nicht ausreichend darauf zu achten, das Virus nicht über Futter, Kleidung oder Geräte in die Ställe zu tragen. Übertragung von Stall zu Stall Genau das hatte Meyer am Mittwoch behauptet und sich dabei auf eine Untersuchung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) gestützt.

Das Institut hatte für den Kreis Cloppenburg eine Besonderheit festgestellt: Während an allen anderen Orten und für Deutschland insgesamt sehr sicher Zugvögel für das Eintragen des Virus verantwortlich gemacht werden können, gebe es in Cloppenburg „starke Hinweise darauf, dass es dort zu einer Ausbreitung zwischen den Betrieben gekommen ist“, teilte das FLI gestern mit. Nach HAZ-Informationen haben die Prüfer teilweise dramatische Mängel gefunden: Demnach wurden Kadaver gemeinsam gelagert, Geräte zwischen den Betrieben ausgetauscht oder Hygiene-Schleusen vor den Ställen einfach nicht genutzt.

Mittlerweile 400.000 Tiere in Cloppenburg getötet

Die FLI-Experten empfehlen sogar zu prüfen, bei solchen Verstößen Zahlungen aus der Tierseuchenkasse zu kürzen. Diese Kasse zahlt für jedes Tier, das aus seuchenhygienischen Gründen getötet wurde, einen bestimmten Betrag. Einzelne schwarze Schafe möge es geben, doch das sei nicht die einzige denkbare Erklärung, meint Ripke. Es könne auch gut sein, dass der Wind für die Weiterverbreitung verantwortlich sei. „Bei starkem Wind erleben wir, dass die Betriebe fallen wie Perlen an der Schnur“, so Ripke. Ob nun Wind oder Mensch – in jedem Fall erweist sich die räumliche Nähe von Ställen als Problem. So halten auch die FLI-Experten in jedem Fall eine Verringerung der Betriebs- oder Tierdichte für sinnvoll.

Das könnte auch der Schlüssel für die Lage im Kreis Cloppenburg sein: Mittlerweile sind allein dort 400.000 Tiere getötet worden, neue Aufstallungen wurden wegen der Epidemie nicht erlaubt. Man hoffe, „dass der Seuchendruck geringer wird, durch diesen Rückgang der Population“, sagte Sabine Uchtmann, Sprecherin des Landkreises.

Größte Serie von Geflügelpest

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) sieht keine Anzeichen für ein Abklingen der Vogelgrippe in Deutschland. Mit 28 Ausbrüchen in Geflügelhaltungen im Jahr 2016 und 66 im Jahr 2017 handele es sich um die größte jemals dokumentierte Serie von Geflügelpest in Deutschland. In Niedersachsen wurden 37 Fälle des aggressiven Virustyps H5N8 seit vergangenem Herbst nachgewiesen – getötet werden dann aber jeweils gesamte Bestände.
FLI-Präsident Thomas Mettenleiter wies Kritik von Naturschutzverbänden zurück, die Geflügelpest sei nicht durch Wildvögel, sondern über Futter oder Tiefkühlgeflügel von Asien nach Deutschland gelangt. Zum einen sei die Vogelgrippe in Deutschland zuerst bei Wildvögeln und erst danach bei Nutzgeflügel aufgetreten. Zudem lasse sich der Weg des Virus und seiner Veränderungen von Asien über Russland nach Mitteleuropa genetisch gut nachvollziehen.

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Niedersachsen in Zahlen
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  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 2018
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
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  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
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