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Der Norden Diese Folgen hat der Spätsommer für Niedersachsen
Nachrichten Der Norden Diese Folgen hat der Spätsommer für Niedersachsen
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00:16 18.09.2016
Viel Hitze und wenig Niederschlag - wie hier an der Elbe sinken die Wasserstände momentan. Quelle: dpa
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Hannover

Heiß, heißer, Mitte September. Mehr als fünf Grad wärmer war der Monat in Niedersachsen bislang im Vergleich zu den Durchschnittswerten aus den Vorjahren. „Bis zum Monatsende wird sich das noch etwas angleichen, das könnte aber vielleicht sogar einen neuen Rekord geben“, sagt Gehard Lux, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der höchste Wert in Niedersachsen wurde am Dienstag - dem wärmsten Tag der Hitzeperiode - mit 33,8 Grad in Lingen gemessen. Gut die Hälfte aller Messstationen hatten am 13. September einen neuen Rekord zu verzeichnen.

Auch wenn so viele heiße Tage in dieser Zeit des Jahres extrem selten seien, gebe es diese Sommertag im September immer wieder. 1947 war es sogar noch heißer, 1983, 1999, 2005 und auch 2013 gab es unter anderem ähnlich viel zu schwitzen.

Auch beim Niederschlag ist der September bislang weit entfernt vom Durchschnitt. In Bergen zum Beispiel fielen bislang gerade mal 2,5 Liter pro Quadratmeter. „Auf den gesamten Monat rechnet man mit 60 Litern“, so Lux. Auf die Klimaerwärmung ließe sich die Hitzewelle nicht zurückführen, vielmehr handele es sich um Einzelereignisse, die immer mal vorkommen. Anders sieht es beim Regen aus. „Hier zeichnet sich eine Tendenz ab“, sagt Lux. Längeren gleichmäßigen Regen gebe es weniger, dafür häufiger starke kurze Regenfälle. Generell bleibe die Niederschlagsmenge jedes Jahr weitgehend gleich, wobei es allerdings im Winter mehr regnet (und weniger schneit), der Sommer dafür trockener ist, so der Experte.

Die Freibadsaison verlängert in den meteorologischen Herbst, das bedeutet auch: Waldbrandgefahr, Druck für die Landwirte und halbleere Talsperren. Ein Überblick.

Weniger Wasser in den Talsperren, zu wenig in der Elbe

Wenig Regen und viel Hitze sorgen für niedrige Füllstände in den Talsperren (hier der Oderteich bei Braunlage). In der Okertalsperre liegt er zum Beispiel bei nur rund 34 Prozent. Kein Grund zu Sorge, meint Robert Schellhase von den Harzwasserwerken. Insgesamt rund 80 Millionen Kubikmeter Wasser sind vorrätig. Im Jahr werden 88 bis 90 Kubikmeter ausgegeben. „Es ist reichlich Wasser vorhanden.“ In der Schifffahrt sieht das anders aus. Dort macht sich die Trockenheit laut Andreas Dohms vom Schifffahrtsamt Lauenburg seit rund vier Wochen bemerkbar. Die Elbe (großes Bild) ist von Lauenburg in Richtung Niedersachsen für den Güterverkehr nicht mehr befahrbar. Elbe-Seitenkanal und Mittellandkanal dienen als Ausweichstrecken.

Waldbrandgefahr

In ganz Niedersachsen galt in den vergangenen Tagen überwiegend Warnstufe 3, in der Lüneburger Heide, Celle und Bergen die höchste Stufe 5. Angekündigter Starkregen und sinkende Temperaturen sorgen bei der Feuerwehr aber nicht für Entspannung: Der ausgetrocknete Boden ist wie versiegelt und kann das Wasser in so kurzer Zeit nicht aufnehmen – die Folge: Überschwemmungen und Schlammlawinen.

Harte Böden und kein Gras

Für Landwirte bedeutet die derzeitige Wetterlage vor allem eins: viel ackern. Die Probleme sind von der Heide bis in die Hildesheimer Börde aufgrund verschiedener Böden und lokaler Niederschläge unterschiedlich. „Aus den knüppelharten Böden sind die Kartoffeln kaum herauszubekommen“, sagt Heike Bollmann vom Landvolk Niedersachsen. Außerdem erhitzen die Knollen, was zu Fäule führen kann. Zudem sei der Mais sehr schnell trocken geworden. Ist er zu trocken, lässt er sich schlecht zu Silage machen. Die Erntehelfer werden oft weit im Voraus gebucht – nun muss aber früher geerntet werden als gedacht. Auch Viehhalter merken die Trockenzeit: Ohne Gras kein Futter – auch nicht zum Einlagern für den Winter. Die Rapsaussaat muss zusätzlich bewässert werden.

Celia Born

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