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Kritik an Wunstorfer Einrichtung

„Dieser Vorgang ist peinlich für die Psychiatrie“

Von Karl Doeleke

Der Bericht der Psychiatriekommission über die Zustände in der psychiatrischen Fachklinik Wunstorf schlägt hohe Wellen. Politiker fordern rückhaltlose Aufklärung.
Im Fokus: Psychiatrie in Wunstorf.

Im Fokus: Psychiatrie in Wunstorf.

© dpa

Hannover. „Ich bin wirklich entsetzt. Das berührt mich zutiefst“, sagte Doris Klawunde, gesundheitspolitische Sprecherin der Regionsfraktion der Grünen und Mitglied im Aufsichtsrat des Klinikums Region Hannover (KRH) am Donnerstag. „Ich halte es jetzt unbedingt für erforderlich, dass alle Fakten auf den Tisch kommen.“ Manfred Benkler, der für die CDU im KRH-Aufsichtsrat sitzt, fordert eine rückhaltlose Aufklärung.

Die Kontrollkommission des Landes hatte am 18. Januar 13 demenzkranke Senioren nachts bei Neonlicht in einem Aufenthaltsraum angetroffen. Rainer Brase, ärztlicher Geschäftsführer der psychiatrischen Kliniken Wahrendorff in Sehnde, hält diese Form der Betreuung Demenzkranker für eine „absolut ungewöhnliche Maßnahme“. Es gebe sicher immer mal wieder einzelne Patienten, die besonders überwacht werden müssten. Wenn es tatsächlich so gewesen sei, wie es in dem Bericht der Kontrollkommission des Landes steht, dass so viele Patienten in nur einem Raum überwacht worden seien, dann sei dies nicht nachvollziehbar.

Ein Insider, der namentlich allerdings  nicht genannt werden möchte, hält eine Überbelegung der Stationen in der Wunstorfer Einrichtung zwar für möglich – dann aber werde im Zweifelsfall in ein Drei- oder Vier-Bett-Zimmer ein weiteres Bett geschoben. Normalerweise sei es auch üblich, dass das Licht ausgeschaltet werde, um Menschen zum Schlafen zu bringen. „Dieser Vorfall ist für die gesamte Psychiatriebranche peinlich“, sagte der Kenner der Kliniklandschaft. Dabei sei Wunstorf eigentlich immer eine Vorzeigeeinrichtung gewesen.

„Der Fairness halber möchte ich erst mal abwarten, was die Klinikdirektorin zu den Vorwürfen zu sagen hat“, meint Michaela Michalowitz, sozialpolitische Sprecherin der CDU-Regionsfraktion. Eine Qualitätssicherung der stationären Patientenversorgung gebe es nicht, heißt es beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung MDK.

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