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Dünger belasten Grundwasser in Niedersachsen

Nitrate Dünger belasten Grundwasser in Niedersachsen

Vor allem Überdüngung soll für hohe Nitratbelastung des Grundwassers in Niedersachsen verantwortlich sein. Die Tierhalter stehen daher in der Pflicht. Auf sie kommen neue Herausforderungen zu. Der jüngste Nährstoffbericht belegt: Ihre Anstrengungen tragen erste Früchte.

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Ein Bauer düngt seine Felder.

Quelle: Archiv/Symbolbild

Hannover. Im Kampf gegen die anhaltend hohe Grundwasserbelastung durch Düngerückstände der Landwirtschaft machen Niedersachsens Tierhalter erste Fortschritte. Die Gesamtmenge der in den Ställen anfallenden Gülle wurde laut dem am Mittwoch in Hannover vorgestellten Nährstoffbericht spürbar reduziert. Nach dem Bericht, den die Landwirtschaftskammer im Auftrag des Agrarministeriums erstellt hat, fielen in Niedersachsen zwischen Juli 2015 und Ende Juni des Vorjahres 58,7 Millionen Tonnen Gülle, Kot und Gärreste aus Biogasanlagen von Rindern, Hühnern, Schweinen oder Schafen an. Das ist eine Million Tonnen weniger als noch im vorigen Berichtszeitraum.

Neue Düngeverordnung tritt in Kraft

Rein rechnerisch hätte den Bauern in den Schwerpunktregionen der Tierhaltung für diese Menge 20.000 Hektar Fläche gefehlt - im letzten Bericht war es noch doppelt so viel. Mit Hinweis auf die verschärften Regelungen der demnächst in Kraft tretenden Düngeverordnung warnte Agrarminister Christian Meyer (Grüne) jedoch, dass noch immer zu viel Gülle und Gärreste auf den Feldern ausgebracht würden.

Die Bundesverordnung, die voraussichtlich am 31. März vom Bundesrat gebilligt werden dürfte, sieht strengere Regeln vor. Niedersachsens Tierhaltern würden damit schon jetzt mehr als 100.000 Hektar statt der bisher errechneten 20.000 Hektar fehlen. "Wir sind in Niedersachsen auf gutem Wege", sagte Meyer, mahnte aber: "Man wird in einigen Regionen nicht um einen Rückbau der Tierhaltung herumkommen."

Idealerweise könnte diese Reduzierung mit einem Mehr an Tierwohl einhergehen, etwa durch mehr Platz in den Ställen. Meyer: "Neue Ställe verträgt vor allem die Region Weser-Ems nicht mehr."

Verdacht: Steigendes Krebsrisiko

Im Land wird für die teils schlechte Qualität und hohe Nitratbelastung des Grundwassers vor allem die Überdüngung verantwortlich gemacht. Nitrat kann im Körper zu Nitrit umgewandelt werden, das im Verdacht steht, indirekt krebserregend zu sein.

Gülle wird von Landwirten als Alternative zum industriell hergestellten Dünger genutzt, um Pflanzen auf den Feldern nötige Nährstoffe zum Wachsen zu liefern. Grundsätzlich dürfen Landwirte nur im Rahmen des tatsächlichen Pflanzenbedarfs düngen. Die Bauern versuchen unter anderem, das Problem durch den Transport von Gülle in andere Regionen zu lösen. Deutschland hat in der EU einen der schlechtesten Plätze bei der Nitratbelastung.

Seit Jahresbeginn kontrolliert eine neue Behörde die Düngung der Böden in der niedersächsischen Landwirtschaft. Ihr Leiter Franz Jansen-Minßen kündigte einen Ausbau der Überprüfungen an, um Verstöße konsequent zu verfolgen. "Wir müssen in den Dialog treten mit den Akteuren", sagte er und kündigte an, den anstehenden Umbruch bei den Landwirten künftig beratend zu begleiten. Für die Düngebehörde wurden 16 neue Stellen eingerichtet. Es gehe um einen rechtskonformen Ausgleich zwischen ökonomischen und ökologischen Interessen, sagte Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Schwetje.

dpa

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Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 15. Oktober 2017
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
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