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Dürfen Landwirte gefräßige Gänse vertreiben?

Hoffnung für Betroffene Dürfen Landwirte gefräßige Gänse vertreiben?

Mit einem Urteil zur Vergrämung von Saatkrähen hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg Betroffenen Hoffnung gemacht, die sich von unter Naturschutz stehenden Vogelscharen belästigt fühlen. Das Gericht hatte einem Rentner rechtskräftig erlaubt, die Gäste durch Klappern und Greifvogelrufen aus seinem Garten zu vertreiben.

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„Vogelscheuchen gucken sie sich zwei Stunden an und wissen Bescheid“: Graugänse fressen sich zum Ärger der Landwirte auf Äckern satt und sind schwer zu vertreiben.

Quelle: dpa

Hannover. „Es handelt sich dabei nicht um eine erhebliche Störung im Sinne des Naturschutzgesetzes“, urteilte der 4. Senat. „Es ist zu erwarten, dass die vertriebenen Vögel in und um Achim Ausweichquartiere finden.“ Die geschützten Tiere seien somit in ihrem Bestand nicht gefährdet.

Das Umweltministerium in Hannover wies darauf hin, dass es bereits vor dem Urteil Einschränkungen beim Vergrämungsverbot gegeben habe. Minister Stefan Wenzel (Grüne) hatte den unteren Naturschutzbehörden „einzelfallbezogene Ausnahmen“ als Möglichkeit genannt, sofern keine zumutbaren Alternativen vorhanden seien. Doch außer dem Kreis Verden wiesen auch andere Behörden entsprechende Begehren nicht selten ab.

Im ostfriesischen Riepe wird seit Jahren versucht, gegen eine Saatkrähen­kolonie neben einem Kindergarten und einer Altenwohnanlage anzugehen. „Weit über 100 Krähen machen in dem Wäldchen den ganzen Tag Lärm“, sagt eine Gemeindesprecherin, die die Lüneburger Urteilsbegründung genau studieren will. Für die Nachbarn sei es „unmöglich geworden, auch mal draußen zu sitzen“. Doch der Landkreis Aurich habe sich auf den Naturschutz berufen und wirksame Gegenmaßnahmen verhindert. Erfahrungen andernorts hätten allerdings gezeigt, dass die sehr intelligenten Vögel durch bloßen Lärm schwer zu vertreiben seien. Die Krähen kehrten schnell an ihre Lieblingsplätze zurück.

So sei es auch bei Graugänsen, berichtet Anne Fuhrberg in Barnten (Kreis Hildesheim). Die Landwirtin klagt darüber, dass Scharen der geschützten Vögel auch zurzeit wieder die Saat von ihren Feldern wegfräßen. Von Böllern ließen sich die ebenfalls sehr lernfähigen Tiere nicht nachhaltig beeindrucken, meint die 49-Jährige. „Auch Vogelscheuchen gucken sie sich zwei Stunden an und wissen dann Bescheid.“ Fuhrberg plädiert für eine bisher nicht erlaubte „letale Vergrämung“, das Abschießen einzelner nicht brütender Vögel während der Schonzeit. Mut macht der Landwirtin der Wandel, den sie in der Justiz beobachtet habe: „Neuerdings wird in der Abwägung zwischen den Interessen von Tieren und denen von Menschen durchaus denen von Menschen die höhere Bedeutung beigemessen.“     

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