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Der Norden EU-Ermittler prüfen Bau der Uni Lüneburg
Nachrichten Der Norden EU-Ermittler prüfen Bau der Uni Lüneburg
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18:33 08.03.2012
Von Klaus Wallbaum
 Eine undatierte Computergrafik zeigt eine Fassung des Zentralgebäudes der Universität Lüneburg von US-Stararchitekt Daniel Libeskind. Quelle: Leuphana Universität
Lüneburg

Geht beim geplanten Bau des Zentralgebäudes der Leuphana-Universität in Lüneburg alles mit rechten Dingen zu? Das EU-Amt zur Betrugsbekämpfung, das den Namen "Olaf" trägt, will jetzt genauer nachschauen. Die Behörde hat Landtagspräsident Hermann Dinkla angeschrieben und gebeten, in die vertraulichen Protokolle der Sitzungen des Landtags-Wissenschaftsausschusses Einblick nehmen zu können. Eigentlich steht dies Außenstehenden nicht zu, der Ausschuss will aber am Montag über eine Ausnahme entscheiden. Der Linken-Abgeordnete Victor Perli befürwortet "umfassende Zugangsrechte" für die EU-Prüfer, wie er auf Anfrage erklärte.

Die Ermittler von "Olaf" waren schon Ende November vergangenen Jahres in Lüneburg und haben Unterlagen für den Bau eingesehen. Sie prüfen, ob es bei der Entscheidung über den Bau womöglich zu Verletzungen von Ausschreibungsvorschriften gekommen ist. Die EU gibt mehr als zehn Millionen Euro zum Bau dazu, außerdem wird der sogenannte "Innovationsinkubator" aus Brüssel gefördert, ein Projekt zur Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft. Die EU-Förderung fällt deshalb in Lüneburg üppig aus, weil die Region als eine der wenigen in Deutschland besonders strukturschwach ist und einen "Ziel 1"-Status erhalten hatte.

Drei kritische Punkte könnten die EU-Ermittler nun besonders interessieren: Erstens ist der Star-Architekt Daniel Libeskind als Gestalter des Zentralgebäudes nicht über eine Ausschreibung an seinen Auftrag gelangt, er plant vielmehr in seiner Eigenschaft als Professor der Leuphana. Dies könnte eine Umgehung von Vorschriften sein. Zweitens geht es um die Frage, ob alle an der Planung beteiligten Firmen ordnungsgemäß engagiert wurden. Drittens wird Kritik laut, die Projekte des "Innovationsinkubators" seien wolkig und zu wenig konkret. Der Inkubator geht, wie auch die Planung des Zentralgebäudes, besonders auf die umstrittenen Uni-Vizepräsidenten Holm Keller zurück.

Unterdessen soll der Bau des Zentralgebäudes demnächst beginnen. "Noch im März", erklärt Uni-Sprecher Henning Zühlsdorff, werde die Baugrube ausgehoben. Im Sommer könne dann der Hochbau starten. Ein Parkhaus steht bereits, aber es konnte wegen gravierender Baumängel bisher nicht genutzt werden.

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