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Ein neuer Bischof für das Bistum Hildesheim?

Trelle erreicht Altergrenze Ein neuer Bischof für das Bistum Hildesheim?

Bekommt das Bistum Hildesheim bald einen neuen Bischof? Laut Kirchenrecht muss Norbert Trelle dem Papst im nächsten Jahr seinen Rücktritt anbieten, weil er dann die Altersgrenze von 75 Jahren erreicht.

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Spekulationen über einen möglichen Nachfolger beginnen bereits: Bischof Norbert Trelle.

Quelle: Ole Spata

Hildesheim. Zwar entscheidet der Pontifex „nach Abwägung aller Umstände“, ob er das Rücktrittsgesuch annimmt - in aller Regel tut er das aber mit minimaler Verzögerung. So beginnen innerhalb der katholischen Kirche Deutschlands bereits die Spekulationen, wer Trelle als Bischof folgen könnte. In der katholischen Kirche stehen einige Personalentscheidungen an: In den nächsten anderthalb Jahren muss Papst Franziskus sechs der 27 Bischofssitze in Deutschland neu besetzen. Beobachter erhoffen sich dabei Aufschluss über die kirchenpolitische Linie des Pontifex - stärkt er eher den moderaten oder den konservativen Flügel der katholischen Kirche in Deutschland?

Trelles Vorgänger Josef Homeyer hatte seinen 75. Geburtstag am 1. August 2004 gefeiert, am 20. August nahm der damalige Papst Johannes Paul II. den Amtsverzicht an. Sobald der Papst das Gesuch akzeptiert, ist der Betreffende nicht mehr Bischof. Trelle feiert seinen 75. Geburtstag am 5. September 2017.

Nach dem offiziellen Rücktritt des Bischofs geht die Leitung des Bistums auf den dienstältesten Weihbischof über, in diesem Fall wäre dies Nikolaus Schwerdtfeger. Er muss dann binnen acht Tagen eine Sitzung des Domkapitels einberufen, das einen offiziellen Diözesan-Administrator für die Zeit wählt, bis ein neuer Bischof gefunden ist. Meist entscheidet es sich auch für den dienstältesten Weihbischof.

Das Domkapitel besteht derzeit neben Schwerdtfeger aus Weihbischof und Domdechant Heinz-Günter Bongartz, Generalvikar Werner Schreer, den „residierenden Domkapitularen“ Wolfgang Voges, Martin Wilk und Christian Wirz sowie den „nicht residierenden Domkapitularen“ Martin Tenge (Propst und Regionaldechant von Hannover) sowie Reinhard Heine (Propst und Regionaldechant von Braunschweig).

Dieses Gremium spielt auch für die Wahl des neuen Bischofs eine entscheidende Rolle. Das Domkapitel erstellt eine Liste mit Kandidaten, die es sich als künftige Leiter des Bistums vorstellen kann. Inoffiziell geht die Suche aber schon vorher los. Laut Katholischer Nachrichten-Agentur ist der Apostolische Nuntius in Deutschland, Nikola Eterovic, zuständig für das „möglichst geräuschlose Vorsondieren der unverbindlichen Kandidatenlisten“. Der Kroate dürfte sich also schon vorher mit dem Domkapitel in Verbindung setzen.

Dessen Vorschlagsliste bekommt schließlich der Papst. Er sucht sich - beraten von Eterovic und der Bischofskongregation im Vatikan, deren einziges deutsches Mitglied der Münsteraner Bischof Felix Genn ist - drei Kandidaten aus und spielt den Ball dann zurück nach Hildesheim. Das hiesige Domkapitel muss dann unter diesen drei Namen einen Bewerber auswählen, den der Papst schließlich ernennt.

Wer Bischof werden soll, muss laut Bistums-Sprecherin Petra Meschede mindestens 35 Jahre alt und seit mindestens fünf Jahren Priester sein und möglichst einen Doktortitel haben. Zudem gibt es noch weiche Kriterien: Das Kirchenrecht fordert einen guten Ruf, einen festen Glauben, gute Sitten, Frömmigkeit, Seeleneifer, Lebensweisheit, Klugheit sowie menschliche Tugenden.

Von Tarek Abu Ajamieh

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