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Der Norden JadeWeserPort: Neues Marketing soll es richten
Nachrichten Der Norden JadeWeserPort: Neues Marketing soll es richten
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19:22 01.07.2013
Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (l-r, SPD), Eurogate-Chef Emanuel Schiffer und Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) wollen Deutschlands einzigstem Tiefwasserhafen auf die Sprünge helfen. Quelle: dpa
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Wilhelmshaven

Der im vergangenen September eröffnete JadeWeserPort in Wilhelmshaven soll nach einem enttäuschenden Start mit einem neuen Konzept in Fahrt kommen. Deutschlands einziger Tiefwasserhafen soll künftig nicht mehr in erster Linie nur als Umschlaghafen, sondern als vollwertiger Containerhafen beworben werden. „Wir müssen weltweit Klinken putzen“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) am Montag bei der Vorstellung des neuen Konzepts in Wilhelmshaven. Ziel sei es, vermehrt Ladung aus der Region, aber auch aus Nordrhein-Westfalen oder den nördlichen Niederlanden zu gewinnen.

„Anpacken mit aller Kraft

Geschäftsführer der neuen Vermarktungsgesellschaft wird der bisherige Chef von Seaports of Niedersachsen, Andreas Bullwinkel. „Wir werden das mit aller Kraft anpacken“, versprach der 56 Jahre alte Wirtschaftsingenieur. Lies wertete es als großen Irrtum der Vorgängerlandesregierung zu glauben, dass der JadeWeserPort von alleine in Schwung kommen würde. „Diesen Fehler müssen wir jetzt korrigieren.“

Der Chef des Terminalbetreibers Eurogate, Emanuel Schiffer, sicherte seine Unterstützung bei den Vermarktungsanstrengungen zu. Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) erinnerte daran, dass der JadeWeserPort als strategische Antwort auf die damaligen Herausforderungen und den Wettbewerb der Containerhäfen in Europa geplant worden sei. Er plädierte für einen Schulterschluss zwischen den Ländern Niedersachsen, Bremen und Hamburg. „Wir brauchen einen langen Atem.“

Nur zwei Containerlinien laufen Hafen an

Lies verwies auf eine kürzlich vorgestellte Studie des Fraunhofer-Instituts, die dem JadeWeserPort eine sehr hohe Standortattraktivität bescheinigt. Zurzeit laufen allerdings nur zwei Containerlinien den Hafen regelmäßig an. In den ersten Monaten nach der Eröffnung im September 2012 wurden jeweils nur einige tausend Boxen umgeschlagen. Die maximale Kapazität soll im vollen Betrieb bei 2,7 Millionen Containern pro Jahr liegen. Auch die Vermarktung der zum Hafen gehörenden Logistikflächen verlaufen schleppend und sind hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Prof. Burkhard Lemper vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik in Bremen äußerte sich im dpa-Interview zuversichtlich, dass ein Aufschwung in der Containerschifffahrt auf jeden Fall auch dem JadeWeserPort helfen werde. „Wenn durch einen Aufschwung die etablierten Häfen und die Schiffe insgesamt wieder besser ausgelastet werden, entsteht ein Handlungsdruck bei den Reedern, der es auch rechtfertigt, die mit einer Umstellung der Fahrpläne verbundenen Kosten in Kauf zu nehmen.“

Einziger Tiefwasserhafen

Der im September 2012 eröffnete JadeWeserPort in Wilhelmshaven ist Deutschlands einziger Tiefwasserhafen. Die größten Containerschiffe können ihn voll beladen und unabhängig vom Wasserstand anlaufen. Das rund eine Milliarde Euro teure Projekt wurde gemeinsam von den Ländern Niedersachsen und Bremen umgesetzt. Betreiber des 130 Hektar großen Containerterminals ist Eurogate. Für das Güterverkehrszentrum stehen 160 Hektar zur Verfügung. 

An der 1725 Meter langen Kaje mit 18 Meter tiefem Wasser können Schiffe bis 430 Meter Länge anlegen. Die maximale Umschlagkapazität liegt bei 2,7 Millionen Standardcontainern pro Jahr. In den ersten sechs Monaten waren es aber nur 33.000 Stück.

dpa

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