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Der Norden Eltern beklagen massive Stundenausfälle
Nachrichten Der Norden Eltern beklagen massive Stundenausfälle
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00:20 18.10.2015
Von Saskia Döhner
Eltern beklagen den hohen Unterrichtsausfall in Niedersachsen. Quelle: dpa/Archiv
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Hannover

Ein Viertel lag unter 97 Prozent, 3,5 Prozent erreichten sogar maximal einen Wert von 90 Prozent.

Auch nach Berichten der Landtagsopposition gibt es an weiterführenden Schulen dramatischen Unterrichtsausfall. „Die Schulen können nicht mehr auf die Flüchtlingskinder reagieren, weil sie schon im Regelbetrieb am Limit sind“, sagte der FDP-Abgeordnete Björn Försterling gestern im Landtag. Als Beispiel verwies er auf eine Realschule in Garbsen-Berenbostel, an der in einer 8. Klasse die Fächer Erdkunde, Politik, Chemie und Geschichte nicht unterrichtet würden, weil die Lehrer fehlten. Zwei Gymnasien aus Hannover meldeten zudem eine aktuelle Unterrichtsversorgung von lediglich gut 90 Prozent.

Das Land habe den Notstand sehenden Auges mitverschuldet, weil in den vergangenen Jahren viel zu wenig Lehrer eingestellt worden seien, vor allem an Gymnasien, rügte Kai Seefried (CDU). Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) betreibe eine chaotische Bildungspolitik. Tatsächlich waren zuletzt nur 70 von rund 1600 Lehrerstellen an Gymnasien gegangen.

Die Befragung zur Unterrichtsversorgung hat der Verband der Elternräte der Gymnasien initiiert. „Unsere Schulen werden von innen ausgeblutet“, sagt Petra Wiedenroth von der Organisation. „Erst keine Klassenfahrten, jetzt kein Unterricht, das ärgert die Eltern gewaltig.“ Massiver Unterrichtsausfall werde aus ganz Niedersachsen gemeldet, aus Großstädten genauso wie aus ländlichen Gegenden, sagt Wiedenroth. „Das Problem betrifft alle.“

Für Horst Audritz, Vorsitzender des Philologenverbandes, ist eine Unterrichtsversorgung von 90 Prozent „katastrophal“. Um ordentlichen Pflichtunterricht zu erteilen, seien mindestens 100 Prozent nötig. Wünschenswert sei sogar eine Unterrichtsversorgung von rund 103 Prozent, um auch Vertretungsreserven zu haben, sagte Audritz.

Die Landesschulbehörde hat Mitte September ihre eigenen Zahlen zur Unterrichtsversorgung erhoben. Sie könnten aber nicht vor Dezember veröffentlicht werden, weil noch nachgesteuert werde, hieß es im Ministerium. Auch Schulleiter scheuen sich, mit schlechten Werten an die Öffentlichkeit zu gehen, weil sie fürchten, dass ihre Schule dadurch in einem schlechten Licht erscheint.

Kultusministerin Heiligenstadt sagte, in diesem Jahr werde vermutlich nur eine durchschnittliche Quote von 99 Prozent an den weiterführenden Schulen erreicht, bei den Grundschulen seien die Werte aber besser. Die Vorwürfe der Opposition wies sie vehement zurück. Niedersachsen habe zu Beginn des aktuellen Schuljahres mehr als 2570 Lehrkräfte eingestellt. „Wir nehmen damit eine Spitzenposition im Ländervergleich ein“, sagte die SPD-Politikerin.

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