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Erdgasförderung: Quecksilber im Boden nachgewiesen

Völkersen Erdgasförderung: Quecksilber im Boden nachgewiesen

Die Umweltbelastung durch Quecksilber bei der Erdgasförderung könnte größer sein als bisher bekannt. In einer Untersuchung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) im Erdgasfeld Völkersen im Kreis Verden wurde nun in Bodenproben Quecksilber nachgewiesen.

Hannover. Das Schwermetall ist wahrscheinlich aus undichten Kunststoffrohren ausgetreten, in denen sogenanntes Lagerstättenwasser abtransportiert wird. Es entsteht bei der Gasförderung. Im Grundwasser konnte allerdings kein Quecksilber nachgewiesen werden, betont das LBEG. Das Rohrleitungssystem ist inzwischen stillgelegt und wird saniert. Der Energiekonzern RWE Dea hat die Untersuchung in Auftrag gegeben, nachdem vergangenes Jahr bekannt geworden war, dass aus den Rohrleitungen Benzol austritt.

Nun ist also auch Quecksilber nachgewiesen. Die Bürgerinitiative Völkersen ist alarmiert, denn das Lagerstättenwasser aus dem Bohrfeld südöstlich von Bremen wird seit mehr als 20 Jahren in Scharnhorst bei Verden zurück in die Erde gepresst - in einem Wasserschutzgebiet, sagt Gerd Landzettel von der Bürgerinitiative. „Das ist giftiges Wasser, und kein Mensch weiß, was da unten damit passiert.“ Benzol gilt als krebserregend, das Schwermetall Quecksilber ist hochgiftig. Derzeit läuft ein Genehmigungsverfahren für eine weitere Stelle, an der RWE Dea Lagerstättenwasser zurück in die Erde pressen will.

Das LBEG beschwichtigt. „Eine Gefahr für Mensch und Umwelt aufgrund von Quecksilber kann aus den Untersuchungsergebnissen nicht abgeleitet werden“, schreibt die zuständige Behörde an die Bürgerinitiative. Im Grundwasser lasse sich Quecksilber nicht nachweisen, in wenigen Bodenproben sei das Schwermetall enthalten, jedoch unter dem Grenzwert. Dennoch werden derzeit der Boden und das Grundwasser saniert.

Gerd Landzettel beruhigt das nicht. „Wir sehen das anders.“ Denn so viel steht fest: Im Lagerstättenwasser ist laut der Untersuchung Quecksilber in unterschiedlich hohen Konzentrationen enthalten. „Weder aus dem Erdgas, noch aus dem Lagerstättenwasser kann das Quecksilber technisch vollständig entfernt werden“, schreibt das LBEG. Daher sei davon auszugehen, dass es mit dem gefundenen Quecksilbergehalt auch wieder in der Erde versenkt werde. Für die Menschen in Völkersen ist das neu: „Bisher hat RWE Dea uns immer gesagt, Quecksilber wird gleich an der Bohrstelle vom Lagerstättenwasser abgeschieden.“

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