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Der Norden Erste Flüchtlinge auf Borkum
Nachrichten Der Norden Erste Flüchtlinge auf Borkum
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16:20 16.10.2015
Erste Flüchtlinge kommen in Borkum an. Quelle: dpa
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Hannover

Die Erstaufnahmelager des Landes sind voll - nun springen die Kommunen in Niedersachsen in die Bresche: In einem Kraftakt haben die ersten Kreise und Städte am Freitag neu nach Niedersachsen kommende Flüchtlinge aufgenommen. Erstmals wurden dabei Asylbewerber in großer Zahl auf eine der Inseln gebracht: Der Kreis Leer begann am Freitag damit, Flüchtlinge in der Jugendherberge von Borkum unterzubringen.
„Das ist die größte Jugendherberge Deutschlands“, sagte Kreissprecher Dieter Backer. Am Nachmittag wurden sie mit der Fähre „Helgoland“ auf die Insel gefahren, nachdem sie mit Sonderbussen zum Fährterminal nach Emden gekommen waren. Am Sonntag und am kommenden Mittwoch werden weitere Flüchtlinge nach Borkum gebracht. Insgesamt 300 Menschen sollen auf der Ferieninsel einquartiert werden.

In der 611-Betten-Jugendherberge leben die Flüchtlinge zunächst direkt neben den normalen Jugendherbergsgästen. Ab November werden sie dann allein dort sein, da die Herberge im Winter für Gäste schließt.
Das Land hatte die Kommunen kurzfristig um die Bereitstellung von 4000 neuen Plätzen für Flüchtlinge gebeten, da die Erstaufnahmeeinrichtungen überlastet sind. Der Landkreis Grafschaft Bentheim stellte daraufhin zwei Sporthallen in Nordhorn zur Verfügung. Beeinträchtigungen für den Schulbetrieb gebe es erst einmal nicht, sagte Kreissprecherin Ilse Junker. „Jetzt sind ja erst einmal Ferien.“ Helfer des Deutschen Roten Kreuzes bereiteten die erste Halle in der Nacht zum Freitag für die ersten 100 Menschen vor, gedacht ist auch an eine Kinderbetreuung und die Einrichtung eines W-Lan für die Flüchtlinge.

Im benachbarten Lingen kamen am Vormittag 217 Flüchtlinge an. Sie wurden nach der Ankunft zunächst in einer Schulmensa verpflegt, erzählte Kreissprecherin Anja Rohde. „Sie können sich ein bisschen ausruhen, sie haben ja eine lange Fahrt hinter sich.“ Die Menschen sollen auch einen ersten medizinischen Schnellcheck bekommen. Am Sonntag werden weitere 200 Menschen in Meppen erwartet, am Dienstag und Mittwoch nochmals jeweils 100.

Die Wolfsburger Stadtverwaltung will kurzfristig zwei städtische Sporthallen zu Unterkünften umgewandeln, sagte Stadtsprecher Dennis Weilmann. Die erste Halle für die ersten 100 Flüchtlinge war am Freitag bezugsfähig, die anderen Unterkünfte sollen in den nächsten Tagen fertig sein, so dass die Kommune die geforderten 300 Menschen auch einquartieren kann. „Wir haben viele Hilfskäfte, die das unterstützen, vom Roten Kreuz über das Technische Hilfswerk und die Malteser.“

Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt die Kommunen an 17 Standorten, sagte die Pressereferentin des DRK Niedersachsen, Kerstin Hiller. Die Umrüstung von Turnhallen und die Betreuung der Flüchtlinge werde in der Anfangsphase von ehrenamtlichen Rot-Kreuz-Helfern geleistet. „Die kennen das durch den Katastrophenschutz, Notunterkünfte für Evakuierungen einzurichten“, sagte sie. Seit Anfang September engagierten sich 3500 Ehrenamtliche bei der Betreuung von Flüchtlingen.

Im Kreis Vechta wurde die Aufnahme von Flüchtlingen auf Sonntag verschoben. Eigentlich sollten am Freitag die ersten 100 Asylbewerber in der Sporthalle des Gymnasiums Damme untergebracht werden. Nun dauert es aber bis Samstag, damit auch persönliche Bereiche und Untersuchungszonen fertiggestellt werden, sagte Kreissprecherin Katharina Bornhorn. Daher sollen nach Rücksprache mit dem Innenministerium die Flüchtlinge bis Sonntag in der Notaufnahmeeinrichtung Diepholz untergebracht werden.

lni

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