Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Erste Jobs bei Wiesenhof sind weg
Nachrichten Der Norden Erste Jobs bei Wiesenhof sind weg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 07.04.2016
Nach dem Brand bei Wiesenhof in Lohne müssen die ersten Arbeiter gehen. Quelle: Franson
Anzeige
Hannover

Die Arbeitsagentur in Vechta sucht nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten für sie. Der Betriebsrat hat eine auf Arbeitsrecht spezialisierte Anwaltskanzlei aus dem nordrhein-westfälischen Remscheid eingeschaltet.

Bei Wiesenhof in Lohne haben 1200 Menschen einen Job, darunter 450 Werksvertrags- und Leiharbeiter. Vor allem sie drohen nach dem Feuer arbeitslos zu werden. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin dauert es „mindestens eineinhalb Jahre“, bis der Schlachthof wieder aufgebaut ist. Ein Teil der Belegschaft wird wohl seine Arbeit bei Wiesenhof verlieren. Wie viele Menschen betroffen sind, kann das Unternehmen noch nicht sagen.

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten und der Betriebsrat wollen betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich verhindern, etwa durch Kurzarbeit. „Die wirtschaftlichen Folgen für das Unternehmen müssten durch die Versicherungen im Wesentlichen abgedeckt sein“, argumentierte gestern der Betriebsratsvorsitzende Zafer Babacan. Durch die Kündigung der Leiharbeiter würden aber Fakten geschaffen. Einer  Beschäftigungssicherung, wie sie der Gewerkschaft vorschwebt, stehe dies im Wege.

Nach dem Brand beim Geflügelhersteller Wiesenhof in Lohne, sind die Werkshallen komplett zerstört.

Für die Kündigungen verantwortlich ist die Leiharbeitsfirma Pro Work aus Lohne. Keine der beiden Geschäftsführerinnen wollte sich auf Anfrage äußern. „Kein Kommentar“, hieß es lediglich. Ein Sprecher der Arbeitsagentur in Vechta bestätigte aber, dass der Behörde „eine Anzeige über eine Massenentlassung“ vorliege. Es geht um rund 200 Menschen. Das Unternehmen habe auch einen Antrag auf Sperrzeitverkürzung gestellt, erklärte Frank Halbsguth von der Arbeitsagentur. Damit will Pro Work die vierwöchige Kündigungsfrist umgehen. Das sei in besonderen Fällen möglich, sagte Halbsguth. Ein Großbrand wie der in Lohne sei ein Fall, bei dem man das in Betracht ziehen könne.

„Wir müssen sehen, dass wir die Leute so schnell wie möglich wieder in Arbeit bekommen“, sagte der Agentur-Sprecher, worin er aber offenbar kein großes Problem sieht: „Wir sind da ganz zuversichtlich. Wir haben hier einen guten Arbeitsmarkt in dem Bereich.“ Der sei „sehr aufnahmefähig“. Die gekündigten Arbeiter seien „Fachleute in ihrem Bereich und sehr gefragt“. Zum Teil habe Pro Work schon selbst neue Jobs für die Leute gefunden.

Noch ruht die Produktion bei Wiesenhof komplett. Doch könnte es auch in Lohne schon bald wieder Arbeit für einen Teil der Belegschaft geben. Nach Informationen der HAZ soll der Bereich Verpackung schon bald wieder eröffnet werden. Dazu sollen, wie es in Branchenkreisen hieß, geschlachtete Hähnchen von Möckern in Sachsen-Anhalt nach Lohne zur Weiterverarbeitung gebracht werden. Eine Unternehmenssprecherin wollte sich auf Anfrage am Montag nicht zu den Gerüchten äußern. Sie kündigte jedoch für heute eine Mitteilung an. Dann werde auch feststehen, wann es in der Verpackung weitergeht und wie viele Menschen dort arbeiten können. Derzeit werde sie noch von Ruß befreit.

Wie das Feuer am vergangenen Montag in der Schlachterei ausgebrochen ist, ist nach wie vor unklar. Auch zur Höhe des Schadens gibt es noch keine Angaben. In Lohne konnten täglich 370 000 Hähnchen geschlachtet werden.

Von Karl Doeleke

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Staatsanwaltschaft und Polizei suchen nach einem Straftäter aus dem Maßregelvollzug in Hildesheim. Der Mann war bereits am vergangenen Donnerstag nicht von einem Freigang zurückgekehrt. Von ihm geht nach Angaben der Klinik keine Gefahr aus.

04.04.2016

Das Schiff gehört der Kirchengemeinde – der Turm hingegen der politischen Gemeinde, dem Flecken Duingen. So ist es mittlerweile seit 250 Jahren. Der Turm müsste saniert werden. Aber wer soll das zahlen? Ein ewiger Streit ohne Aussicht auf eine baldige Lösung.

06.04.2016

Bei einem Brand in einer Wohnung in Wildeshausen (Kreis Oldenburg) ist am Sonntag eine Frau ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die 97 Jahre alte Mieterin.

03.04.2016
Anzeige