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Erste Jobs bei Wiesenhof sind weg

Nach Großbrand Erste Jobs bei Wiesenhof sind weg

Eine Woche nach dem Großbrand bei Wiesenhof in Lohne am Ostermontag wird der Ton zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern schärfer. Der Betriebsrat warf Wiesenhof am Montag „Aktionismus“ vor. Vorausgegangen war die Meldung, dass 200 bei einer Leiharbeitsfirma aus Lohne beschäftigte Zerleger die Kündigung erhalten haben.

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Nach dem Brand bei Wiesenhof in Lohne müssen die ersten Arbeiter gehen.

Quelle: Franson

Hannover . Die Arbeitsagentur in Vechta sucht nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten für sie. Der Betriebsrat hat eine auf Arbeitsrecht spezialisierte Anwaltskanzlei aus dem nordrhein-westfälischen Remscheid eingeschaltet.

Bei Wiesenhof in Lohne haben 1200 Menschen einen Job, darunter 450 Werksvertrags- und Leiharbeiter. Vor allem sie drohen nach dem Feuer arbeitslos zu werden. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin dauert es „mindestens eineinhalb Jahre“, bis der Schlachthof wieder aufgebaut ist. Ein Teil der Belegschaft wird wohl seine Arbeit bei Wiesenhof verlieren. Wie viele Menschen betroffen sind, kann das Unternehmen noch nicht sagen.

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten und der Betriebsrat wollen betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich verhindern, etwa durch Kurzarbeit. „Die wirtschaftlichen Folgen für das Unternehmen müssten durch die Versicherungen im Wesentlichen abgedeckt sein“, argumentierte gestern der Betriebsratsvorsitzende Zafer Babacan. Durch die Kündigung der Leiharbeiter würden aber Fakten geschaffen. Einer  Beschäftigungssicherung, wie sie der Gewerkschaft vorschwebt, stehe dies im Wege.

Nach dem Brand beim Geflügelhersteller Wiesenhof in Lohne, sind die Werkshallen komplett zerstört.

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Für die Kündigungen verantwortlich ist die Leiharbeitsfirma Pro Work aus Lohne. Keine der beiden Geschäftsführerinnen wollte sich auf Anfrage äußern. „Kein Kommentar“, hieß es lediglich. Ein Sprecher der Arbeitsagentur in Vechta bestätigte aber, dass der Behörde „eine Anzeige über eine Massenentlassung“ vorliege. Es geht um rund 200 Menschen. Das Unternehmen habe auch einen Antrag auf Sperrzeitverkürzung gestellt, erklärte Frank Halbsguth von der Arbeitsagentur. Damit will Pro Work die vierwöchige Kündigungsfrist umgehen. Das sei in besonderen Fällen möglich, sagte Halbsguth. Ein Großbrand wie der in Lohne sei ein Fall, bei dem man das in Betracht ziehen könne.

„Wir müssen sehen, dass wir die Leute so schnell wie möglich wieder in Arbeit bekommen“, sagte der Agentur-Sprecher, worin er aber offenbar kein großes Problem sieht: „Wir sind da ganz zuversichtlich. Wir haben hier einen guten Arbeitsmarkt in dem Bereich.“ Der sei „sehr aufnahmefähig“. Die gekündigten Arbeiter seien „Fachleute in ihrem Bereich und sehr gefragt“. Zum Teil habe Pro Work schon selbst neue Jobs für die Leute gefunden.

Noch ruht die Produktion bei Wiesenhof komplett. Doch könnte es auch in Lohne schon bald wieder Arbeit für einen Teil der Belegschaft geben. Nach Informationen der HAZ soll der Bereich Verpackung schon bald wieder eröffnet werden. Dazu sollen, wie es in Branchenkreisen hieß, geschlachtete Hähnchen von Möckern in Sachsen-Anhalt nach Lohne zur Weiterverarbeitung gebracht werden. Eine Unternehmenssprecherin wollte sich auf Anfrage am Montag nicht zu den Gerüchten äußern. Sie kündigte jedoch für heute eine Mitteilung an. Dann werde auch feststehen, wann es in der Verpackung weitergeht und wie viele Menschen dort arbeiten können. Derzeit werde sie noch von Ruß befreit.

Wie das Feuer am vergangenen Montag in der Schlachterei ausgebrochen ist, ist nach wie vor unklar. Auch zur Höhe des Schadens gibt es noch keine Angaben. In Lohne konnten täglich 370 000 Hähnchen geschlachtet werden.

Von Karl Doeleke

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