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So lief Hannovers erster Wahltag zum Türkei-Referendum

Messegelände So lief Hannovers erster Wahltag zum Türkei-Referendum

Auf dem Messegelände in Hannover stimmen seit Montagmorgen Türken über die Recep Tayyip Erdogans Vorschlag einer Verfassungsänderung ab. Bis zum 9. April läuft die Wahl. Auffällig ist, dass zum Start der Wahl in Hannover vor allem Gegner der Reform ihre Stimme abgaben.

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Am Messegelände können die Deutschtürken noch bis zum 9. April abstimmen.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Nein, nein und noch mal nein: Enes Günsal ist früh aufgestanden, aus Garbsen nach Hannover gefahren, um beim Referendum seiner Ablehnung der Verfassungsänderung in der Türkei Nachdruck zu verleihen. „Ich lebe seit Jahrzehnten hier, aber ich trage die Türkei im Herzen. Und ein Erdogan wird sie vernichten.“ Das Wahllokal in Halle 2 auf dem Messegelände öffnet pünktlich. Bis zum 9. April können in Deutschland lebende Türken hier ihre Stimme für oder gegen die Verfassungsänderung abgeben, die Präsident Recep Erdogan mehr Macht verleihen soll.

Das Miteinander wird verändert

Die ersten, die in Raum Brüssel ihre Zettel in die gläsernen Urnen werfen, sind erklärte Gegner von Erdogans Plänen. „Aber ob wir in der Mehrheit sind, ist noch offen“, sagt Günes. In jedem Fall werde das Ergebnis die Türkei verändern – auch das Miteinander der Türken in Deutschland. „Denn leider gibt es keine moderate Mitte.“ In Hannover können rund 17 000 Türken wählen, viele kommen an diesem ersten Wahltag aber aus anderen Städten – Osnabrück, Hameln, Celle, Salzgitter und Halle. Im Wahlraum halten die Mitarbeiter des türkischen Generalkonsulates sowie Beamte von AKP und CHP die Fäden in der Hand. Als ein Wähler seinen „Nein“-Stimmzettel hochhält und ein Victory-Zeichen macht, muss er Raum Brüssel verlassen. „Hier wird geheim gewählt“, betont der Sprecher des türkischen Konsulates – und das täglich von 9 bis 21 Uhr. Organisation und Vorbereitung obliegt dem Konsulat. „Wir benötigen 18 bis 35 Mitarbeiter pro Tag“, erklärt der Sprecher. Auch Ehrenamtliche kommen zum Einsatz.

Bis zum 9. April konnten die Deutschtürken, die in Hannover leben, am Messegelände über die Verfassungsänderung in der Türkei abstimmen.

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„Hier wird geheim gewählt“

Mustafa Yilmaz hat Nein gesagt. „Ich möchte kein Staatsbürger einer Diktatur sein.“ Und Tunsay P. aus Salzgitter betont, dass er vor allem gegen Erdogan weniger gegen dessen Partei seine Stimme erhebe. Ein dickes „Hayir“ (Nein) kommt von Mehmet D. Der Ingenieur, der abwechselnd in Deutschland und der Türkei lebt, bangt vor allem um die Demokratie. „Außerdem spaltet Erdogan die Gesellschaft, hier und in der Türkei.“ D. fürchtet, dass der Präsident viel Zustimmung von Türken aus Deutschland bekommt. „Die Türken hier erleben die negative Entwicklung nicht jeden Tag, sie kommen als Touristen in die Türkei und beschäftigen sich dann leider kaum mit Politik.“
Der 17-Jährige Cem M. darf noch nicht wählen, hat aber eine klare Meinung. „Eine Volksabstimmung halte ich nur für notwendig, wenn es um die Zukunft eines Landes geht. Ich finde sowohl die Verfassungsänderung zu Gunsten einer Person als auch die Abschwächung der Gewaltenteilung fatal.“ Der Gymnasiast fürchtet zudem, dass die Anhänger Erdogans sich weiter von der deutschen Gesellschaft entfernen und „ihre Parallelgesellschaft verstärken.“

„Viel Staub aufgewirbelt“

Zeynep Erdogdu hat ihren Stempel auf der Ja-Seite gemacht. „Was der Präsident in den letzten 14 Jahren gemacht hat, hat die Türkei weitergebracht.“ Sie habe keine Angst vor einer Diktatur, die Türkei werde nach einer Verfassungsänderung stärker. „Die türkischstämmigen Politiker in Deutschland haben viel Staub aufgewirbelt, das hat beiden Staaten nicht gut getan“, so Erdogdu. Recep Taurikulu begleitet seine Frau ins Wahllokal, er selbst hat einen deutschen Pass. „Aber ich würde mit Ja stimmen“, sagt der Kaufmann aus Hameln. Wirtschaftlich sei es bergauf gegangen mit Erdogan, „der Bevölkerung geht es viel besser.“ Viele Türken, die am Steintor ihren Geschäften nachgehen, sehen das ähnlich. „Aber das Referendum spaltet die Gesellschaft“, sagt ein Gemüsehändler. Und der Bar-Besitzer nebenan ergänzt: „Das Thema ist so emotional, dass ich es längst umschiffe.“ Und zur Wahl gehe er erst gar nicht, „schließlich lebe ich in Deutschland.“     

Staatschef Recep Tayyip Erdogan will ein Präsidialsystem in der Türkei einführen. Das Volk soll am 16. April darüber in einem Referendum abstimmen. Aber worüber stimmen sie überhaupt ab? Die wichtigsten der geplanten Änderungen haben wir hier übersichtlich für Sie zusammengefasst.

Von Susanna Bauch/RND

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Niedersachsen in Zahlen
  • Landeshauptstadt : Hannover
  • Ministerpräsident: Stephan Weil
  • Fläche : 47.634,90 km²
  • Einwohner : 7,791 Mio
  • Bevölkerungsdichte : 135 Einwohner je km²
  • Letzte Landtagswahl : 20. Januar 2013 
  • Nächste Wahl : 15. Oktober 2017
  • Wirtschaft : Firmendatenbank
  • Geographie : Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee, die Unterelbe sowie den unteren Mittellauf der Elbe. Als Enklave vom Landesgebiet umgeben ist das Land Bremen.
  • Berühmte Niedersachsen : Gerhard Schröder, Diane Kruger, Lena Meyer-Landrut, Sigmar Gabriel, Christian Wulff, Otto Waalkes, Mousse T., Klaus Meine
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