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Der Norden Evangelische Kita lehnt Flüchtling ab
Nachrichten Der Norden Evangelische Kita lehnt Flüchtling ab
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00:16 01.02.2016
Quelle: Arno Burgi/dpa (Symbolbild)
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Bleckede

Der Umgang einer Kindertagesstätte in Bleckede bei Lüneburg mit einem syrischen Flüchtling sorgt in den sozialen Netzwerken für Empörung. Die Kita-Leiterin hatte in einem Aushang mitgeteilt, dass es „aufgrund der nachvollziehbaren Sorge einiger Eltern, einen männlichen Syrer bei uns zu beschäftigen“, nun doch keine Anstellung des Mannes geben werde. Ein Foto des Aushangs sorgte in den sozialen Netzwerken für empörte Kommentare.

Die Kindertagesstätte hatte den Angaben zufolge überlegt, den Flüchtling aus Syrien befristet als Hilfskraft anzustellen. Dabei hätte die Betreuung der Kinder in den Gruppen nicht zu seinen Aufgaben gehört. Die Anstellung sei allerdings daran gescheitert, dass der Mann ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis gebraucht hätte. Dieses könne er aber wegen seines Flüchtlingsstatus nicht bekommen. Die Polizei könne nur über die Zeit ein Zeugnis ausstellen, die ein Flüchtling bereits in Deutschland sei, erläuterte Diakonie-Sprecher Sven Quittkat. „Das schafft im Moment generell Probleme, diese Menschen in Schulen oder Kitas zu beschäftigen.“

Die hannoversche Landeskirche, die Diakonie in Niedersachsen und der Kirchenkreis Bleckede distanzierten sich am Freitag deutlich von dem Schreiben. „Die sehr unglückliche Formulierung könnte unterstellen, es bestehe bei männlichen Zufluchtsuchenden generell Anlass zu Sorge vor Übergriffigkeiten“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Dies sei nicht die Haltung der Kirche. „Die Kita-Leitung hat mit dem Aushang eigenmächtig, unüberlegt und ohne Absprache gehandelt. Sie hat die Folgen ihres Handelns nicht überblickt.“ Diakonie-Sprecher Quittkat sagte: „Der Vorfall wird von den Verantwortlichen in der nächsten Woche geprüft.“

Die Initiative dazu, den jungen Mann als Ein-Euro-Hilfskraft anzustellen, sei ursprünglich von der Kita-Leiterin selbst ausgegangen, sagte Bleckedes Superintendent Christian Cordes. Sie sei guten Willens gewesen. Nach Angaben von Kirche und Diakonie reagierte die Leiterin dann jedoch auf zum Teil heftige Vorbehalte von Eltern.

Von Karen Miether

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