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Der Norden Überfielen Ex-RAF-Mitglieder erneut Geldboten?
Nachrichten Der Norden Überfielen Ex-RAF-Mitglieder erneut Geldboten?
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00:16 12.05.2016
Von Tobias Morchner
Burkhard Garweg (v. li.), Ernst-Volker Staub und Daniela Klette sollen den Überfall auf den Supermarkt in Hildesheim begangen haben, davor der Wagen des Geldboten. Quelle: Alterssimulation Bundeskriminalamt/May
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Hildesheim

„Vieles deutet darauf hin“, heißt es aus Ermittlerkreisen. Demnach konzentriert sich die Polizei bei der Fahndung nach den Tätern auf die RAF-Mitglieder Daniela Klette, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Burkhard Garweg. Genetische Spuren der drei waren bereits bei missglückten Überfällen auf Geldtransporter in Stuhr bei Bremen und in Wolfsburg vor mehreren Monaten sichergestellt worden.

Was genau die Ermittler auf die Spur der seit Jahren abgetauchten Linksterroristen gebracht hat, ist unklar. Fest steht, dass es zwischen den drei Taten erstaunliche Parallelen gibt. Alle drei Überfälle geschahen am helllichten Tag. In allen Fällen hatten es die Räuber auf Geldtransporter abgesehen, jedes Mal waren sie schwer bewaffnet. Vor ihren Taten hatten sie die Abläufe bei den jeweiligen Transportunternehmen offenbar gut ausgekundschaftet.

Doch es gibt auch Unterschiede: Bei dem Überfall in Stuhr blockierten die Täter die Straße mit einem VW-Bulli und feuerten mehrere Schüsse aus einem Schnellfeuergewehr ab. Bei der Tat in Hildesheim passten sie den Geldboten, der die Einnahmen abholen sollte, vor einem Supermarkt ab und gingen mit ihm in den Markt. Weil der Mitarbeiter mit dem Tresorschlüssel nicht greifbar war, mussten sie das Geschäft ohne Beute verlassen. In Wolfsburg passten die Täter den Beifahrer des Geldtransporters vor dem Fahrzeug ab und bedrohten ihn mit einer Pistole. Weil der Fahrer des Wagens sich von den Tätern aber nicht beeindrucken ließ und mit dem Transporter davonfuhr, gingen die Räuber leer aus.

Die Beamten der Hildesheimer Ermittlungsgruppe gleichen derzeit die Spuren vom Tatort in der Siemensstraße mit denen der anderen Tatorte ab. Eine mühselige Arbeit, denn bislang laufen die Informationen zu den Taten noch nicht an einer zentralen Stelle zusammen. Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe hatte bereits nach den ersten beiden Taten eine Zuständigkeit ausgeschlossen. Man sehe „keinen terroristischen Bezug“ in den Überfällen. Vielmehr gehen die Beamten davon aus, dass die Terroristen mit der Beute aus den Taten ihren Lebensunterhalt im Untergrund finanzieren wollen. Trifft das zu, dürfte sich nach dem dritten erfolglosen Überfall der finanzielle Druck auf die Gruppe deutlich verschärfen. Der Umstand, dass die Linksterroristen möglicherweise zum dritten Mal in Niedersachsen zugeschlagen haben, macht die Ermittler stutzig. Nach HAZ-Informationen halten sie es sogar für möglich, dass die mit Haftbefehl gesuchten RAF-Mitglieder ihr Hauptquartier im Bundesland aufgeschlagen haben.

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