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Der Norden So gut laufen Cannabis-Geschäfte in Niedersachsen
Nachrichten Der Norden So gut laufen Cannabis-Geschäfte in Niedersachsen
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00:16 24.12.2016
Ein ertragreiches Geschäft: Jede dieser Pflanzen liefert bis zu 45 Gramm Cannabis - mehrmals im Jahr.  Quelle: Philipp Schulze
Hannover

Der illegale Anbau von Cannabis in Niedersachsen geht ungebremst weiter. Ähnlich wie in den Vorjahren hat die Polizei auch 2016 wieder mehr als zwei Dutzend Großplantagen mit jeweils über 100 Pflanzen ausgehoben. Darunter befanden sich nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover auch zwei sogenannte Profiplantagen mit mehr als 1000 Pflanzen. Allein auf diesen beiden Indoorplantagen in Neuenhaus (Grafschaft Bentheim) und Seevetal (Landkreis Harburg) stellten die Ermittler zusammen mehr als 2600 Pflanzen sicher. Cannabis sei nach wie vor die am häufigsten konsumierte illegale Droge, sagte LKA-Sprecherin Nevin Ayyildiz.

Ein lukratives Geschäft

Für die Betreiber ist der illegale Anbau von Cannabis angesichts des aktuellen Straßenverkaufspreises von rund 10 Euro für ein Gramm Marihuana nach wie vor ein lukratives Geschäft. Pro Pflanzenblüte könne mit einem Ertrag von 25 bis 45 Gramm gerechnet werden, sagte Ayyildiz. „Da die Pflanzen bei idealen Bedingungen nach etwa sechs bis acht Wochen geerntet werden können, sind mehrere Ernten im Jahr möglich.“

Um möglichst hohe Gewinne zu erzielen, versuchten die Betreiber, die Kosten zu senken. „So werden die Energiekosten beim Betreiben von Großplantagen häufig umgangen, indem der Strom von den Hauptleitungen, um den Zähler herum, abgenommen wird“, sagte die LKA-Sprecherin. Die Kosten würden so auf alle Stromkunden „umgelegt“. Auf so einen Fall stießen die Ermittler etwa im Juli im Kreis Celle. In Nienhagen hatten zwei Männer für ihre Indoorplantage in einem Wohnhaus nicht nur den Elektro-, sondern gleich auch noch den Wasseranschluss so manipuliert, dass die Hauszähler umgangen wurden.

Vergleichsweise selten sind professionell angelegte Felder im Freiland. Temperatur und Bewässerung lassen sich kaum steuern. Auch ist der Schädlingsbefall häufiger als bei Anlagen in geschlossenen Gebäuden. Eine im September in einer Kiefernschonung im Kreis Gifhorn entdeckte Pflanzung dürfte deshalb vermutlich eher für den privaten Konsum angelegt worden sein.

500 Kilogramm in Werkstatt in Hannover sichergestellt

Den größten Cannabis-Fund machte die niedersächsische Polizei 2016 ohnehin nicht auf einer Plantage, sondern in einer Autowerkstatt in Hannover: Dort wurden im September 500 Kilogramm sichergestellt. Fünf Verdächtige, die mit dem Umpacken der aus Osteuropa gelieferten Drogen beschäftigt waren, wurden auf frischer Tat festgenommen. Einen ganz besonderen Fall nahm die Polizei im Landkreis Nienburg zu den Akten: Dort wurden Anfang des Jahres in einem Wald bei Rehburg 16 schwarze Müllsäcke entdeckt, in denen sich komplette Pflanzen und diverse Utensilien zum Anbau des Rauschgifts befanden.

Die Ermittler rätselten damals, was den Drogenfarmer veranlasst haben könnte, die komplette Plantage auf diese Weise zu entsorgen. Möglicherweise, so mutmaßte eine Polizeisprecherin, habe der Unbekannte eine neue Freundin, die ihn angewiesen habe, Schluss zu machen - mit dem Cannabis.

Von Matthias Brunnert

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