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Familie klagt: „Es stinkt bestialisch“

Gülle-Unfall Familie klagt: „Es stinkt bestialisch“

Nach dem Unfall eines mit 25.000 Litern Gülle beladenen Lastwagens in Bad Münder am Sonnabend versucht die betroffene Familie der zähen und stinkenden Brühe Herr zu werden, die in ihr Haus gelaufen ist.

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Der Lkw war am Sonnabend umgekippt, die Gülle verteilte sich. Der Vorgarten ist inzwischen ausgekoffert.

Quelle: Feuerwehr

Eimbeckhausen. Wer das Haus von Frieda Dolle passiert, atmet bewusster. Durch die Nase. Jederzeit gefasst, den stechend-fauligen, leicht ammoniakhaltigen Geruch der Substanz in die Nase zu bekommen, die sich am Sonnabend in den Vorgarten des Hauses in Eimbeckhausen bei Bad Münder, in den Keller und quer über die Straße ergossen hat. Rund 25.000 Liter Gülle aus einer Biogasanlage waren bei einem Lkw-Unfall ausgelaufen.

Tausende Liter stinkender Gülle sind in einem Wohnhaus in Bad Münder in den Keller gelaufen: Die Bewohner werden noch Tage mit den Gerüchen und der Brühe zu tun haben. Das Gemisch aus Wasser, Kot und Urin lief aus einem umgekippten Laster aus.

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„Stinkt kaum noch, oder?“ fragt Kai Wesner, der mit seinem Hund regelmäßig an dem Haus vorbeikommt. Am Sonnabend verzichtete er auf die übliche Gassi-Runde - weil der Geruch kaum auszuhalten gewesen sei. Viele Tausend Liter Wasser aus Feuerwehrschläuchen und ein Bagger, mit dem der Vorgarten fast 20 Zentimeter tief ausgekoffert wurde, haben dafür gesorgt, dass es vor dem Haus inzwischen kaum noch riecht. Anders ist das im Gebäude. „In der Wohnung meiner Großmutter geht es, aber im Treppenhaus ist der Gestank unbeschreiblich. Bestialisch“, erklärt Leonie Herzfeldt, Enkelin der Hausbesitzerin. Eine Mieterin überlege, ob sie für die Dauer der Reinigungsarbeiten das Haus verlassen solle.

Mit Schaufeln und Eimern hatten Helfer das dickflüssige Substrat, das in der Biogasanlage aus der Verarbeitung von Gülle und Mist entstanden war, aus dem Keller entfernt. „So gut es halt ging. Feuerwehr und Helfer haben tolle Arbeit geleistet“, sagt Stephanie Herzfeldt, Tochter der Hausbesitzerin. Ein Problem sei allerdings, dass die zähe Brühe auch hinter Holzverkleidungen, in Ritzen und Nischen gelaufen ist und dort bislang nicht beseitigt werden konnte. Die Folge: Die Masse zieht ins Mauerwerk - und stinkt weiter. „Es ist zwar Gärsubstrat, aber es riecht halt wie Gülle“, sagt Stephanie Herzfeldt. Fachleute einer Reinigungsfirma machten sich ein Bild von dem Schaden, um das richtige Vorgehen zur Beseitigung zu empfehlen. Dienstag war ein Gutachter im Gebäude, um die Schäden im Keller und im Wohnhaus zu untersuchen. Weil der Lkw gegen das Gebäude geprallt war, ist die Backsteinfassade eingedrückt. Die Schadenshöhe steht noch nicht fest.

Von Jens Rathmann

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