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Schulmaterial ist zu teuer für viele Eltern

Fast 300 Euro pro Kind Schulmaterial ist zu teuer für viele Eltern

Eine Studie von Diakonie und Landeskirche hat die Kosten für Schulmaterialien untersucht. Das Ergebnis: Besonders teuer ist die Einschulung mit 307 Euro und der Übergang in die fünfte Klasse, der sogar rund 330 Euro ausmacht. Das ist weit mehr, als ärmere Familien als Zuschuss vom Bund erhalten.

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Zwischen der 6. und 8. Klasse, wenn die zweite Fremdsprache und der Taschenrechner hinzukommen, müssen Eltern für ein Schulkind auch bis zu 300 Euro ausgeben.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Laatzen. Familien in Niedersachsen müssen im Schnitt pro Jahr rund 214 Euro pro Kind für Schulmaterialien ausgeben. Nicht eingerechnet sind die Ausleihkosten für Bücher, die noch einmal mit rund 60 Euro zu Buche schlagen. Das haben Sozialwissenschaftler im Auftrag der Landeskirche Hannover und der Diakonie in Niedersachsen ermittelt. Nicht nur ärmere Familien, sondern zunehmend auch der untere Mittelstand könnten sich die Kosten für den Schulbedarf kaum noch leisten, sagte Christoph Künkel von der Diakonie. „Gerade wenn es mehrere schulpflichtige Kinder sind.“ An Schulen fehle oft die Sensibilität für das Thema. Da würden bewusst Markenartikel auf der Materialliste angefordert, etwa der Tuschkasten von Pelikan. „Das setzt Eltern unter Druck“, sagte Künkel.

Am Dienstag wurde die Studie in Laatzen vorgestellt, befragt wurden 312 Schulen und noch einmal 500 Lehrer zusätzlich. Demnach liegen die Kosten für den Schulbedarf mehr als doppelt so hoch als die 100 Euro, die Kinder aus ärmeren Familien aus dem Teilhabepaket des Bundes erhalten. „Teilhabegerechtigkeit wird nicht erreicht“, sagte Künkel, „aber das ist unser Ziel.“ Daher müsste der staatliche Zuschuss verdoppelt werden. „Bildung ist ein Menschenrecht“, sagte Kerstin Gäfgen-Track von der Landeskirche. Es könne nicht sein, dass die Bildungschancen schon von der ersten Klasse an weit auseinanderdriften. Besonders teuer ist laut Studie die Einschulung in die erste Klasse mit rund 307 Euro, noch kostspieliger ist dann der Übergang auf die weiterführende Schule in der fünften Klasse, der sogar rund 330 Euro ausmacht. Zwischen der 6. und 8. Klasse, wenn die zweite Fremdsprache und der Taschenrechner hinzukommen, müssen Eltern für ein Schulkind auch bis zu 300 Euro ausgeben. Hinzugerechnet werden müssen immer noch die Kosten für die Schulbücher, die drei Viertel der Familien nach Angaben des Kultusministeriums über die Schule ausleihen. Ein Gymnasium verlangt dafür im Schnitt 66 Euro.

Viele Familien, die Hartz-IV-Empfänger seien, wüssten nicht, dass sie sich von den Ausleihgebühren befreien lassen könnten, sagte Ulf Endewarth von der Firma E-Mares, der die Studie erstellt hat. Weitere Kosten für Eltern wie Leihgebühren von Tablets, Musikinstrumenten oder Klassenfahrten kommen noch hinzu. Viele der befragten Eltern hatten angegeben, dass sie Arbeitshefte und teure Bücher, etwa Atlanten, anschaffen müssten, die von den Kindern dann kaum benutzt worden seien, berichtete Endewarth. Jede Schule verlange andere Bücher, sodass es oft nicht möglich sei, die Schulsachen an jüngere Geschwister weiterzugeben, kritisierte Gäfgen-Track.

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