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Fast alle Krippen stocken Personal auf

Dritte Kraft Fast alle Krippen stocken Personal auf

Die meisten Krippengruppen mit mindestens elf Kindern in Niedersachsen beschäftigen inzwischen eine dritte Betreuungskraft. Das teilte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Freitag in Hannover mit. 2013 hatte sich in Niedersachsen eine Volksinitiative für die dritte Kraft starkgemacht. 

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In vielen Krippen sind bereits drei Betreuungskräfte im Einsatz.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Die Ministerin hatte eine Zwischenbilanz des Landesprogramms vorstellte. „Unsere Erwartungen im Hinblick auf den Ausbaustand so kurz nach der Einführung sind weit übertroffen worden“, sagte die Ministerin. „Wir sind auf dem Weg zu 100 Prozent.“ Es sei sehr erfreulich, dass die Träger der Einrichtungen für unter Dreijährige das 2015 eingeführte Angebot so gut annehmen.

Die Krippen verfügten nach Angaben des Ministeriums im gerade beendeten Kindergartenjahr 2015/16 zu mehr als 87  Prozent über eine dritte Betreuungskraft. Zum Stichtag 1. Oktober 2015 gab es 3335 Krippengruppen im Land. Das Gesetz sieht die Drittkraft für Gruppen ab elf Kindern vor, eine Betreuungskraft soll sich um höchstens fünf Babys oder Kleinkinder kümmern müssen. Mehr als jede zehnte Krippengruppe hat nach Angaben des Ministeriums weniger als elf Kinder und erreicht den Betreuungsschlüssel von 1:5 ohne dritte Kraft. Daher könne man davon ausgehen, dass dieser nun nahezu überall gelte.

Für das Programm, das ab 2020 verbindlich sein soll, hatte der Bund 73 Millionen Euro bereitgestellt. Heiligenstadt betonte, das Land habe auch selbst kräftig in die frühkindliche Bildung investiert. Vom Regierungsantritt 2013 steigere sich die Summe im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 um 54 Prozent auf fast 796 Millionen Euro. Unter anderem habe Niedersachsen in zusätzliche Plätze an den Fachschulen für die Ausbildung zum Sozialassistenten (zwei Jahre) und Erzieher (drei Jahre) investiert. Im kommenden Schuljahr soll die Zahl der Plätze um mehr als 500 erhöht werden. Die Ministerin räumte ein, dass es nicht immer leicht sei, eine dritte Krippenkraft zu finden: „Das Personal ist sehr rar“, sagte Heiligenstadt. Man habe zwar auch auf eine „stille Reserve“ von Teilzeitarbeitenden oder Erziehungsurlaubern zurückgreifen können. „Aber es bleibt angespannt.“

Vertreter von Landtagsopposition und Gewerkschaft forderten deutlich weitergehende Betreuungsprogramme. „Die Koalition bleibt bei der Verbesserung der Betreuung für die Kurzen auf halbem Weg stehen“, sagte Ulf Birch vom Verdi-Landesverband. Nun müsse der Betreuungsschlüssel bei Kindern ab drei Jahre verbessert werden. Der Einsatz länger ausgebildeter Erzieher sei vorzuziehen, meinte er: „Mit dem steigenden Migrantenanteil in den Gruppen wachsen auch die Anforderungen.“

Die CDU kritisierte, dass sich das Ministerium zu wenig beim Ausbau der Krippen engagiere. „Das Land vertröstet und hofft auf Geld vom Bund“, meinte der bildungspolitische Sprecher Kai Seefried. Von dem im Koalitionsvertrag angekündigten Kindertagesstättengesetz sei nichts mehr zu hören, bemängelte er. Das versprochene Gesetz mahnte auch Björn Försterling von der FDP an: „Im Kindergarten erleben viele Eltern einen Schock“, sagte er. Sobald die Kleinen drei Jahre alt sind, müsse sich eine Erzieherin um 12,5 Kinder kümmern.

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