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Der Norden Kampfmittelräumer rücken fast 1000 Mal aus
Nachrichten Der Norden Kampfmittelräumer rücken fast 1000 Mal aus
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08:28 03.02.2016
Insgesamt 953 Einsätze nach Munitionsfunden gab es 2015 in Niedersachsen. Quelle: Eberstein
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Hannover

Die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs werden den Kampfmittelbeseitigungsdienst in Niedersachsen noch lange beschäftigen. Im Jahr 2015 gab es 953 Einsätze nach Munitionsfunden, sagte der stellvertretende Leiter Thomas Döring der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. "Wir hatten im vergangenen Jahr 130 Sprengungen von Kampfmitteln vor Ort, davon ging es 38 mal um Sprengbomben und Seemunition von mehr als 50 Kilogramm." Der Großteil seien Fliegerbomben gewesen, sie verursachten 34 der Einsätze.

Nur in einem Fall habe es sich dabei um einen der besonders gefährlichen Langzeitzünder gehandelt, so Döring. Dabei löst Aceton eine Cellulosescheibe auf, die den Schlagbolzen freigibt.

Aber auch Bomben mit konventionellen Aufschlagzündern würden im Laufe der Jahre problematischer werden, betonte Döring. "Die Korrosion macht das Entschärfen schwieriger, weil man die Zünder schlechter aus der Bombe heraustrennen kann."

Wie gefährlich die Arbeit an den zum Teil stark verrosteten Bomben ist, zeigte ein Unfall im Juni 2010 in Göttingen. Damals explodierte eine amerikanische Zehn-Zentner-Sprengbombe mit Langzeitzünder, drei Mitarbeiter starben.

Insgesamt sah Döring die Zahl der Einsätze im Trend der Vorjahre, 2014 seien es 1093 gewesen. "Die anhaltend hohen Zahlen belegen, dass wir noch für Jahrzehnte zu tun haben", sagte der stellvertretende Dezernatsleiter. Dazu habe auch eine gestiegene Aufmerksamkeit bei Bauprojekten beigetragen. So sei der Kampfmittelbeseitigungsdienst im vergangenen Jahr an 3092 Bauprojekten beteiligt gewesen, im Jahr zuvor waren es über 500 weniger. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat in Niedersachsen 46 Mitarbeiter.

dpa

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