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Der Norden Feiertag: Katholische Kirche will Aufschub
Nachrichten Der Norden Feiertag: Katholische Kirche will Aufschub
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19:21 28.05.2018
Die Mehrheit der Niedersachsen ist nicht evangelisch, sagt die katholische Kirche, die den Reformationstag nicht als Feiertag haben möchte. Quelle: dpa
Hannover

Die katholische Kirche in Niedersachsen hat die Landesregierung in der Feiertagsfrage davor gewarnt, überstürzt zu entscheiden und Druck auf einzelne Abgeordnete auszuüben. Die Mitglieder des Landtags seien nicht an Aufträge und Weisungen gebunden, betonte das Katholische Büro Niedersachsen in seiner Stellungnahme an den Landtag.

Statt die Entscheidung über einen zusätzlichen Feiertag schon in diesem Jahr zu treffen, solle man sich genügend Zeit für einen breiten Diskussionsprozess lassen. Am Donnerstag gibt es im Innenausschuss des Landtags eine öffentliche Anhörung zu der Frage, ob der Reformationstag wie von der Landesregierung klar favorisiert, neuer Feiertag werden soll. Die Katholiken plädieren für den Buß- und Bettag, weil dieser von allen Religionen mitgetragen und als Tag des interreligiösen Dialogs mit Leben gefüllt werden könne.

Zudem war der Buß- und Bettag schon einmal gesetzlicher Feiertag. Das Katholische Büro erinnerte daran, dass der Landtag 1994 erklärt habe, seine Streichung wieder rückgängig zu machen, sobald eine anderweitige Finanzierung der Pflegeversicherung gelingt. Außerdem wiesen die Katholiken darauf hin, dass die CDU-Fraktion 2014 noch in einem Antrag gefordert hatte, „den Reformationstag einmalig als gesetzlichen Feiertag in Niedersachsen anzuerkennen und den Buß- und Bettag dauerhaft als Gebetstag der Religionen in Form eines gesetzlichen Feiertages einzuführen“.

17 Prozent Katholiken

Niedersachsen fühle sich offenbar zunehmend im Zugzwang, den Reformationstag wie auch in den anderen norddeutschen Ländern als Feiertag einzuführen, erklärte das Katholische Büro. Dabei sei Niedersachsen mit den anderen Nordländern nicht vergleichbar, da hier der Katholikenanteil mit 17 Prozent höher sei und es einige überwiegend katholische Landesteile gebe. Mit 45,5 Prozent sei auch nicht die Mehrheit der Niedersachsen evangelisch.

Das Parlament hatte angekündigt, die endgültige Entscheidung im Juni zu treffen. Die Fraktionen von SPD und CDU hatten erklärt, ihre Abgeordneten könnten allein nach ihrem Gewissen abstimmen.

Von Michael Evers